KAMPAGNE
FÜR GUTES BIERDie Verbraucherinitiative für mehr Biervielfalt |
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REINHEITSGEBOT
IST EIN EMOTIONALES THEMA
BIER UND DER EINSATZ VON
GEWÜRZEN
...
hat eine lange Tradition und
ist wegen diverser Gegebenheiten heutzutage nur noch in der
Heimbrauszene, wie auch
vereinzelt in der kommerziellen Bierindustrie u.a. in Belgien und den
U.S.A.
anzutreffen.
Hier ist eine kleine Einführung
über Bier und Kräuter als Auszug der Gernot Katzers
Gewürzseiten (die
dann folgenden Auflistungen von Kräutern und Gewürzen stammen
allesamt auch von
dieser gut recherchierten und zusammengestellten WebSite über
Kräuter, weiteres
siehe unter http://www-ang.kfunigraz.ac.at/~katzer/germ/index.html):
„Bier wird mit einer Mischung von Kräutern (gruit, grut) gewürzt, wobei nicht nur der Geschmack, sondern auch die Haltbarkeit verbessert wird. Um die euphorisierende Wirkung des Alkohols zu unterstützen, fanden im Mittelalter auch Giftpflanzen („Hexenkräuter“) Verwendung, wie etwa Bilsenkraut (Hyoscyamus niger), das auch ein hervorragendes Konservierungsmittel ist. In der Neuzeit kam man von solchen Zusätzen wieder ab, da die verbesserte Hygiene bei der Herstellung sie weitgehend überflüssig machte. Gagel besitzt (wenn überhaupt) nur milde psychoaktive Eigenschaften und ist erheblich weniger gefährlich als Bilsenkraut.
Die gruit eines Brauers im
16. und 17. Jahrhundert enthielt eine breite Palette an Pflanzen: Teure
asiatische
Gewürze für die, die es sich leisten können (Ingwer,
Gewürznelken, Galgant,
Zimt, Muskat und sogar indische Lorbeerblätter), billigere Importe
(Paradieskörner, Koriander, Süßholz) und einheimische
Kräuter für weniger
finanzstarke Kunden (Fenchel, Pfefferminze, Wacholder, Rosmarin und
Gagel).
Hopfen besitzt überragende
Konservierungseigenschaften, die ein Bier lange haltbar machen; aber
der wilde
Hopfen schmeckt sehr bitter. Als jedoch im 18. Jahrhundert neue,
weniger
bittere Hopfensorten (Abbot) gezüchtet wurden, setzten sich diese
rasch gegen
die alten Kräuter durch.
Bierspezialitäten
mit
Gewürzen statt Hopfen werden heute kaum noch kommerziell
hergestellt, da den
Biertrinkern beigebracht wurde, „Bier“ mit „Hopfen“ zu assoziieren
(vgl. auch
das deutsche „Reinheitsgebot“ von 1516); aber das Bierbrauen daheim
erfreut
sich wieder steigender Beliebtheit, nicht nur unter Mittelalter-Freaks.
Unter
heutigen Heimbrauern sind Orangenschale (besonders von der karibischen
curação-Orange), Vanille und Cardamom beliebte
Alternativen zu Hopfen.
Derartige selbstgebraute Biere entstehen alle durch Fermentation von
Malz mit
Hefe und dürfen daher nicht mit gesüßten
Kräuterextrakten vom Typ des root beer
(siehe Sassafras) oder ginger ale (siehe Ingwer) gleichgestellt werden!“
Diese
Seite soll über
den Einsatz von Kräutern und Gewürzen beim Bier informieren,
bzw Anregungen für brauende Leute liefern.
Komplementiert
wird dies durch eine kleine Diskussion über den Einsatz von
Früchten, bzw.
fruchtähnlichen Zutaten (z.B. Orangenblüten).
Dabei ist es wichtig, sich
Gedanken über einige Regeln bei der Herstellung von Bier zu
machen, denn
ansonsten läuft man Gefahr ein Produkt zu fördern, was in
einem Anfall von
Kreativität mit einem Bier nur noch entfernt etwas zu tun hat.
REGELN - BZW. WAS MACHT EIN BIER ZU
EINEM BIER
Ein Bier kann als ein Produkt interpretiert werden,
welches
ausschließlich durch die Methoden Einmaischen, Kochphase,
Vergärung und
Lagerung und durch den Einsatz von natürlichen Zutaten entsteht.
Es ist ein
getreidebasierendes Produkt, welches im Grundsatz mit Hopfen und
anderen
natürlichen würzenden Zutaten hergestellt wird und sich durch
angestrebte
geschmackliche
Ausgewogenheit, der Süße, Säure und Bittere auszeichnet.
Die drei Methoden der
Geschmacksextraktion Dekoktion, Infusion und Mazeration sind dabei
anwendbar.
Eine Ergänzung mit Zutaten im Nachhinein wäre dabei
unzulässig, sprich
der Zusatz von Softdrinks, Zucker oder andere ergänzenden Zutaten nach
der
Herstellung des Bieres. Somit fielen die gesamte Produktgruppe der
Biermischgetränke auch aus diesem Raster. Ein Streitpunkt
könnte dabei die Extraktion von Geschmacksstoffen parallel zum
eigentlichen Brauvorgang darstellen - wäre es demnach
zulässig, Geschmacksstoffe von Gewürzen z.B. mittels
Infusionsverfahren zu extrahieren und bei einem geeigneten Zeitpunkt
dem Gebrauten beizugeben? Der Einsatz von Malzersatz, sprich Rohfrucht
(ungemalztem Getreide mit oder ohne beigefügten Enzymen), Zucker
oder Sirup zum "Aufpeppen" des Gebrautem ist nicht Teil dieses Beitrags
und sollte an einer anderen Stelle betrachtet werden. Eine
Erwähnung zu diesem Thema finden Sie unter dem Beitrag zum
Biergesetz unter www.kgbier.de/Biergesetz.html.
Hier eine kurze Erläuterung der drei Varianten der Geschmacksextraktion:
Bier ist zwar prinzipiell in all’ seinen Entfaltungsmöglichkeiten zu sehen, allerdings sollte hiermit nicht ein Produkt geschaffen werden, was explizit auf den Ersatz von anderen Genüssen ausgerichtet ist. Somit sind Biere, die Glühwein imitieren (dies bezieht sich nicht auf Biere, die durch Gewürze weihnachtliche Assoziationen hervorrufen) oder mittels frischen Chilischoten scharf gemacht werden oder eine Kreation absichtlich darauf abzielt einen Wein nachzuahmen, nicht biertypisch und meiner Meinung nach zu exotisch. Diese sollten bestenfalls als experimentelle Biere gelten, aber auch nicht als mehr. Dies sollte ein wenig relativiert werden, denn ein Bier kann durchaus weinig schmecken, ich denke es geht mehr darum, was man mit diesem Bier bezweckt. Siehe dazu den wohl wichtigsten Teil in diesem Beitrag in Bezug auf Authenzität (übernächster Absatz).
Ferner ist Bier auch dann kein Bier mehr, wenn eine Ergänzung außerhalb des Brauprozesses stattfindet (wie oben schon kurz angesprochen). So z.B. wäre dies der Fall, wenn ein geschmacksergänzender Sirup nach dem Brauen zugegeben wird. Gleiches müsste dann auch für die Zugabe von Zucker nach dem Brauen gelten. Eine Zugabe von Jungbier, bzw. Bierwürze bei Ende der Gärung oder in der Lagerphase könnte als zulässig empfunden werden, die Zugabe von geschmacklich extrahiertem Hopfen, z.B. eines sog. Hopfentees (sprich Infusion...) stellt eigentlich eine Gratwanderung dar – die Zutat ist zulässig, die Methode möglicherweise nicht.
Beim Bier, wie auch allgemein gültig für praktisch alle Produkte, ist der Anspruch an Authenzität wohl ausschlaggebend. Wie entsteht Authenzität? Ein Produkt ist wortwörtlich ein Produkt seiner Zutaten, der Herstellung, der Inspiration und der Herkunft. Je „inniger“ die Verbindung zwischen diesen Komponenten ist, bzw. je besser die Inspiration und die Gedanken, die man sich für ein wirklich eigenständiges und schlüssiges Produkt macht, umso einfacher müsste es auch für den Kunden sein, die Wertigkeit und Existenzberechtigung dieses Produkts zu beurteilen, bzw. um so authentischer ist dieses Produkt auch. Ich bin fest davon überzeugt, dass Authenzität für den langfristigen Erfolg eines jeden Produkts notwendig ist.
Somit kann auch ein Bier z.B. erheblich weihnachtlicher werden, indem es mit passenden Kräutern gebraut wird, bzw. kann ein Weizenbier erheblich sommerlicher werden, wenn es z.B. nicht mit 5,5%, sondern vielleicht nur mit 4,0 oder 4,5% gebraut wird und eine Hopfenkombination eingesetzt wird, die nicht die Bittere, sondern florale/blumige Aspekte des Bieres betont.
Zu guter Letzt, ist es
selbstredend wichtig für sein Produkt eine Zielgruppe zu finden,
was
möglicherweise dem Sinn von Authenzität etwas
entgegenläuft. Zumindest ist die
Reihenfolge hier entscheidend: Wird erst die Zielgruppe definiert und
dann das
Produkt geschaffen, bzw. modifiziert oder andersherum?
In der folgenden Diskussion um
den Einsatz von würzenden Zutaten bei Bier geht es in erster Linie
um die
Schaffung von Authenzität. Der Ansatz für diese Diskussion
ist verschiedene
Biersorten in artverwandte Gruppen zu bündeln und im Rahmen dieser
Gruppen
einen Einsatz von würzenden Zutaten zu diskutieren, um Biere zu
schaffen, die
dadurch charaktervoller werden.
Dies ist keine Diskussion, um die Wichtigkeit von Hopfen zu schmälern, sondern lediglich zu sondieren, welche anderen Zutaten aus einem bestehendem Bier ein vermeintlich besseres Produkt macht.
Eine Diskussion über Hopfen im Stile der Auflistungen über Hefe und Malz, die es bereits auf dieser WebSite gibt, ist bereits in Planung.
SÄUERLICHE, OBERGÄRIGE
BIERE
Diese Kategorie könnte Biersorten wie bayrisches Weissbier, belgisches Weizen, Berliner Weisse, Oud Bruin, Lambic (bzw. deren Abwandlungen, Gueuze, Kriek, Framboise) beinhalten. Für alle diese Biersorten ist es typisch, dass eine Milchsäureinfektion gewollt oder zumindest toleriert wird, dass eine ausgeprägt würzige oder bittere Hopfennote bestenfalls unterschwellig vorhanden ist, bzw. dass Fruchtester vorkommen können.
Gerade die betonte Säuerlichkeit und die oft übliche ausgeprägte Rezenz (Perligkeit, bzw. hoher CO2-Gehalt) machen solche Produkte erfrischend und belebend. Bei Bieren dieser Art denkt man zwangsläufig an Sommer, bei ähnlichen alkoholischen Getränken, wie Perlweine (Prosecco Frizzante, Vino de Aguja) oder Schaumweine, eher an etwas festliches, apperitives oder „empfangsgeeignetes“.
Bittere spielt in solchen Bieren keine Rolle, somit sollte man sich hier prinzipiell auf die Ergänzung des sauren Charakters konzentrieren.
Vorschläge:
1.
Im
Sinne einer geschmacklichen Ausgewogenheit, verträgt auch eine
eher milde Säure
(wie es Milchsäure in der Regel darstellt) eine gewisse
Süße zur
Ausbalancierung. Die kann durch mittelmäßig
vergärende Hefen,
Zugabe von Jungbier nach der Vergärung oder durch eine Maische,
die nicht
auf Körper,
bzw. maximale Stärkeextraktion ausgelegt ist (z.B. dann keine
Dekoktionsmethode) erzielt werden.
Ein Parallelbeispiel stellt z.B. die „Geschmacksrichtung“ Brut bei
Schaumwein
dar. Während die meisten Konsumenten ein solches Getränk als
trocken
interpretieren, macht eine Zuckerdosage (Zugabe einer Zuckerlösung
beim sog.
Degaugieren, d.h. dem Entkorken zum Entfernen der Hefe und
nachfolgendem
Wiederverkorken) von mind. 5 g pro Liter das Getränk erheblich
gefälliger und
somit nicht so trocken, wie man denkt. Nur Extra Brut oder Brut Nature
ist in
der Regel annährend ohne Dosage.
2. Obwohl es ein sehr schmackhaftes belgisches Weizen mit 6,5% Alk. Vol. gibt (Blanche des Honnelles), braucht ein Bier dieser Gruppe nicht zwingend einen Vollbiercharakter, sprich 4,5% Alk. Vol. würden wahrscheinlich vollkommen ausreichen. Es könnte hier sicherlich auch eine neue Kategorie an leichten Bieren entstehen, ohne dass auf die Vermarktungs-Schiene „Light-Bier“ gesetzt wird.
3. Bei dieser Art von Bier denkt man auch unweigerlich an den Einsatz von Früchten. Die etablierten belgischen Biersorten Kriek (Kirsche) und Framboise (Himbeere) sind bereits hervorragende Beispiele für die Mazeration von Früchten allerdings in einer sehr späten Phase der Bierherstellung (meines Wissens erst nach dem Verschnitt verschiedenaltriger Lambics, u.U. erst nach durchschnittlich ca. zwei Jahren Lagerzeit). Der Einsatz von schwarzer Johannisbeere ist gerade bei Heimbrauern auch recht beliebt. Nicht alle Früchte sind zwangsläufig gut geeignet für den Einsatz zur Mazeration bei Bier, diese sollten meines Empfindens nach nicht zu fleischig, dafür aber eher saftig, bzw. (dies eher emotional) nicht negativ assoziativ besetzt sein. Somit eignen sich möglicherweise:
a. Himbeere, Brombeere, Erdbeere (eingeschränkt, wegen möglicher Assoziation zu minderwertigem Erdbeersekt)
b. Schwarze Johannisbeere (Cassis), Blaubeere,
c. Zitrusfrüchte
d. Kirsche, Pflaume (?)
e. Birne und Apfel(?)
4. Diese Art von Bier kann auch durch florale Noten stark gewinnen. Dies kann man möglicherweise durch drei Methoden erreichen:
a. Leistungsfähige obergärige Hefe, bzw. hohe Gärtemperaturen, um durch die Hefe eine Reihe von Fruchtestern entstehen zu lassen (insofern sich dies nicht mit einer gewollten Restsüße beißt)
b.
Einsatz
von Hopfen, der sich weniger durch Grundbittere, als mehr durch blumige
Noten
auszeichnet. Hier wäre eine kontrollierte Infusion, z.B. nach der
Kochphase
geeignet, um den Übergang von Bittere zu minimieren und eher
flüchtige
Aromakomponenten des Hopfens zu nutzen. Eine genauere Erarbeitung der
Aromatik
von Hopfen finden Sie demnächst unter einer eigenständigen
Rubrik Hopfen auf
dieser WebSite. Die Biersortenbeschreibung auf dieser WebSite
erwähnt speziell unter den U.S. amerikanischen Sorten den Einsatz
von U.S. amerikanischen Hopfen und dessen ausgeprägte Citrusnote.
c. Der Einsatz von citrusartigen oder blumigen Gewürzen:
d. Der Einsatz von säuerlichen Gewürzen:
HELLE BIS BERNSTEINFARBENE BIERE
In der Biersortenbeschreibung auf dieser WebSite werden helle und bernsteinfarbene Sorten zwar unterschieden, bei einer Diskussion über den Einsatz von Kräutern und Gewürzen kann man diese zwei Biertypen allerdings gemeinsam sehen. Für eine eingehende Diskussion über die Entwicklungsmöglichkeiten bei den entsprechenden Biersorten, siehe www.kgbier.de/Biersorten_Einfuehrung.html und www.kgbier.de/Biersortenentwicklung.html.
Helle, wie auch bernsteinfarbene Biere zeichnen sich in Deutschland durch Körperreichtum und eine einhergehende Malzbetonung aus. Im Sinne einer geschmacklichen Ausgewogenheit wurde in der Biersortenbeschreibung gerade bei den hellen untergärigen deutschen Sorten gerade der eklatante Mangel an Hopfencharakter angeprangert. Einhergehend mit diesem empfundenen Defizit befinden sich hier einige Vorschläge für Kräuter und Gewürze, die eine typische Hopfenwürzigkeit ergänzen, bzw. imitieren und die Bittere des Bieres unterstützen.
Weiterhin eignet sich diese Kategorie sehr gut für ausgeprägt weihnachtliche Biere, somit finden sich weiter unten eine Reihe von Gewürzen, die einen weihnachtlichen Charakter vermitteln.
1. Eher bitternde Gewürze
2. Weihnachtliche Gewürze
SEHR DUNKLE BIERE
Bei einer Diskussion über dunkle, bzw. schwarze Biere offenbart sich vielleicht am meisten, wie inspirativ, bzw. fast theoretisch eine Aufarbeitung von „passenden“ Gewürzen für ein Bier, bzw. für eine Bierkategorie ist. Eine Ausgabe des M. Jackson Bierführers schafft sehr explizite Assoziationen zwischen Speisengruppen und Biersorten, bzw. –marken. Einerseits orientiert sich der Autor dabei an recht objektiven geschmacklichen Harmonien, andererseits wird historisch/traditionell bedingte Assoziationen von Bier, Speise und Region geschaffen. Letzteres unterstützt den Zustand des sog. „acquired taste”, ein Geschmack, der sich aufgrund von regionalen Eigenheiten stark ausgeprägt hat. Darunter fiele z.B. U.S. amerikanisches Rootbeer, was meines Erachtens nur jemandem schmecken kann, der damit aufgewachsen ist.
Bei einer Diskussion über schwarzes Bier helfen somit Überlegungen, womit man diese Art von Bier am besten assoziieren kann.
Vorerst verbindet man ein so dunkles Getränk gerne mit Kaffee, was auch für Bier nicht abwegig ist, denn der notwendige Einsatz von Röstmalzen (zwecks der Farbe) verleiht vielen schwarzen Bieren einen ausgeprägten Röstgeschmack, der stark an Kaffee-Bittere erinnert (schmecke auch Caro-Kaffee). Es gibt tatsächlich sog. Coffee Stouts, die mit Kaffeebohnen hergestellt werden.
Weiterhin ist es im Sinne der geschmacklichen Ausgewogenheit auch üblich, Kaffee cremiger zu machen, mit Milch, Sahne, bzw. mit verschiedenen Likören abzumildern (Mandel oder Karamellikör).
Schwarze Biere können von der Restsüße her traditionell gesehen und beide Richtungen gehen, somit wären ausgeprägt trockene (adstringierende) oder auch recht süße (sog. Milk Stouts, wegen des Einsatzes von Milchzucker zum Süßen des Bieres) passend. Ausgeprägte Säure wäre vielleicht nicht erwünschenswert in dieser Bierkategorie, dass ist allerdings wie in fast allen Fällen dem individuellen Geschmack und der Experimentierfreudigkeit des Einzelnen überlassen.
1. Förderung der Cremigkeit
2. Förderung des Gefühls der Trockenheit
Adstringenz
ist ein Gefühl, was durch eine auffallende Trockenheit im
Mundbereich, bzw.
Schleimmangel ausgelöst wird und somit ein Gefühl entstehen
lässt, was man als
„zusammenziehend“ beschreibt. Dies kann man gut nachvollziehen, wenn
man
Walnüsse oder sehr hochwertige Bordeaux-Weine und zwar die, die
sehr auf der
tanninhaltigen Cabernet Sauvignon-Traube basieren, zu sich nimmt – beim
Wein
kann man den Effekt fast als „Pelz auf der Zunge“ beschreiben.
Tannine, bzw.
Gerbstoffe sind in vielen holzähnlichen, bzw. faserigen Zutaten
vorhanden, so
z.B. auch in der Spelze des Malzes.
Obwohl die Beschreibung Bitter und
Herb fast synonym benutzt
wird, sehe ich Bitter als
eine der vier grundgeschmacklichen Empfindungen, wobei Herb eher zum Mundgefühl
"Adstringierend" tendiert.
Das Gefühl von
Trockenheit widerspricht eigentlich dem deutschen Mega-Trend in der
Bierherstellung vollmundige und eher appetitanregend bittere und
mundschleimproduzierende Biere herzustellen, trotzdem könnte
dieses sensorische
Erlebnis bei schwarzen Bieren eine Heimat finden.
Dies kann man
durch den Einsatz von hochvergärender Hefe erreichen, sprich wenig
Restsüße im
Bier und durch den Einsatz von betont tannin-haltigen und
adstringierenden
Gewürzen.
3.
Sonderkategorie
Rauchgeschmack