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KAMPAGNE
FÜR GUTES BIER
Die
Verbraucherinitiative für mehr Biervielfalt
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FACHWELT
|
Die Originalbeschreibung
stammt aus den Style Guidelines 2004
des Beer Judges Certification Program
(BJCP) –
weitere
Informationen befinden sich unter www.bjcp.org.
Wir
danken für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung
dieser Inhalte.
Biersortenbeschreibungen
finden sich einige wenige auf deutschen Internet-Seiten. Einige
Auflistungen
konzentrieren sich mehr auf Vielzahl, so werden z.B. neben den in
Deutschland
bekannten Biersorten auch gänzlich unbekannte, wie Imperial Stout
oder Barley
Wine aufgelistet.
Andere
Biersortenbeschreibungen, z.B. wie die des Deutschen Brauerbundes
konzentrieren
sich naturgemäß auf deutsche Sorten. Hier wird allerdings
neben einem
objektiven und produktbezogenen Abriss auch historische und
gesellschaftliche
Aspekte behandelt.
BJCP ist eine
U.S. amerikanische non-profit
Organisation, die seit inzwischen 20 Jahren Bierprüfer für
Wettbewerbe
ausbildet, bzw. zertifiziert. Die Biersortenbeschreibungen stellen
praktisch
den Kern der Bewertungen dar. Ohne eine aussagekräftige
sortengerechte
Beschreibung könnte keine korrekte absolute, im besten Falle
lediglich eine
relative Bewertung eines Bieres stattfinden.
Die
Übersetzung bewegt sich extrem nah am amerikanischen Original und
weist bei den deutschen Biersorten u.U.
einige Unklarheiten auf, die möglicherweise mit der Distanz zu der
aktuellen
Entwicklung auf dem deutsche Biermarkt zusammenhängen.
Die
Liste der kommerziellen Beispiele einer Biersorte beinhalten
möglicherweise
Biere, die in Deutschland nicht bekannt sind.
Stand der Übersetzung:
1. Nov. 2004 - in Deutschland bekannte Biersorten
2. Anfang April 2005 - die meisten anglo-amerikanischen Biersorten
3. Mitte April 2005 - restliche Biersorten, allen voran
belgische, Barleywine Variationen und Sondersorten
Erklärungen:
| USG
|
EVG
|
IBU
|
SRM |
ABV |
Ursprünglich spezifisches
Gewicht
(in kg /Ltr.) |
Endver-
gärungsgrad
(in kg /Ltr.)
|
International
Bitter Units -
Bittereinheiten |
Standard
Reference Method –
Methode zur Messung der Bierfarbe
|
% Alk. Vol. |
USG
– in Deutschland wird die „Original-Stärke“ des Bieres in der
Regel in Grad
Plato gemessen. Grad Plato bezeichnet den Anteil an Trockensubstanz
(gemessen
in g pro Ltr.) in einer Flüssigkeit und ist Maßstab, wie
stark dieses Bier
ursprünglich eingebraut wurde.
SRM
- Standard Reference Method – die hier angegebene Methode findet in
Deutschland
in der Regel keine Anwendung. Hier wird prinzipiell Helligkeit, bzw.
Bierfarbe
nach EBC gemessen. Verhältnis SRM : EBC ca. 1 : 2.
In
den folgenden Übersetzungen kommt die Beschreibung
„appetitverderbend“ hin und
wieder vor. Der Originalbegriff im Englischen ist „Cloying“ und
bedeutet vom
Grundsatz her (geschmacklich) zuviel, dass es (fast) widerlich
wirkt, in
der Regel handelt es sich dann um eine so aufdringliche
Süße, dass diese abstoßend
wirkt.
Weiterhin taucht hin und wieder der Begriff
"kontinental-europäische (Hopfensorten/Malze)" auf. Speziell im
U.S. amerikanischen Sprachgebrauch wird sehr explizit zwischen
britischen und europäischen (außer britischen - im englischen
lediglich: continental) Zutaten
unterschieden.
1. Helle
untergärige Biere
1A. Lite
American Lager
(Quelle: http://www.bjcp.org/styles04/Category1.html#style1A)
Aroma: Leichtes bis nicht
vorhandenes Malzaroma, u.U. kann ein leichtes getreideartiges,
süßes oder
maisartiges Aroma vorkommen. Ein Hopfenaroma kann von nicht vorhanden
bis
leicht, etwas würzig oder blumig variieren. Geringe Mengen eines
Hefecharakters
(grüner Apfel, Dimethylsulfid oder Fruchtaroma) sind optional und
akzeptabel.
Kein Diacetyl.
Optik: Sehr hell strohfarben bis
helles Gelb. Weiße, üppige Schaumkrone – selten länger
haltbar. Sehr klar.
Geschmack: Klarer und trockener
Geschmack mit leichten Anklängen von Süße.
Hopfengeschmack von nicht bis wenig
vorhanden. Die geschmackliche Ausgewogenheit kann von leicht malzig bis
leicht
bitter variieren, entfernt sich allerdings nicht sehr weit von einem
neutralen
Geschmack. Hoher Kohlensäuregehalt, kann eine leichte
Säureempfindung und etwas
Trockenheit hervorrufen. Kein Fruchtgeschmack.
Mundgefühl: Ein sehr leichter
Körper durch den Einsatz von malzalternativen Zutaten, wie z.B.
Mais oder Reis.
Sehr hoher Kohlensäuregehalt, fast prickelndes Zungengefühl.
Kann wässrig
wirken.
Gesamteindruck: Sehr erfrischend
und durstlöschend.
Kommentierung: Niedrigerer
Stammwürze und geringerer Kaloriengehalt als andere
internationalen
untergärigen Standardbiere. Ein ausgeprägter Geschmack sollte
als Fehler
angesehen werden. Dieser Typ ist darauf ausgelegt den breitest
möglichen
Konsumentengeschmack zu treffen.
Zutaten: Zwei- oder sechsreihige
Gerste mit einem hohen Anteil an Reis oder Mais (bis zu 40%).
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM
|
ABV
|
| 1,030 – 1,040 |
0,998 – 1,008 |
8 - 12 |
2 - 3 |
3,2 – 4,2% |
Kommerzielle Beispiele: Miller
Lite, Bud Light, Coors Light, Amstel Light
1B.
Standard
American Lager
(Quelle: http://www.bjcp.org/styles04/Category1.html#style1B)
Aroma: Leichtes bis nicht
vorhandenes Malzaroma, u.U. kann ein leichtes getreideartiges,
süßes oder
maisartiges Aroma vorkommen. Ein Hopfenaroma kann von nicht vorhanden
bis
leicht, etwas würzig oder blumig variieren. Geringe Mengen eines
Hefecharakters
(grüner Apfel, Dimethylsulfid oder Fruchtaroma) sind optional und
akzeptabel.
Kein Diacetyl.
Optik: Sehr hell strohfarben bis
helles Gelb. Weiße, üppige Schaumkrone – selten länger
haltbar. Sehr klar.
Geschmack: Klarer und trockener
Geschmack mit leichten Anklängen von Süße.
Hopfengeschmack von nicht bis wenig
vorhanden. Die geschmackliche Ausgewogenheit kann von leicht malzig bis
leicht
bitter variieren, entfernt sich allerdings nicht sehr weit von einem
neutralen
Geschmack. Hoher Kohlensäuregehalt kann eine leichte
Säureempfindung und etwas
Trockenheit hervorrufen. Kein Fruchtgeschmack.
Mundgefühl: Ein leichter Körper
durch den Einsatz von malzalternativen
Zutaten, wie z.B. Mais oder Reis. Sehr hoher Kohlensäuregehalt,
fast
prickelndes Zungengefühl.
Gesamteindruck: Sehr erfrischend
und durstlöschend.
Kommentierung: Ein ausgeprägter
Geschmack ist als Fehler anzusehen. Dies ist ein Bier im Sinne eines
internationalen Stils, sowie eine Reihe von untergärigen
Standardbieren
verschiedener Länder.
Zutaten: Zwei- oder sechsreihige
Gerste mit einem hohen Anteil an Reis oder Mais (bis zu 40%).
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM
|
ABV
|
| 1,040 – 1,050 |
1,004 – 1,010 |
8 - 15 |
2 - 4 |
4,2 – 5,1% |
Kommerzielle Beispiele: Miller
High Life, Budweiser, Kirin Lager, Molson Golden, Corona Extra,
Foster's Lager
1C.
Premium
American Lager
(Quelle: http://www.bjcp.org/styles04/Category1.html#style1C)
Aroma: Leichtes bis nicht
vorhandenes Malzaroma, u.U. kann ein leichtes getreideartiges,
süßes oder
maisartiges Aroma vorkommen. Ein Hopfenaroma kann von nicht vorhanden
bis
leicht, etwas würzig oder blumig variieren. Geringe Mengen eines
Hefecharakters
(grüner Apfel, Dimethylsulfid oder Fruchtaroma) sind optional und
akzeptabel.
Kein Diacetyl.
Optik: Sehr hell strohfarben bis
helles Gelb. Weiße, üppige Schaumkrone – selten länger
haltbar. Sehr klar.
Geschmack: Klarer und trockener
Geschmack mit leichten Anklängen von Süße.
Hopfengeschmack von nicht bis wenig
vorhanden. Die geschmackliche Ausgewogenheit kann von leicht malzig bis
leicht
bitter variieren, entfernt sich allerdings nicht sehr weit von einem
neutralen
Geschmack. Hoher Kohlensäuregehalt kann eine leichte
Säureempfindung und etwas
Trockenheit hervorrufen. Kein Diacetyl. Kein Fruchtgeschmack.
Mundgefühl: Ein mittel-leichter
Körper durch den Einsatz von
malzalternativen Zuaten, wie z.B. Mais oder Reis. Sehr hoher
Kohlensäuregehalt,
fast prickelndes Zungengefühl.
Gesamteindruck: Sehr erfrischend
und durstlöschend, allerdings ein wenig mehr körperbetont als
Standard- oder
Light-American Lager Typen.
Kommentierung: Premium American
Lager Biere haben in der Regel weniger malzalternative Zusätze,
wie Reis oder
Mais im Vergleich zu den Standard- oder Light-Typen. Ein
ausgeprägter Geschmack
ist als Fehler anzusehen, allerdings ist hier mehr Geschmack
festzustellen als
bei den anderen zwei Typen. Die Premium-Kategorie beinhaltet eine
breite
Auswahl an international vermarkteten Bieren von den höherwertig
angebotenen
amerikanischen Produkten bis hin zu typischen „Importbieren in der
grünen
Flasche“.
Zutaten: Zwei- oder sechsreihige
Gerste mit einem gewissen Anteil an Reis oder Mais (bis zu 25%).
Messwerte:
| USG
|
EVG
|
IBU
|
SRM
|
ABV
|
| 1,046 – 1,056 |
1,008 – 1,012 |
15 - 25 |
2 - 6 |
4,7 – 6,0% |
Kommerzielle Beispiele: Miller
Genuine Draft, Michelob, Coors Extra Gold, Heineken, Beck's, Stella
Artois,
Singha
1D.
Helles (nach Münchner Art)
(Quelle: http://www.bjcp.org/styles04/Category1.html#style1D)
Aroma:
Süß und
getreideartig, saubere Malzaromen sind vorherrschend. Kann auch ein
sehr
leichtes Edelhopfenaroma haben, sowie etwas DMS (Dimethylsulfid) im
Hintergrund
aufweisen (entstammt wohl dem Pilsner Malz). Kein Ester oder Diacetyl
erwünscht.
Optik: Farblich
mittleres
Gelb bis helles Gold, klar, cremige weiße Schaumkrone.
Geschmack: Etwas
süß,
malziges Profil. Getreide- und Malzgeschmack ist vorherrschend, mit
niedriger
bis niedrig-mittlere Hopfenbittere, die den Malzgaumen etwas
ausbalanciert.
Sehr leichter Hopfengeschmack akzeptabel. Im Abgang und Nachgeschmack
malzig.
Sauber, kein Fruchtester, kein Diacetyl.
Mundgefühl:
Mittlerer
Körper, mittlerer Kohlensäuregehalt, sanfte Malznote, etwas
astringierend.
Gesamteindruck:
Malzig,
aber endvergoren.
Geschichte: Einst in
München 1895 bei der Spaten Brauerei durch Gabriel Sedlmayr
entstanden, um mit
den Pilsner-Typen konkurrieren zu können.
Kommentierung: In
Abgrenzung zu Pilsner, allerdings so wie sein Verwandter das
Münchner Dunkel,
ist Helles ein Bier mit Malzakzent, aber nicht betont süß.
Der Malzgeschmack
mit etwas unterschwelliger Hopfenbittere ist typisch.
Zutaten: Moderat
kalkhaltiges Wasser, Pilsner Malze, deutsche Edelhopfensorten.
Messwerte:
| USG
|
EVG
|
IBU
|
SRM |
ABV |
| 1,045 – 1,051 |
1,008 – 1,012 |
16 - 22 |
3 - 5 |
4,7 – 5,4% |
Kommerzielle
Beispiele: Hacker-Pschorr
Münchner Helles, Paulaner Premium Lager, Spaten Premium
Lager, Andechser Hell, Augustiner Lagerbier Hell, Weihenstephaner
Original,
Stoudt's Gold Lager
1E.
Dortmunder Export
(Quelle: http://www.bjcp.org/styles04/Category1.html#style1E)
Aroma: Niedriges bis mittleres
Edelhopfenaroma (deutsche oder tschechische
Sorten). Moderates Malzaroma, kann getreideartig bis süßlich
sein. Kann
anfänglich ein etwas schwefeliges Aroma haben (vom Wasser und/oder
von der
Hefe), etwas Dimethylsulfid im Hintergrund ist möglich. Kein
Diacetyl
erwünscht.
Optik: Helles bis tiefes
Gold, klar, mit einer haltbaren weißen Schaumkrone.
Geschmack: Weder Malz noch Hopfen
dominieren, allerdings sind beide gut ausbalanciert und mit einem Hauch
von
Süße versehen, sodass ein sanftes und erfrischendes Bier
entsteht. Die
Ausgewogenheit zwischen Malz und Hopfen bleibt bis zum Abgang,
Hopfenbittere
verbleibt im Nachgeschmack (allerdings gibt es einige Biere dieses
Typs, die
süßlich im Nachgeschmack sind). Sauber, kein Fruchester,
kein Diacetyl
erwünscht. Etwas mineralischer Anklang kann vom Wasser her
stammen.
Mundgefühl: Mittlerer
Körper, mittlerer Kohlensäuregehalt.
Gesamteindruck:
Ausgewogenheit ist das herausragendste Merkmal an dieser Sorte. Ein
Malzprofil
eines Hellen und einem Hopfencharakter ähnlich wie das eines
Pilsner, ist diese
Sorte etwas gehaltvoller als die beiden anderen. Ein harter,
mineralischer
Geschmack durch das Wasser ist typisch.
Geschichte: Die Biersorte
ist typisch für die Gegend um Dortmund. (...)
Kommentierung: Etwas
stärker eingebraut als andere helle untergärige Biere, bietet
diese Sorte einen
soliden malzbetonten Körper und einhergehend eine unterschwellige
Malznote, um
die sulfat-betonte Hopfenbittere zu ergänzen. Die Bezeichnung
Export entstammt
der Steuergesetzgebung und ist nicht zwingend synonym mit einem
Dortmunder-Stil.
Bier kann auch in anderen deutschen Regionen auf Export-Stärke hin
gebraut und
auch so bezeichnet werden.
Zutaten: Mineralhaltiges
Wasser mit hohen Anteilen an Sulfaten, Kalk und Chloriden. Deutscher
und
tschechischer Edelhopfen, Pilsner Malz und deutsche untergärige
Hefe.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM |
ABV |
| 1,048 – 1,056 |
1,010 – 1,015 |
23 - 30 |
4 - 6 |
4,8 - 6% |
Kommerzielle Beispiele: DAB Export, Dortmunder
Union Export, Dortmunder Kronen, Ayinger Jahrhundert, Great Lakes
Dortmunder
Gold, Saratoga Lager, Dominion Lager, Gordon Biersch Golden Export
2A.
Deutsches Pilsner (Pils)
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category2.html#style2A)
Aroma:
Hat einen leicht getreideartigen Malzcharakter (manchmal ähnlich
wie ein
Butterkeks), sowie auffallend blumige und würzige Edelhopfennoten.
Sauber, kein
Fruchtester, kein Diacetyl. Kann ein anfänglich schwefeliges Aroma
haben
(entstammt dem Wasser und/oder der Hefe), etwas Dimethylsulfid im
Hintergrund
möglich (möglicherweise vom Pilsner Malz).
Optik: Strohfarben bis
helles Gold, brillant bis sehr klar, mit einer langanhaltenden,
cremigen weißen
Schaumkrone.
Geschmack: Gerade und
bitter, mit einem trockenem bis halbtrockenem Abgang. Moderate bis
moderat
niedrige, allerdings gut vergorene Malzsüße. Etwas
getreideartiger Geschmack
und Malzsüße ist akzeptabel. Hopfenbittere dominiert beim
Geschmack und
verbleibt bis zum Abgang, sowie im Nachgeschmack. Der Hopfengeschmack
kann
schwach oder stark ausgeprägt sein, sollte aber immer aus
deutschen
Edelhopfensorten entstammen. Sauber, kein Fruchtester, kein Diacetyl.
Mundgefühl: Mittlerer bis
leichter Körper, mittlere bis hohe Kohlensäure.
Gesamteindruck: Gerade,
sauber, erfrischendes Bier, dass ausschließlich aus deutschen
Edelhopfensorten
gebraut werden sollte. Wird durch Sulfate des Wassers akzentuiert.
Geschichte: Diese Sorte
ist eine Kopie des böhmischen Pilsners angepasst auf deutsche
Brauverhältnisse.
Kommentierung: Trockener
und gerader als ein böhmisches Pilsner mit einer Bittere, die
tendentiell
länger verbleibt (bis in den Nachgeschmack), bedingt durch einen
höheren
Endvergärungsgrad und einem höheren Sulfatgehalt im Wasser.
Körper und Farbe
ist heller als die böhmische Variante, sollte auch mehr
Kohlensäure aufweisen.
Moderne Beispiele eines deutschen Pilsner sind eher heller, trockener
im
Abgang, sowie bitterer, je mehr man von Süden nach Norden geht.
Zutaten: Pilsner Malze,
deutsche Hopfensorten (besonders die Edelhopfensorten der Anbaugebieten
Hallertau, Tettnang und Spalt), mittleres sulfat-haltiges Wasser,
deutsche
untergärige Hefe.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM |
ABV |
| 1,044 – 1,050 |
1,008 – 1,013 |
25 - 45 |
2 - 5 |
4,4 – 5,2% |
Kommerzielle Beispiele: Bitburger, Warsteiner,
König Pilsener, Jever Pils, Holsten Pils, Spaten Pils, Victory
Prima Pils,
Brooklyn Pilsner
2B.
Böhmisches Pilsner
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category2.html#style2B)
Aroma:
Üppiges Bouquet mit komplex malzigen und würzigen Noten des
Saazer Hopfens.
Etwas Diacetyl ist akzetabel, sollte aber nicht vordergründig
sein. Sonst
sauber, kein Fruchtester.
Optik: Sehr helles Gold
bis tief, fast “verbranntes” Gold, brillant bis sehr klar, mit einer
dichten,
langanhaltender cremigen Schaumkrone.
Geschmack: Reichhaltig
komplexe Malznote mit einer auffallenden, aber sonst sanften und runden
Bittere
des Saazer Hopfens. Etwas Diacetyl ist akzeptabel, sollte aber nicht im
Vordergrund sein. Sauber, kein Fruchtester.
Mundgefühl: Mittlerer
Körper (wenn Diacetyl vorhanden, kann es auch etwas voller im
Körper wirken),
mittlerer Kohlensäuregehalt.
Gesamteindruck: Gerade,
komplex, rund, aber erfrischend.
Geschichte: Erstmals 1842
gebraut, war dieser Typ das erste original klar und hell gebraute Bier.
Kommentierung: Malz aus
mährischer Gerste und eine Dekoktionsmaische wird für den
üppigen und malzigen
Charakter angewandt. Saazer Hopfen und niedriger Sulfatgehalt, Wasser
mit wenig
Kalkgehalt bescheren dieser Sorte ein auffallend sanftes und rundes
Hopfenprofil. Traditionelle Hefe kann hin und wieder Diacetylnoten
hervorbringen. Dextrine für zusätzlichen Körper, sowie
ein gewisser
Diacetylgehalt sorgen für Vollmundigkeit.
Zutaten: weiches Wasser
mit niedrigem mineralisches Gehalt, Saazer Hopfen, mährisches
Gerstenmalz,
tschechische untergärige Hefe.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM |
ABV |
| 1,044
– 1,056 |
1,013
– 1,017 |
35
- 45 |
3,5
- 6 |
4,2
– 5,4% |
Kommerzielle Beispiele: Pilsner
Urquell, Budweiser Budvar (Czechvar in the US), Czech
Rebel, Staropramen, Gambrinus Pilsner, Dock Street Bohemian Pilsner
2C. Classic
American Pilsner
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category2.html#style2C)
Aroma: Niedriges bis mittleres
getreideartiges, maisartiges Aroma. Etwas süße Malzigkeit
kann auffallen
(allerdings sind reisbasierende Biere eher neutral). Mittleres bis
moderat
hohes Hopfenaroma, oft klassische Edelhopfensorten. Sauberer
untergäriger
Charakter mit keiner Fruchtnote und keinem Diacetyl. Etwas
Dimethylsulfid ist
akzeptabel.
Optik: Gelbe bis tief goldene
Farbe. Üppige, langanhaltende weiße Schaumkrone. Sehr klar.
Geschmack: Moderat bis moderate
hohe Malznote ähnlich wie kontinental-europäischen Pilsner,
allerdings geschmacklich
nicht so intensiv, da oft bis zu 30% Malzersatzstoffe, wie Reis oder
Maisflocken eingesetzt werden. Im Geschmack etwas maisartig (durch den
Einsatz
von Mais), welches zu einer Ausbalancierung des Hopfengeschmacks
führt.
Reisbasierende Biere sind etwas klarer/bissiger, trockener, bzw. es
fehlt der
sonst übliche Maisgeschmack. Mittlerer bis viel Hopfengeschmack
durch den
Einsatz von Edelhopfen (Hopfengabe entweder in der späten
Kochphase, bzw. beim
Ausschlagen oder durch Hopfung der Vorderwürze). Im Nachgeschmack
sollte keine
unangenehme Bittere auffallen. Keine Fruchtnote, bzw. Diacetyl. Das
Bier sollte
sanft im Geschmack und ausreichend gelagert worden sein.
Mundgefühl: Mittlerer Körper und
reichhaltiges, cremiges Mundgefühl. Mittlere bis hohe
Kohlensäure.
Gesamteindruck: Ein
ausdruckstarkes Pilsner, was es durchaus mit den europäischen
Pilsner aufnehmen
könnte. Zutaten basieren auf den üblichen nordamerikanischen
Getreidetypen,
bzw. den Hopfensorten, die deutsche Brauer in ihren Anfängen in
den U.S.A.
benutzt haben. Erfrischend, allerdings mit einem auffallend besserem
Malz- und
Hopfencharakter als andere helle amerikanische Standardbiere. Der
Einsatz von
Mais verleiht diesem Bier eine auffällige getreideartige
Süße. Der Einsatz von
Reis schafft einen bissig/klareren, eher neutralen Charakter.
Geschichte: Dies ist eine Version
des Pilsners, die in den U.S.A. basierend auf den mitgebrachten
Methoden und
Hefestämmen der deutschen Einwanderer hergestellt wurde. Diese
nutzen die
Zutaten, die in Nordamerika zur Verfügung standen, um eine
einzigartig andere
Version des bekannten Pilsners entstehen zu lassen. Diese Biersorte ist
mit der
Prohibition ausgestorben und wurde durch das Engagement einiger Hobby-,
bzw.
Gasthausbrauer wieder eingeführt.
Kommentierung: Das klassische
amerikanische Pilsner wurde vor und nach der Prohibition ganz
unterschiedlich
gebraut. Ein ursprünglich spezifisches Gewicht von 1,050 bis 1,060
war vor der
Prohibition üblich, nach der Prohibition lagen diese Werte eher
bei 1,044 bis
1,048. Entsprechende Werte für Bittere fielen von vor der
Prohibition von 30-40
auf 25-30 danach.
Zutaten: Sechszeilige Gerste und
ca. 20 bis 30% Maisflocken werden eingesetzt, um den hohen
Eiweißgehalt zu
mildern. Einheimische amerikanische Hopfensorten, so wie Clusters und
traditionelle kontinental-europäische Edelhopfen oder moderne
Kreuzungen aus
Edelhopfensorten (Ultra, Liberty, Crystal) sind ebenfalls adequat.
Moderne
amerikanische Hopfensorten wie Cascade sind nicht angebracht. Sehr
mineralisches
Wasser kann den Geschmack rau wirken lassen, bzw. den Nachgeschmack
negativ
beeinflussen (wirkt hart).
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM
|
ABV
|
| 1,044 – 1,060 |
1,010 – 1,015 |
25 - 40 |
3 - 6 |
4,5 – 6,0% |
Kommerzielle Beispiele: Hin und
wieder in einigen U.S. amerikanischen Gasthausbrauereien
erhältlich
3.
Europäisches bernsteinfarbenes/dunkleres untergäriges Bier
3A.
Wiener (untergäriges Bier)
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category3.html#style3A)
Aroma:
Moderat reichhaltiges Malzaroma (rührt von Wiener oder
Münchner Malzen her).
Ein leichtes toast-artiges Malzaroma möglich, ähnlich, aber
nicht so
hervorstechend wie beim einem (Oktober-)Festbier. Sauberer
untergäriger
Charakter, kein Fruchtester oder Diacetyl. Edelhopfenaroma niedrig bis
nicht
vorhanden. Ein karamelartiges Aroma ist nicht erwünscht.
Optik: Leicht rötlich
bernsteinfarben bis kupferfarben. Bestechend klar. Üppige, beige
langanhaltende
Schaumkrone.
Geschmack: Sanft elegante
Malzkomplexität im Vordergrund mit einer soliden Hopfenbittere, um
einen
ausgewogenen Abgang zu ermöglichen. Etwas toastartigen Charakter
durch den
Einsatz von Wiener Malz. Keinen Röst- oder karamellartigen
Geschmack. Eher trockenen
Abgang, Malz- und Hopfengeschmack im Nachgeschmack. Edelhopfen wenig
bis nicht
präsent.
Mundgefühl: Mittel-leicht
bis mittleren Körper, mit einer sanften Cremigkeit. Moderater
Kohlensäuregehalt. Sanft und moderat gerader Abgang. Kann etwas
alkoholbedingte
Wärme ausstrahlen.
Gesamteindruck:
Charakteristisch ist die sanfte, elegant Malzart, die im Abgang trocken
ausklingt.
Geschichte: Anton Dreher
hat ein als Original eingestuftes bernsteinfarbenes untergäriges
Bier kurz nach
der Isolierung der untergärigen Hefe entwickelt. Dieser Biertyp
ist an seinem
Entstehungsort fast ausgestorben, allerdings existiert dieser Biersorte
weiterhin in Mexico, den österreichische Siedler in Form eines
ähnlichen
Biertyps in dieses Land brachten. Unglücklicherweise nutzen die
meisten
modernen Varianten dieser Biersorte verschiedene anderen Zutaten, die
die
reichhaltige Malzkomplexität des Originaltyps nicht voll
herausbringen. Diese
Sorte wird hauptsächlich durch den Einsatz des Wiener Malztyps
charakterisiert,
vom Typ her eher leichter als ein Festbier und doch bewusst in Richtung
Malzbetonung ausgelegt.
Kommentierung: Die U.S.
amerikanischen Versionen dieser Biersorte sind eher stärker,
trockener und
bitterer, während die europäischen Typen eher
süßlich sind. (...).
Zutaten: Wiener Malz ist
verantwortlich für das leicht toastartige, komplexe,
melanoidin-typische
Malzprofil. Ähnlich wie beim Festbier, sollte nur das beste
Qualitätsmalz
eingesetzt. Weiterhin sollten auch nur europäische (nicht
englische)
Hopfensorten eingesetzt werden (am besten Edelhopfensorten). Moderat
hartes,
kalkhaltiges Wasser. Diese Sorte kann durchaus den Einsatz von
Karamelmalz,
sowie auch andere dunklere Malzsorten vertragen, um Farbe und
Süße zu erhöhen,
allerdings sollte der Einsatz nicht zu einem erhöhten Aroma, bzw.
im letzteren
Fall zu Röstaromen führen.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM |
ABV |
| 1,046 – 1,052 |
1,010 – 1,014 |
18 - 30 |
10 - 16 |
4,5 – 5,7% |
Kommerzielle Beispiele: (...), Gösser Dark,
Noche Buena, Negra Modelo, Samuel Adams Vienna Style Lager, Old
Dominion
Aviator Amber Lager, Gordon Biersch Vienna Lager, Capital Wisconsin
Amber
3B.
Oktoberfest/Märzen
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category3.html#style3B)
Aroma: Reichhaltiges Malzaroma (rührt von
Wiener und/oder Münchner Malz her). Ein leichtes toastartiges
Malzaroma ist oft
vordergründig. Sauber untergäriges Aroma, kein Fruchtester
oder Diacetyl. Kein
Hopfenaroma. Karamelnote ist nicht erwünscht.
Optik: Dunkles Gold bis
tief orange-rote Farbe. Auffallend klar mit einer haltbaren Schaumkrone.
Geschmack: Anfängliche malzige Süße,
allerdings ist der Abgang moderat trocken. Malzbetonung mit
toastartigen
Elementen. Hopfenbittere ist moderat, Edelhopfennoten niedrig bis nicht
präsent. Malzlastig, allerdings ist der Abgang nicht
süß. Auffälliger Karamel-
oder Röstgeschmack ist nicht erwünscht. Sauber
untergäriger Charakter, kein
Diacetyl und kein Fruchtester.
Mundgefühl: Mittlerer
Körper, cremige Konsistenz und mittlerer Kohlensäuregehalt. Sanft, Endvergoren. Abgang ausgewogen und „macht Lust auf
mehr“.
Gesamteindruck: Sanft,
sauber, eher reichhaltig, mit einem auffallend tiefem malzigem
Charakter. Dies
ist einer der klassischen malzbetonten Biersorten, mit einer
Malzigkeit, die
oft als sanft, komplex und elegant bezeichnet wird, aber nie
appetitverderbend.
Geschichte: Das Original
wird Gabriel Sedlmayr zugeschrieben, basierend auf einer Abwandlung des
Wiener
Stils. Üblicherweise wird diese Sorte im Frühling als Signal
für das Ende der
traditionellen Brauzeit gebraut. Aufbewahrt in Felsenkellern
während der warmen
Sommermonate, wird es im Herbst im Rahmen von traditionellen Festen
angeboten.
Kommentierung: Die
Bandbreite der Versionen dieses Biertyps erstreckt sich von goldfarben
(ähnlich
wie starkes Helles) bis orange-bernsteinfarben mit einem toastartigen
Malzcharakter. (...) Festbiere sind Biere zu besonderen Anlässen
und sind in
der Regel stärker als andere Biersorten dieser Richtung.
Zutaten: Der Einsatz von
Malzsorten variiert, allerdings ist Wiener Malz oft die Basis für
diesen
Biertyp. Münchner Malz, Pilsner Malz und möglicherweise
Kristallmalz können
auch zum Einsatz kommen. Alle Malze sollten aus der besten zweizeiligen
(Sommer)Gerste hergestellt werden. Kontinental-europäischer
Hopfen, besonders
Edelhopfensorten sind am authentischsten. Etwas alkalisches Wasser (bis
zu 300
„parts per million“) mit einem auffälligen Kalkgehalt sind
wünschenswert. Eine
Dekoktionsmaische kann bei der Entwicklung eines üppigen
Malzprofils helfen.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM |
ABV |
| 1,050 – 1,056 |
1,012 – 1,016 |
20 - 28 |
7 - 14 |
4,8 – 5,7% |
Kommerzielle Beispiele: Paulaner Oktoberfest,
Hacker-Pschorr Original Oktoberfest, Ayinger Oktoberfest-Märzen,
Hofbräu
Oktoberfest, Spaten Oktoberfest, Eggenberger Märzen, Goose Island
Oktoberfest,
Capital Oktoberfest, Gordon Biersch Märzen, Samuel Adams
Oktoberfest (etwas
untypisch wegen der späten Hopfengabe)
4.
Dunkle untergärige Biere
4A.
Dark American Lager
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category4.html#style4A)
Aroma: Wenig bis kein Malzaroma.
Mittel-niedriges bis kein Röst-, bzw. Karamellaroma. Das
Hopfenaroma kann von
neutral bis leicht würzig oder blumig reichen. Leichter
Hefecharakter (grüner
Apfel, Dimethylsulfid oder Fruchtnote). Kein Diacetyl.
Optik: Dunkel-bernstein bis
dunkelbraun, sehr klar und mit Rubinreflexen. Die Schaumkrone hat eine
leichte
Bräune und ist nicht lange haltbar.
Geschmack: Moderat
säuerlich-bissig mit etwas Süße. Mittel-niedrige bis
keine Karamell- und/oder
Röstgeschmäcker (kann Anklänge von Kaffee, Melasse der
Kakao haben).
Hopfengeschmack rangiert von wenig bis nicht vorhanden. Kein Diacetyl. Kann eine sehr leichte
Fruchtnote haben. Verbrannte Noten oder ein moderat starker
gerösteter
Malzgeschmack stellen einen Fehler dar.
Mundgefühl: Leichter bis fast
mittlerer Körper. Sanft, trotz der hohen Kohlensäure.
Gesamteindruck: Eine etwas süßere
Version eines Standard-, bzw. Premium untergärigem amerikanischen
Typs
untergäriges Bier mit etwas mehr Körper und Geschmack.
Kommentierung: Diese Kategorie
stellt eine breite Gruppe von internationalen untergärigen Bieren
dar, die
etwas dunkler sind und nicht ausgeprägt bitter, bzw.
röstbitter sein sollten.
Zutaten: Zwei- oder sechszeilige
Gerste, Mais oder Reis. Moderater Einsatz von Karamell- oder dunkleren
Malzen.
Einsatz von färbenden Zutaten ist möglich.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM
|
ABV
|
| 1,044 – 1,056 |
1,008 – 1,012 |
8 - 20 |
14 - 22 |
4,2 – 6,0% |
Kommerzielle Beispiele: Dixie
Blackened Voodoo, Shiner Bock, San Miguel Dark, Beck's Dark, Saint
Pauli Girl
Dark, Warsteiner Dunkel, Crystal Diplomat Dark Beer
4B.
Dunkel (Münchner Art)
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category4.html#style4B)
Aroma:
Reichhaltige Münchner Malz-Süße, eher wie Brotkruste
(und manchmal wie Toast).
Anklänge von Schokolade, Nüssen, Karamel und Toffee sind
akzeptabel. Kein Fruchtester
oder Diacetyl sollte vorkommen, allerdings ist ein leichtes
Edelhopfenaroma in
Ordnung.
Optik: Tiefkupferfarben
bis dunkelbraun, oft mit einem kleinen rötlichen Schimmer.
Cremige, hell bis
mittel braungetönte Schaumkrone. Normalerweise klar, allerdings
existieren auch
trübe unfiltrierte Versionen.
Geschmack: Wird durch das
komplexe Geschmackprofil des Münchner Malzes dominiert,
melanoidin-lastig,
leicht erinnernd an Brotkruste. Der Geschmack kann moderat
süß sein, allerdings
sollte es nicht üppig, bzw. appetitverderbend sein. Anklänge
von Karamel,
Schokolade, Toast und Nussaroma kann im Hintergrund vorhanden sein.
Verbrannte
und bittere Anklänge des Röstmalzes sind nicht
erwünscht, genauso wie eine
auffällige Karamelnote des Kristallmalzes nicht erwünscht
ist. Hopfenbittere
ist moderat niedrig, aber erkennbar, ausgewogen, aber in Richtung
Malzaroma
ausgelegt. Edelhopfengeschmack niedrig bis nicht erkennbar. Der
Nachgeschmack
bleibt malzig, allerdings kann die Hopfenbittere stärker
herauskommen in einem
halbtrockenem Abgang. Sauber untergäriger Charakter, kein
Fruchtester, kein
Diacetyl.
Mundgefühl: Mittlerer bis
voller Körper, mit einem soliden, süßlichbetonten
Mundgefühl, ohne schwer und
appetitverderbend zu wirken. Moderate Kohlensäure. Kann leicht
astringierend
sein und einen leicht alkoholisch wärmenden Effekt haben.
Gesamteindruck:
Charakteristisch ist die Tiefe und Komplexität des Münchner
Malzes, sowie den
begleitenden Melanoidinen. Reichhaltiges Münchner Aroma, aber
nicht so intensiv
wie ein Bock oder so röstlastig wie ein Schwarzbier.
Geschichte: Dies ist der
klassische untergärige Münchner Bierstil, der auch durch das
moderat
kalkhaltige Wasser als ein dunkleres und malz-akzentuiertes Bier
entwickelt
wurde.
Kommentierung:
Unfiltrierte Typen aus Deutschland können wie flüssiges Brot
schmecken, die
hefelastige und bodenständige Komplexität haben, die man
sonst nicht in
filtrierten Typen findet.
Zutaten: Die Malzgabe
besteht in der Regel aus deutschem Münchner Malz (in einigen
Fällen bis zu 100%),
wobei deutsches Pilsner Malz auch zum Einsatz kommen kann. Sehr kleine
Mengen
von Kristallmalz kann Süße und Farbe beisteuern, allerdings
sollten dies sehr
verhalten eingesetzt werden, um keine zu üppige Süße zu
kreieren. Eine sehr
kleine Menge von Röstmalzen kann genutzt werden (so wie Carafa
oder
Schokoladenmalz), nur allerdings um die Farbe aufzuwerten – dies sollte
keinen
Effekt auf den Geschmack haben. Deutscher Edelhopfen und deutsche
untergärige
Hefe sollte eingesetzt werden. Moderat kalkhaltiges Wasser.
Dekoktionsmaische
gut, um den Malzcharakter zu ergänzen und Farbe zu verbessern.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM |
ABV |
| 1,048 – 1,056 |
1,010 – 1,016 |
18 - 28 |
14 - 28 |
4,5 – 5,6% |
Kommerzielle Beispiele: Ayinger Altbayrisch
Dunkel, Hacker-Pschorr Alt Munich Dark, Paulaner Alt Münchner
Dunkel,
Weltenburger Kloster Barock-Dunkel, Penn Dark Lager, Capital Munich
Dark,
Harpoon Munich-type Dark Beer, Gordon Biersch Dunkels, Dinkel Acker
Dark
4C.
Schwarzbier
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category4.html#style4C)
Aroma: Niedriges bis moderates Malzaroma,
niedrige aromatische Süße und/oder Anklänge von
Röstmalz. Der Malz kann sauber
und neutral, bzw. auch üppig und nach Münchner Art sein,
Anklang von Karamel in
Ordnung. Das Röstmalz sollte Kaffee-Charakter haben, allerdings
nie verbrannt
sein. Edelhopfenaroma ist in Ordnung, aber nicht zwingend. Saubere
untergärige
Hefeart (etwas schwefelig ok), kein Fruchtester oder Diacetyl
erwünscht.
Optik: Mittel bis sehr
dunkles braun, oft mit tief rubinartigen Reflexen, allerdings nie
wirklich
tiefschwarz. Sehr klar. Große, langanhaltende, gebräunte
Schaumkrone.
Geschmack: Leichter bis
moderater Malzgeschmack, welcher von sauber/neutral bis üppig,
süß, bzw.
Münchner-Art intensiv sein kann. Leichter bis moderater
Röstmalzgeschmack kann
den Anklang von Bitterschokolade bis in den Abgang hin
ermöglichen. Leichter
bis moderater Edelhopfengeschmack. Sauberer untergäriger
Hefecharakter, kein
Fruchtester oder Diacetyl. Der Nachgeschmack wird zunehmend trocken und
hält
sich, vordergründig Hopfenbittere mit etwas Röstgeschmack im
Hintergrund.
Einige Restsüße ist akzeptabel, allerdings nicht notwendig.
Mundgefühl:
Mittel-leichter bis mittlerer Körper. Moderate bis etwas
höhere Kohlensäure.
Sanft. Keine Schärfe oder astringierend, trotz des Einsatzes von
Röstmalzen.
Gesamteindruck: Ein
dunkles deutsches untergäriges Bier, welches sich ausgewogen
zwischen einem
sanften Malzcharakter und moderater Hopfenbittere zeigt.
Geschichte: Eine
Regionalspezialität aus dem südlichen Thüringen, bzw.
nördlichem Franken –
möglicherweise eine Variante der Biersorte Dunkel.
Kommentierung: Im
Vergleich mit einem Münchner Dunkel, eher dunkler, trocken am
Gaumen und mit
einer auffallend, aber nicht zu starken Röstmalznote, die den
sonstigen
Malzcharakter ergänzt. Es wird hin und wieder als ein „schwarzes
Pils“
bezeichnet. Das Bier ist selten wirklich schwarz, man sollte keine
ausgeprägt
geröstete Art, wie beim einem Porter erwarten.
Zutaten: Deutsches
Münchner, sowie Pilsner Malze für die Basis, ergänzt
durch eine kleine Menge
Röstmalz (z.B. Carafa) für die schwarze Farbe und den Anklang
von
Röstgeschmack. Edelhopfen aus Deutschland und saubere
untergärige deutsche Hefe
sind vorzuziehen.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM |
ABV |
| 1,046 – 1,052 |
1,010 – 1,016 |
22 - 32 |
17 - 30+ |
4,4 – 5,4% |
Kommerzielle Beispiele: Köstritzer Schwarzbier,
Kulmbacher Mönchshof Premium Schwarzbier, Einbecker Schwarzbier,
Weeping Radish
Black Radish Dark Lager, Sprecher Black Bavarian, Sapporo Black Beer
5A.
Maibock/Heller Bock
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category5.html#style5A)
Aroma :
Moderat bis starkes Malzaroma, oft mit einem leicht toastartigen Anflug
und
wenig Melanoidinen. Moderat niedrig bis kein Edelhopfenaroma, oft mit
einer
würzigen Art. Sauber. Kein
Diacetyl. Fruchtester
sollten niedrig bis nicht vorhanden sein. Etwas Alkohol kann auffallen.
Kann
einen leichten Anklang von Dimethylsulfid durch das eingesetzte
Pilsner-Malz
haben.
Optik: Tiefes Gold bis
leicht bersteinfarben. Eine entsprechende Lagerung sollte für eine
gute Klärung
sorgen. Große, cremige, langanhaltende weiße Schaumkrone.
Geschmack: Der üppige
Geschmack von kontinental-europäischen hellen Malzen dominiert in
dieser
Biersorte (Pilsner Malz-Geschmack mit etwas toastartigen Noten und/oder
Melanoidine). Wenig bis keine Karamelisierung. Kann einen leichten Anklang von Dimethylsulfid haben. Moderat bis
kein Edelhopfengeschmack. Kann eine leicht würzige oder pfefferige
Art durch
den Hopfen und/oder dem Alkohol haben. Moderate Hopfenbittere (hier
besser
ausbalanciert als bei anderen Bock-Sorten). Sauber, kein Fruchtester
oder
Diacetyl im Gschmack. Endvergoren, nicht appetitverderbend mit einem
moderat
trockenem Abgang, welches an Hopfen, wie auch an Malz erinnert.
Mundgefühl: Mittlerer
Körper. Moderat bis etwas erhöhte Kohlensäure. Sanft und
sauber, keine Strenge,
bzw. nicht astringierend, trotz der erhöhten Hopfenbittere. Etwas
alkoholische
Wärme kann vorhanden sein.
Gesamteindruck: Ein
relativ helles, starkes, malziges untergäriges Bier. Von der Art
her ein Bier,
was sich zwischen einer gewissen Geschmackneutralität und zuviel
Farbe bewegt.
Hopfencharakter ist generell offensichtlicher als bei anderen
Bocksorten.
Geschichte: Heller Bock
und Maibock sind eher neuere Versionen der Bock-Familie. Maibock wird
in der
Regel im Frühling angeboten.
Kommentierung: Diese Sorte
kann man entweder als eine helle Version eines traditionellen Bocks
sehen oder
als ein Helles, welches auf Bockstärke gebraut wurde. Während
ein helles Bock
eher malzig ist, hat diese Sorte typischerweise einen weniger dunklen
und üppigen
Malzcharakter als andere Bock-Typen an sich. Kann auch trockener,
hopfiger und
bitterer als ein traditionelles Bock sein. Der Hopfen kompensiert den
Mangel an
Melanoidinen. Es gibt eine Auseinandersetzung, ob helles Bock mit
Maibock
gleichzusetzen ist. Die meisten sind der Meinung, dass beide gleich
sind (so
wie es bei Märzen und Oktoberfest üblich ist), allerdings
wird ein Maibock
ähnlich wie ein „Festbier“ gesehen, wo die oberen Grenzen von
Hopfencharakter
und Farbe erreicht werden sollen. Fruchtigkeit im Bier stammt aus dem
Einsatz
des Münchner Malzes, sowie anderer Spezialmalze und nicht aus
hefebedingten
Fruchtestern.
Zutaten: Pilsner und/oder
Wiener Malze bilden die Basis, wobei der Münchner zum Charakter
des Bieres
beiträgt (allerdings bei weitem nicht so stark wie bei den
traditionellen
Bocksorten). Nur Malz sollte eingesetzt werden. Edelhopfen. Weiches
Wasser
sollte bevorzugt werden, um eine gewisse Strenge zu vermeiden. Sauberer
untergäriger Hefecharakter. Dekoktionsmaische ist üblich,
allerdings wird
weniger gekocht, um eine zu starke Farbentwicklung zu vermeiden.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM |
ABV |
| 1,064 – 1,072 |
1,011 – 1,018 |
23 - 35+ |
6 - 11 |
6,3 – 7,4% |
Kommerzielles Beispiel: Ayinger Maibock,
Hacker-Pschorr Hubertus Bock, Einbecker Mai-Urbock, Augustiner
Hellerbock,
Hofbräu Maibock, Capital Maibock, Victory St. Boisterous, Gordon
Biersch Blonde
Bock
5B.
Traditioneller Bock
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category5.html#style5B)
Aroma: Starke Malzaromen, oft mit einer
guten Menge von Melanoidinen und/oder toastartigen Anklängen. Fast
kein
Hopfenaroma. Etwas Alkohol ist erkennbar. Sauber, kein Diacetyl.
Niedrig bis
kein Fruchtester.
Optik: Hell kupferfarben
bis braun, oft mit einigen hübschen Reflexen. Lange Lagerung
sollte für eine
gute Klärung sorgen, trotz der dunklen Farbe. Große,
cremige, langanhaltende
beige Schaumkrone.
Geschmack: Der komplexe
Malzcharakter
wird hauptsächlich bestimmt wurden die geschmacklichen
Eigenschaften des
eingesetzten Münchner und Wiener Malzes, die auch Melanoidine und
toastartige
Geschmack beisteuern. Etwas Karameltöne sind durch die
Dekoktionsmaische und
die lange Kochphase auszumachen. Hopfenbittere gerade hoch genug, um
den
Malzgeschmack etwas zu kompensieren, somit bleibt auch etwas
Süße bis in den
Abgang. Endvergoren, aber nicht appetitverderbend. Sauber, kein
Fruchtester
oder Diacetyl. Kein
Hopfengeschmack. Kein Röstcharakter.
Mundgefühl: Mittlerer bis
annährend voller Körper. Moderate bis etwas niedrige
Kohlensäure. Etwas
Alkoholwärme kann vorhanden sein, aber sollte nicht auffallend
sein. Sanfte Art
ohne Strenge und nicht astringierend.
Gesamteindruck: Ein
dunkles, starkes, malziges untergäriges Bier.
Geschichte: Im Original
aus Einbeck, populäre Braustätte und Exportgröße
während der Hanse. Anfang des
17. Jahrhunderts in München nachgebraut. Die Bezeichnung Bock
entstammt einer
sprachlichen Abwandlung des Städtenamens Einbeck. (...)
Kommentierung:
Dekoktionsmaische und lange Kochphasen sind ein wichtiger Teil der
geschmacklichen Entwicklung dieser Biersorte, so bringt es besonders
die
Karamel- und Melanoidin-Noten des Malzes hervor. Fruchtnoten basieren
auf dem
Einsatz von Münchner und anderen Spezialmalzen und nicht auf den
Einsatz der
Hefe.
Zutaten: Münchner und
Wiener Malz, hin und wieder ein bißchen dunkle Röstmalze, um
die Farbe zu
beeinflußen, niemals andere Zutaten außer Malzen.
Kontinental-europäischer Hopfen
sollte eingesetzt werden. Saubere untergärige Hefe.
Wasserhärte kann variieren,
allerdings ist moderat kalkhaltiges Wasser typisch.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM |
ABV |
| 1,064
– 1,072 |
1,013
– 1,019 |
20
- 27 |
14
- 22 |
6,3 – 7,2% |
Kommerzielle Beispiele: Einbecker Ur-Bock
Dunkel, Aass Bock, Great Lakes Rockefeller Bock
5C.
Doppelbock
(Quelle: http://www.bjcp.org/styles04/Category5.html#style5C)
Aroma: Sehr ausgeprägter Malzcharakter.
Dunklere Typen werden auffallend Melanoidin-Charakter und oft etwas
toastartige
Aromen aufweisen. Ein leichter Karamelgeschmack der langen Kochphase
ist in
Ordnung. Hellere Typen werden eine ausgeprägte Malznote mit etwas
Melanoidin
und toastartigen Noten haben. Fast kein Hopfenaroma, allerdings ist
eine kleine
Edelhopfennote in helleren Typen akzeptabel. Kein Diacetyl. Ein moderat
niedriges Fruchtprofil, was oft an Pflaumen oder Trauben erinnert, ist
oft in
dunkleren Typen präsent (ist aber optional) – dieses entsteht in
der Regel
durch eine Reaktion durch die Malze, die Kochphase, sowie die Lagerung.
Ein
kleine Schokoladennote in den dunkleren Typen ist möglich,
allerdings sollten
ausgeprägte Röstaromen vorhanden sein. Ein moderates
Alkoholaroma kann
vorhanden sein.
Optik: Tiefes Gold bis
dunkelbraun. Dunklere Typen haben oft rubinartige Reflexe. Durch eine
lange
Lagerung sollte das Bier gut geklärt sein. Große, cremige,
langanhaltende
Schaumkrone, die farblich von weiß bis beige variiert,
abhängig von der Farbe
des Bieres). Stärkere Versionen können eine nicht optimale
Schaumhaltbarkeit
aufweisen.
Geschmack: Sehr üppig und
malzig. Dunklere Versionen werden einen auffallenden
Melanoidin-Charakter
haben, oft mit etwas toastartigem Geschmack. Hellere Versionen werden
eine
ausgeprägte Malznote mit nur etwas Melanoidin und toastartigen
Noten haben. Ein
Hauch von Schokoladennote ist optional für die dunkleren Typen,
allerdings
sollte es niemals als geröstet oder verbrannt empfunden werden.
Saubere
untergärige Art ohne Diacetyl. Etwas Fruchtbetonung (Pflaume oder
Traube) sind
optional für dunklere Typen.
Es wird auf jeden Fall
einen Eindruck der alkoholischen Stärke geben, allerdings sollte
diese Empfindung
sanft und wärmend und nicht streng und aufdringlich sein. Die
Präsenz von
höheren Alkoholen (Fuselstoffe) sollte niedrig bis nicht vorhanden
sein. Wenig
bis kein Hopfengeschmack (mehr ist üblich in helleren Typen).
Hopfenbittere
variiert von moderat bis moderat niedrig und erlaubt so immer dem Malz
den
Geschmack zu dominieren. Die meisten Marken sind eher süß,
sollten aber den
Eindruck von guter Vergärung vermitteln. Die Süße wird
durch die relativ
niedrige Hopfung, nicht durch eine unvollständige Vergärung
gefördert. Hellere
Typen haben in der Regel einen trockeneren Abgang.
Mundgefühl: Mittel-voller
bis voller Körper. Moderat bis moderat-niedrige Kohlensäure.
Sehr sanft ohne
Strenge und nicht astringierend.
Gesamteindruck: Ein sehr
starkes und üppiges untergäriges Bier. Eine mächtigere
Version entweder eines
traditionellen oder eines hellen Bocks.
Geschichte: Eine bayrische
Spezialitäten zuerst von Münchner Mönchen gebraut.
Frühere Typen waren nicht so
weit vergoren, wie die heutigen Typen und somit erheblich
süßer und niedrigerem
Alkoholgehalt (somit wurde es als „flüssiges Brot“ empfunden). Der
Ausdruck
Doppel-Bock entstand mit der Zeit durch den Konsumenten. Viele
Doppel-Bock sind
an der Endung „-ator“ zu erkennen, was sicherlich in Anlehnung an das
Original
Salvator üblich geworden ist.
Kommentierung: Viele Typen
sind eher dunkel und zeigen den Karamel- und Melanoidin-Charakter der
Dekoktionsmaische, allerdings gibt es hervorragende hellere Versionen. Die hellen Versionen
werden nicht die üppigen Geschmackattribute der dunkleren haben,
sie sind eher
etwas trockener, hopfiger und bitterer. Während die meisten
traditionellen
Typen dieser Sorte sich in den analytischen Angaben bewegen, wie unten
erwähnt,
bietet diese Biersorte die Flexibilität auch erheblich höher
in Alkoholstärke
oder Bittere zu gehen. (…). Die Fruchtnote entstammt aus dem Einsatz
von
Münchner und anderen Spezialmalzen und ist nicht hefebasierend.
Zutaten: Pilsner- und/oder
Wiener Malz für die helleren Versionen (mit etwas Einsatz von
Münchner Malz),
Münchner und Wiener Malz für die dunkleren Typen und hin und
wieder dunklere
Malze (z.B. Carafa). Edelhopfen. Wasserhärte variiert von weich
bis moderat
kalkhaltig. Saubere untergärige Hefe. Dekoktionsmaische ist
traditionell.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM |
ABV |
| 1,072 –
1,096+ |
1,016 –
1,024+ |
16 - 26+ |
6 - 25 |
7 - 10+% |
Kommerzielle Beispiele: Paulaner Salvator,
Ayinger Celebrator, Spaten Optimator, Tucher Bajuvator, Augustiner
Maximator,
Weihenstephaner Korbinian, Weltenburger Kloster Asam-Bock, EKU 28,
Eggenberg
Urbock 23°, Samichlaus, Bell's Consecrator, Moretti La Rossa
5D.
Eisbock
(Quelle: http://www.bjcp.org/styles04/Category5.html#style5D)
Aroma:
Wird dominiert durch intensive Malzaromen mit einer merklichen
Alkoholpräsenz. Kein Hopfenaroma.
Kein Diacetyl. Kann
deutliche Fruchtnoten aufweisen, besonders die von Pflaume und Traube.
Die
alkoholischen Aromen sollten nicht streng sein.
Optik: Tief kupferfarben
bis dunkelbraun, oft mit rubinartigen Reflexen. Lange Lagerung sollte
für eine
gute Klärung sorgen. Schaumstabilität ist durch den hohen
Alkoholgehalt und
niedrigen Kohlensäuregehalt eingeschränkt. (...)
Geschmack: Reichhaltige,
süße Malznoten, die durch den Alkoholgeschmack ausbalanciert
werden. Durch den
Malz melanoidin- und toastartige Anklänge, etwas karamellartig und
hin und
wieder etwas Schokoladengeschmack. Kein Hopfengeschmack. Hopfenbittere
gerade
auffallend genug, um die Malzsüße so weit auszugleichen,
dass es nicht
appetitverderbend wirkt. Kein Diacetyl. Fruchtnoten, wie oben
beschrieben. Der
Alkohol sollte sanft und nicht streng sein und sollte bei der
Ausbalancierung
von Hopfen und Malzsüße helfen. Im Abgang Malz und Alkohol,
bzw. eine gewisse
Trockenheit vom Alkohol. Diese Sorte sollte nicht klebrig, sirupartig
oder
appetitverderbend süß sein. Sauberer untergäriger
Charakter.
Mundgefühl: Voller bis
sehr voller Körper. Wenig Kohlensäure. Auffallende
Alkoholwärme ohne Strenge. Sehr sanft ohne Ecken und Kanten vom
Alkohol, Bittere und höheren Alkoholen, bzw. anderen
Nebengeschmäckern.
Gesamteindruck: Ein extrem
starkes, volles und malziges untergäriges Bier.
Geschichte: Eine
traditionelle Kulmbacher Spezialität, die durch das Einfrieren
eines
Doppelbocks und das Entfernen des gefrorenen Wassers ein
hochkonzentriertes
Bier ergibt (allerdings werden u.U. auch einige geschmacklichen
Unreinheiten
konzentriert).
Kommentierung: Eisbock
ist nicht einfach nur ein stärkeres Doppelbock, der Name entstammt
der Art der
Konzentration des Bieres durch Einfrieren. Es gibt durchaus einige
Doppelbock,
die stärker als Eisbock sind. Ausgiebige Lagerung ist oft
notwendig, um nach
dem Prozess des Einfrierens, um die Ausgewogenheit zwischen Malz- und
Alkoholnoten zu gewährleisten. Die Fruchtnoten entstammen dem
Einsatz von
Münchner und anderen Spezialmalzen und sind nicht hefebasierend.
Zutaten: Pilsner- und/der
Wiener Malz für die helleren Versionen (mit etwas Einsatz von
Münchner Malz),
Münchner und Wiener Malz für die dunkleren Typen und hin und
wieder dunklere
Malze (z.B. Carafa). Edelhopfen. Wasserhärte variiert von weich
bis moderat
kalkhaltig. Saubere untergärige Hefe. Dekoktionsmaische ist
traditionell. Kommerzieller
Eisbock wird durch das Einfrieren zwischen 7 und 33% konzentriert.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM |
ABV |
| 1,078 –
1,120+ |
1,020 –
1,035+ |
25 - 35+ |
18 - 30+ |
9 - 14+% |
Kommerzielle Beispiele: Kulmbacher Reichelbräu
Eisbock, Eggenberg Urbock Dunkel Eisbock, Niagara Eisbock, Southampton
Eisbock
6.
Helle gemischte Biersorten
(im
Original gemischt = hybrid. Bezieht sich wohl auf den Einsatz von
Malzen
verschiedener Kornarten, beim Cream Ale wahrscheinlich auf die
„Mischung“ von
Hefetypen).
6A.
Cream Ale
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category6.html#style6A)
Aroma: Leichte Malznote. Ein
süßliches, maisähnliches Aroma und geringe Anteil von
Dimethylsulfid sind
üblich. Hopfenaroma wenig bis nicht vorhanden. Jede Art von Hopfen
kann
eingesetzt werden, es sollte aber weder der Hopfen noch das Malz
dominieren.
Eine leichte Esternote kann vorkommen, ist aber nicht notwendig. Kein
Diacetyl.
Optik: Helles Stroh bis moderates
Gold, allerdings tendiert es dazu eher hell zu sein. Wenig bis mittlere
Schaumkrone mit mittlerer bis viel Kohlensäure. Haltbarkeit der
Schaumkrone
kann leiden, wenn Malzersatzstoffe genutzt werden. Auffallend klar,
fast
brillant.
Geschmack: Niedrige bis
mittel-niedrige Hopfenbittere. Niedrige bis moderate Malzigkeit, bzw.
Süße,
variiert in Abhängigkeit von Stammwürze und
Endvergärungsgrad. Normalerweise
endvergoren. Weder Hopfen noch Malz sind bestimmend für den
Geschmack. Ein niedriger
bis moderater Maisgeschmack durch die Maisgabe, sowie die Präsenz
von
Dimethylsulfid ist typisch. Der Abgang kann trocken, bzw. etwas
süßlich durch
den Mais, Malz und Zucker als Zutaten sein. Leichte Fruchtester sind
optional.
Kein Diacetyl.
Mundgefühl: Generell leicht mit
etwas Biss, allerdings ist ein mittlerer Körper möglich.
Sanftes Mundgefühl mit
mittlerer bis hoher Vergärung, ein hoher Endvergärungsgrad
der den Abgang
„durstlöschend“ machen. Viel Kohlensäure. Cream Ales mit
hoher Stammwürze können
durch den Alkoholgehalt einen wärmenden Effekt haben.
Gesamteindruck: Ein sauberes,
endvergorenes, geschmackliches amerikanisches Populärbier.
Geschichte: Ein obergäriges Bier,
was ein untergäriges nachahmt (Anmerkung: Obergäriges Bier
bei untypisch
niedrigen Temperaturen vergoren). Einst waren es Ale-Brauereien, die
dieses
Biersorte herstellten, um mit den großen U.S. amerikanischen
Brauereien und
deren untergärigen Bieren konkurrieren zu können.
Übliche
Alternativbezeichnungen für diese Biersorte war Sparkling Ale oder
Present Use
Ale – letztere Bezeichnung war gedacht, um den Charakter als ein
schnelles zu
konsumierendes Bier darzustellen. Untergärige Hefestämme
wurden hin und wieder
benutzt (und finden auch jetzt noch Einsatz), traditionell wurden diese
aber
nicht mit obergärigen Hefestämmen gemischt. Viele Biere
dieser Art werden
aufgekräust, um den Kohlensäuregehalt zu unterstützen.
Bewusste Kaltlagerung
ist nicht traditionell, allerdings wird es von einigen modernen Brauern
so
angewandt.
Kommentierung: Klassische U.S.
amerikanische (d.h. vor der Prohibition) Cream Ales waren etwas
stärker,
hopfenbetonter (es wurden auch später Hopfengaben angewandt) und
bitterer
(25-30 IBU) als die heutigen. Biere dieser Art sollten nicht aufgrund
dieser
Kategorie getestet werden, sondern in der
Spezialitäten/Experimentellen
Kategorie verkostet werden. Ein ursprüngliches spezifisches
Gewicht von 1,050
bis 1,053 ist üblich, Bitterwerte erreichen sollten 25.
Zutaten: Amerikanische Zutaten
werden üblicherweise angewandt, dabei ist eine Malzschüttung
von nur
sechszeiliger Geste oder eine Mischung aus sechszeiliger und
zweizeiliger
amerikanischer Gerste üblich. Bis zu 20% Maisflocken in der
Maische, sowie bis
zu 20% Glukose oder andere Zuckervarianten in der Kochphase sind
möglich.
Weiches Wasser wird bevorzugt. Jede Art von Hopfen wird angewandt.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM
|
ABV
|
| 1,042 –1,055 |
1,006 – 1,012 |
15 – 20+ |
2,5 - 5 |
4,2 – 5,6% |
Kommerzielle Beispiele: Genesee
Cream Ale,
Little Kings Cream Ale (Hudepohl), Sleeman Cream Ale, Liebotschaner
Cream Ale
(Lion Brewery), Dave's Original Cream Ale (Molson), New Glarus Spotted
Cow
Farmhouse Ale, Wisconsin Brewing Whitetail Cream Ale
6B. Blonde
Ale
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category6.html#style6B)
Aroma: Leichtes bis moderat süßes
Malzaroma. Niedrige bis moderate Fruchtnote ist optional, allerdings
akzeptabel. Kann ein niedriges bis mittleres Hopfenaroma haben –
jedwede
Hopfensorte ist einsetzbar. Kein Diacetyl.
Optik: Hellgelb bis tiefes Gold.
Klar bis brillant. Mittlere weiße Schaumkrone mit moderater bis
guter
Haltbarkeit.
Geschmack: Anfangs eine sanfte
malzige Süße, optional sind leichte malzbasierende
Charakteristika, wie Brot,
Toast, Bisquit, Weizen. Ein karamellartiger Geschmack ist normalerweise
nicht
vorhanden. Wenig bis mittlere Fruchtester können vorhanden sein.
Leichter bis
moderater Hopfengeschmack (jede Hopfensorte ist in Ordnung), sollte
aber nicht
zu auffallend sein. Niedrige bis mittlere Bittere, allerdings sollte
der
Geschmack etwas in Richtung Malzbetonung tendieren. Im Abgang verhalten
trocken
bis eher süßlich. Kein Diacetyl.
Mundgefühl: Mittel-leichter bis
mittel-voller Körper. Mittlerer bis hoher Kohlensäuregehalt.
Sanft, ohne raue
Bittere und Adstringenz.
Gesamteindruck: Typisches
süffiges, malztendierendes U.S. amerikanisches Kleinbrauerei-Bier.
Geschichte: Wird derzeit von
vielen U.S. amerikanischen Kleinbrauereien, wie Gasthausbrauereien
hergestellt.
Regionale Variationen existieren, so stellen viele Gasthausbrauereien
der
Westküste etwas charakterbetontere Variationen her, eher in
Richtung Pale Ale
tendierend. In den meisten Gegenden ist dieses Bier die
Einstiegsvariante einer
Kleinbrauerei.
Kommentierung: Zusätzlich zu den
sonst üblichen U.S. amerikanischen Blond Ales, kann in dieser
Kategorie auch
moderne englische Summer Ales, amerikanische Kölsch-inspirierte
Biere, sowie
weniger charaktervolle amerikanische und englische Pale Ales
untergebracht
werden.
Zutaten: Generell bestehen diese
Biere aus 100% Gerstenmalz, können aber auch bis zu 25%
Weizenmalz, so wie
Zucker beinhalten. Jede Hopfenart kann genutzt werden, sowie saubere
amerikanische, leicht fruchtige englische oder Kölsch-Hefe. Kann
auch mit
untergäriger Hefe hergestellt werden, bzw. Kaltlagerung erfahren.
Einige
Versionen können auch Honig, Gewürze und/oder Frucht
beinhalten, sollten diese
Zutaten allerdings geschmacklich auffällig sein, dann sollte das
Bier in einer
Spezialkategorie für gewürzte Biere oder solche mit
Früchten bewertet werden.
Biere, die mit Malzextrakt hergestellt werden, sollten nur das
leichteste
Malzextrakt nutzen, bzw. Karamellisierung in der Kochphase sollte
vermieden
werden.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM
|
ABV
|
| 1,038 – 1,054 |
1,008 – 1,013 |
15 - 28 |
3 - 6 |
3,8 – 5,5% |
Kommerzielle Beispiele: Redhook Blonde,
Catamount Gold, Widmer Blonde Ale, Coast Range California Blonde Ale,
Fuller's
Summer Ale, Hollywood Blonde, Pete's Wicked Summer Brew, Deschutes
Cascade
Golden
6C.
Kölsch
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category6.html#style6C)
Aroma:
Sehr niedriges bis kein Malzaroma. Eine angenehme, sehr
unauffällige
Fruchtnote, die vergärungsbedingt ist (Apfel, Kirsch oder
Pfirsich) und
durchaus erwünscht ist, allerdings nicht immer vorherrscht. Ein
niedriges
Edelhopfenaroma ist optional, allerdings nicht unerwünscht (nur
eine kleine
Anzahl von authentischen Typen dieser Sorte bietet dies). Einige Hefen
geben
dem Bier eine leicht weinige oder schwefelige Art (auch dieses
Charakteristikum
ist optional und auch kein Fehler).
Optik: Sehr helles Gold
bis leichtes Gold. Authentische Versionen werden bis auf brillante
Klarheit
gefiltert. Die Schaumkrone ist eher zart und möglicherweise nicht
sehr haltbar.
Geschmack: Sanfter, runder
Gaumen – eine zarte geschmackliche Ausgewogenheit zwischen weichen und
gut
vergorenen Malzanklängen, eine fast nicht wahrnehmbare fruchtige
Süße der
Vergärung und eine mittel-niedrige bis mittlere Bittere mit einer
angenehmen
Trockenheit und einem geschmacklich wahrnehmbaren Abgang (allerdings
keinem
strengen Nachgeschmack). Ein oder zwei Beispiele (besonders das Dom
Kölsch)
haben eine auffällige Malzsüße im Antrunk. Einige
Versionen können einen leicht
schwefeligen hefebedingten Charakter haben, der die Trockenheit und die
geschmacklich Ausgewogenheit recht gut ergänzt. Einige Typen haben
einen leichten
Anklang von Weizengeschmack, allerdings ist dies sehr selten. Sonst
sehr
sauber, kein Diacetyl oder höhere Alkohole.
Mundgefühl: Sanft und mit
Biss. Leichter Körper, allerdings können einige Typen
mittel-leicht sein.
Mittlere Kohlensäure. Endvergoren.
Gesamteindruck: Ein
sauberes, zartes und ausgewogenes Bier mit Biss. Normalerweise mit sehr
sanften
Fruchtaromen. Unterschwellige Malzbetonung durchweg mit einem angenehm
erfrischend (säuerlichen) Biss im Abgang. Für einen nicht
trainierten Verkoster
könnte dieses Bier schnell als leichtes untergäriges Bier
durchgehen, z.B. ein
unauffälliges Pilsner (...).
Geschichte. Kölsch hat
einen quasi Appellationsstatus geschützt durch die Kölsch
Konvention ist auf
ca. 20 Kölsch-brauende Stätten in und um Köln
eingegrenzt. Die Konvention
definiert ein Kölsch als ein „leichtes, hochvergorenes,
hopfenakzentuiertes,
klares, obergäriges Vollbier“.
Kommentierung: Es wird
traditionell in einem schlanken, hohen 200ml namens „Stange“
ausgeschenkt. Jede
Kölsch-Brauerei braut ein durchaus unterschiedliches Kölsch,
jede interpretiert
die Konvention auch etwas anders, was bei einer Bewertung dann auch zu
einer
Variation der Bewertungen führt. Es wird darauf hingewiesen, dass
trockener
Typen hopfiger, bzw. bitterer erscheinen, als die IBU-Bitterwerte dies
vielleicht nahe legen. Abhängig von seiner zarten Art, hat ein
Kölsch
tendentiell keine lange geschmackliche Stabilität, ältere
Biere tendieren zur
Oxidation. Einige Kölner-Brauereien (z.B. Dom und Hellers)
produzieren inzwischen
unfiltrierte Typen, welche als Wiess bezeichnet werden (...)
Zutaten: Deutsche
Edelhopfen (Hallertauer, Tettnanger, Spalter oder Hersbrucker),
deutsches
Pilsner oder helles Malz. Gut vergärende, saubere obergärige
Hefe. Es kann bis
zu 20% Weizenmalz eingesetzt werden, allerdings ist dies bei
authentischen
Typen recht selten. Extrem weiches Wasser. Traditionell wird eine
aufsteigende
Infusionsmaische angewandt, allerdings sollen auch gute Ergebnisse mit
einer
einzigen Rast bei 65 Grad C erreicht werden. Vergärung bei
niedrigen (für
obergärige Hefe) Temperaturen (ca. 15 bis 17 Grad C, allerdings
vergären die
meisten Kölner Brauereien bei ca. 21 Grad). Mindestens ein Monat
Lagerung.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM |
ABV |
| 1,044
– 1,050 |
1,007
– 1,011 |
20
- 30 |
3,5
- 5 |
4,4
– 5,2% |
Kommerzielle Beispiele: Eher nur
local erhältlich PJ Früh, Hellers, Malzmühle, Paeffgen,
Sion, Peters, Dom;
Sonst: Reissdorf, Gaffel; US versions: Goose Island Summertime, Crooked
River
Kölsch, Harpoon Summer Beer, Capitol City Capitol Kölsch
6D.
American Wheat oder Rye Beer
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category6.html#style6D)
Aroma: Niedrig bis moderater
getreideartiger Weizen- oder Roggencharakter. Etwas malzige
Süße ist
akzeptabel. Ester von moderat bis nicht vorhanden, sollte aber einer
amerikanische Hefekultur entstammen. Nelken-, bzw. Bananenaroma,
typisch für
deutsche Weizenbier, allerdings hier nicht erwünscht. Hopfenaroma
kann von
niedrig bis moderat reichen und kann entweder amerikanisch citrusartig
oder
einen würzig-blumig Charakter von Edelhopfen haben. Etwas
Säure ist optional.
Kein Diacetyl.
Optik: Normalerweise blasses Gelb
bis Gold. Klarheit kann von brillant bis hefetrübe reichen, so in
der Art wie
deutsche Hefeweizenbiere. Eine üppige langanhaltende weiße
Schaumkrone.
Geschmack: Leichter bis moderat
starker getreideartiger Weizen- oder Roggengeschmack, der bis in den
Abgang
auffällig sein kann. Kann eine moderate malzige Süße
und einem trockenem Abgang
haben. Niedrige bis moderate Hopfenbittere, die bis in den Abgang
andauern
kann. Niedriger bis moderater Hopfengeschmack (amerikanisch citrusartig
oder
würzig-blumig von Edelhopfen). Ester moderat bis nicht vorhanden,
sollte aber
nicht den deutschen Estern entsprechen. Keine Nelkenphenole, obwohl
eine kleine
Würze des Weizens oder des Roggens akzeptabel ist. Kann etwas
säuerlich im
Abgang sein. Kein Diacetyl.
Mundgefühl: Mittel-leicht bis
mittlerer Körper. Mittel-hohe bis hohe Kohlensäure. Bei
Bieren mit hoher
Stammwürze kann eine leichte alkoholische Wärme spürbar
sein.
Gesamteindruck: Erfrischende
Weizen- oder Roggenbiere, die mehr Hopfencharakter und weniger
Hefecharakter
als deren deutschen Verwandten aufzeigen.
Kommentierung: Es gibt sehr verschiedene
Variationen, die von einem süffigen, leicht trinkbarem, eher
süßlichem Bier bis
zum einem trockenem, aggressiv gehopftem mit starkem Weizen- oder
Roggengeschmack reichen kann. Dunkle Typen, die nahe an ein
Dunkelweizen heran
kommen sind akzeptabel (diese können einen etwas dunkleren,
üppigeren
Malzgeschmack zusätzlich zu der farblichen Komponente haben). BEI
VERKOSTUNGSVERANSTALTUNGEN SOLLTE DER BRAUER SPEZIFIZIEREN, FALLS
ROGGEN
EINGESETZT WIRD. FALLS KEINE DOMINANTE GETREIDEART ANGEGEBEN WIRD; DANN
WIRD
WEIZEN ANGENOMMEN.
Zutaten: Saubere amerikanische
obergärige Hefe, kann aber auch untergärig hergestellt
werden. Ein hoher Anteil
an Weizenmalz (oft 50% oder mehr, obwohl es hier keine Regelung so wie
in
Deutschland gibt). Amerikanischer Hopfen oder Edelhopfen.
Amerikanisches
Roggenbier kann nach den selben hier erwähnten Kriterien bewertet
werden, wenn
Roggen für Teile des Weizens eingesetzt wird oder wenn das Bier
gänzlich
mittels Roggen hergestellt wird. Andere Typen (z.B. India Pale Ale,
Stout
etc.), die mit einem Anteil Roggen hergestellt werden, sollten in
jeweiligen
Kategorien bewertet werden.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM
|
ABV
|
| 1,040 – 1,055 |
1,008 – 1,013 |
15 - 30 |
3 - 6 |
4,0 – 5,5% |
Kommerzielle Beispiele: Bell's Oberon,
Anchor
Summer Beer, Pyramid Hefe-Weizen, Harpoon UFO Hefeweizen, Widmer
Hefeweizen,
Sierra Nevada Unfiltered Wheat Beer, Anderson Valley High Rollers Wheat
Beer,
Redhook Sunrye, O'Hanlon's Original Rye Beer
7.
Bernsteinfarbene
gemischte Biere
(für
Erklärung „gemischt“, s. Punkt 6)
7A.
Norddeutsches
Altbier
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category7.html#style7A)
Aroma:
Unterschwellig malzig, manchmal ein kornartiges Aroma. Niedrig bis kein
Edelhopfenaroma.
Sauberes, eher untergärig geprägtes Charakterprofil mit sehr
zurückhaltendem
Esteranteil. Kein Diacetyl.
Optik: Hell Kupfer bis
leicht braun. Sehr
sauber durch eine lange kalte Lagerung. Etwas beige bis weiße
Schaumkrone mit gutem Halt.
Geschmack: Eher bitter,
allerdings recht ausgewogen durch einen sanften manchmal
süßlichen
Malzcharakter – geschmacklich reichhaltig, bisquit-artig und/oder
leicht
karamellartig. Trockener Abgang mit einer nachhängenden Bittere.
Sauberer
untergärig geprägter Charakter mit einer leicht schwefeligen
Note und sehr
niedrigem bis keinem Ester. Sehr niedrigem bis mittlerem
Edelhopfenaroma. Kein
Diacetyl.
Mundgefühl:
Mittel-leichter bis mittleren Körper. Moderate bis moderat hohe
Kohlensäure.
Sanftes Mundgefühl.
Gesamteindruck: Ein sehr
sauberes und relativ bitteres Bier, tendentiell ausbalanciert durch die
Malzigkeit. Generell dunkler, manchmal etwas karamellartiger und
normalerweise
süßer und weniger bitter als ein Düsseldorfer Altbier.
Kommentierung: Die meisten
Altbiere, die außerhalb Düsseldorfs hergestellt werden
entsprechen einem
norddeutschen Typus. Die meisten sind einfach nur moderat bittere
braune Bier
untergäriger Art. Ironischerweise weist die Bezeichnung Alt
tatsächlich auf die
„alte“ Weise Bier zu brauen hin (so wie Ale), somit wäre der
Begriff „Altbier“
hier eigentlich nicht angebracht. Diejenigen die wie obergärige
Biere
hergestellt werden, werden bei niedrigen obergärigen Temperaturen
vergoren und
bei ebenfalls niedrigen Temperaturen gelagert (so wie Düsseldorfer
Alt auch).
Zutaten: Typischerweise
mit Pilsner Malze hergestellt. Die dunklere Farbe kommt durch
Röst- oder
dunklem Kristallmalz. Kann kleine Mengen von Münchner oder Wiener
Malz
beinhalten. Edelhopfen. Normalerweise mit gut vergärender
untergäriger Hefe
vergoren.
Messwerte:
| USG
|
EVG
|
IBU
|
SRM |
ABV |
| 1,046
– 1,054 |
1,010
– 1,015 |
25
- 40 |
13
- 19 |
4,5
– 5,2% |
Kommerzielle Beispiele: DAB Traditional, Hannen
Alt, Grolsch Amber, Alaskan Amber, St. Stan's Amber, Schmaltz' Alt
7B.
California Common Beer
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category7.html#style7B)
Aroma: Dies ist die Vorzeigebiersorte
für Northern Brewer Hopfen (mit einer etwas holzigen, rustikalen
oder minzigen
Note) von moderat bis hohem Anteil. Eine leichte Fruchtigkeit ist
akzeptabel.
Niedrige bis moderate Karamell- und/oder toastartige Malzaromen, die
den Hopfen
gut unterstützen. Kein Diacetyl.
Optik: Mittel-bernstein bis
leichtes Kupfer. Generell klar. Moderat beige Schaumkrone mit guter
Haltbarkeit.
Geschmack: Moderat malzig mit
einer ausgesprochenen Hopfenbittere. Der Malzcharakter ist
normalerweise
toastartig (nicht geröstet) und karamellastig. Niedriger bis
moderat hoher
Hopfengeschmack, wobei der Charakter des Northern Brewer (holzig,
rustikal,
minzig) gut hervorkommt. Der Abgang ist eher trocken und mit etwas
Biss, einer
merklichen Hopfenbittere und einem auffälligen getreideartigen
Malzgeschmack.
Leichte Fruchtester sind akzeptabel, sonst eher sauber. Kein Diacetyl.
Mundgefühl: Mittlerer Körper.
Mittel bis mittel-hohe Kohlensäure.
Gesamteindruck: Ein leicht
fruchtiges Bier mit einer auffallenden Malzigkeit, interessanten
toastartigen,
wie karamelligen Geschmacksrichtungen. Die Biersorte benutzt nur die
Hopfensorte Northern Brewer.
Geschichte: Dies ist ein
Originalbier der U.S. amerikanischen Westküste. Große,
flache offene Gärbecken
(sog. Kühlschiffe) wurden traditionell eingesetzt. Mangels
künstlicher Kühlung
war die frische Witterung um San Francisco recht gut geeignet, um
dieses Bier
herzustellen. Normalerweise mit einer untergärigen Hefe
hergestellt, die aber
bei niedrigen obergärigen Temperaturen gut arbeitet.
Kommentierung: Dieser Stil
definiert sich um den Prototyp dieser Sorte, die Biermarke Anchor
Steam.
Oberflächlich gesehen ist dieser Biertyp einem amerikanischem Pale
oder Amber
Ale ähnlich, allerdings ist der Hopfencharakter eher
holzig/minzig, statt
citrusartig, der Malzgeschmack ist toastartig und karamellig, die
Hopfung ist
kräftig und charaktervoll und es wird eine warm vergärende
untergärige Hefe
benutzt.
Zutaten: Pale Ale Malz,
amerikanischer Hopfen (Northern Brewer, nicht die sonst üblichen
citrusartigen
Varianten), kleine Mengen an toastigen Malz und/oder Kristallmalz.
Untergärige
Hefe, allerdings arbeiten einige Stämme (meistens die mit einer
Referenz
„California“ im Namen) besser als andere bei höheren Temperaturen
(zwischen 13
und 16 Grad C). Einige deutsche Hefestämme produzieren leider
einen unpassenden
schwefeligen Charakter. Das eingesetzte Wasser sollte einen niedrigen
Sulfat-Gehalt haben, bzw. einen niedrigen bis moderaten Kalkgehalt
haben.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM
|
ABV
|
| 1,048 – 1,054 |
1,011 – 1,014 |
30 - 45 |
10 - 14 |
4,5 – 5,5% |
Kommerzielle Beispiele: Anchor
Steam,
Southampton West Coast Steam Beer, Old Dominion Victory Amber, Flying
Dog Old
Scratch Amber Lager
7C.
Düsseldorfer Altbier
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category7.html#style7C)
Aroma: Sauber, allerdings solide und
komplexe Malzaromen, Edelhopfen und eher zurückhaltendes
Fruchtester. Der
Malzcharakter zeigt die Basis an deutschen Malzvarianten. Das
Hopfenaroma kann
von moderat bis sehr niedrig variieren und kann durch eine pfefferige,
blumige
oder duftigen Charakter haben, der vom Edelhopfen stammt. Kein
Diacetyl.
Optik: Orange-Bronze bis zu einem tiefen
Kupfer, allerdings noch bewusst kein braun. Brilliante Klarheit
(wahrscheinlich
filtriert). Dicke, cremige, langanhaltende beige Schaumkrone.
Geschmack: Hervorstehende Hopfenbittere, gut
ausgewogen durch eine kräftige, allerdings saubere Malzbasis. Die
Malzpräsenz
ist wegen der guten Vergärung etwas abgeschwächt, allerdings
weiterhin üppig
und komplex. Einige Fruchtester können die lange Lagerphase
überleben. Ein
langanhaltender, trockener, bittersüßer oder nussiger Abgang
sind Indizien für
beides Hopfenbittere und Malzkomplexität. Edelhopfengeschmack ist
moderat bis
niedrig. Kein Röstmalzgeschmack oder beigleitende Schärfe.
Kein Diacetyl.
Einige Hefestämme können eine leicht schwefelige Note
hervorbringen. Ein leicht
mineralischer Charakter im Abgang ist manchmal präsent, allerdings
keine
Voraussetzung.
Mundgefühl: Mittlerer
Körper, aber doch reichhaltiger Geschmack. Sanft. Mittlere bis mittel hohe
Kohlensäure. Niedrig bis nicht astringierend.
Gesamteindruck: Ein
ausgewogenes, bitteres und doch malziges, sauberes, sanftes, gut
vergorenes
kupferfarbenes deutschen obergäriges Bier.
Geschichte: Der
traditionelle Bierstil aus Düsseldorf. „Alt“ steht
tatsächlich für die alte Art
Bier herzustellen, d.h. im Sinne von obergärig zu brauen, im
Gegensatz zu untergärigen
Sorten, die erst ab Mitte des 19. Jahrhundert auf breiter Basis
hergestellt
wurden. Ist eine Biersorte von vor der Entdeckung der untergärigen
Hefe, bietet
allerdings einige Charakteristika, die auch für ein
untergäriges Bier typisch
wären. (...).
Kommentierung: Ein
bitteres Bier, welches durch eine ausgesprochene Malzbetonung
ausbalanciert
wird. Vergärung findet bei für obergärige Biere
niedrigen Temperaturen statt
(15,5 bis 18,3 Grad C) und wird auch bei niedrigen Temperaturen
gelagert, um ein
sauberes and sanfteres Bier zu brauen, wie sonst für
obergärige Biere typisch
wäre. Ein bekannte Abwandlung nennt sich „Sticke“, welches etwas
stärker,
dunkler, üppiger und komplexer als ein typisches Alt ist.
Bitterwerte können
hier bis zu 60 IBU hochgehen. Diese Version ist in der mit
Hopfenstopfen
hergestellt und wird länger gelagert. Eine andere Variante ist das
Münster Alt,
welches nicht so stark, etwas saurer, farblich heller (eher golden)
ist. Diese
Sorte kann eine gute Portion Weizenmalz beinhalten. Sticke, wie auch
Münster
Alt sollte bei einer Bewertung nicht wie ein Altbier bewertet werden.
Zutaten: Malzkombination
kann variieren, besteht aber in der Regel aus deutschen hellen Malzen
mit
kleinen Mengen an Kristall-, Schokoladen- und/oder schwarzen Malzen, um
die
Farbe zu beeinflussen. Kann hin und wieder auch Weizenmalz beinhalten.
Spalter
Hopfen wird traditionell eingesetzt, allerdings können auch andere
Edelhopfensorten verwandt werden. Moderat kalkhaltiges Wasser. Saubere,
hochvergärende obergärige Hefe. Eine aufwärts steigende
Infusionsmaische oder
Dekoktionsmaische ist traditionell.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM |
ABV |
| 1,046 – 1,054 |
1,010 – 1,015 |
35 - 50 |
13 - 17 |
4,5 – 5,2% |
Kommerzielle Beispiele:
Düsseldorfer Altstadt:
Zum Uerige, Im Füchschen, Schumacher, Zum Schlüssel; andere:
Diebels Alt (Issum, außerhalb von Düsseldorf),
Schlösser Alt, Frankenheim Alt,
Widmer Ur-Alt
8A.
Standard/Ordinary Bitter
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category8.html#style8A)
Aroma: Die besten Beispiele dieser
Biersorte zeigen ein malziges Aroma, oft (aber nicht immer) mit einer
Karamellnote. Milde bis moderate Fruchtigkeit ist üblich. Das
Hopfenaroma
reicht von moderat bis nicht vorhanden (normalerweise werden englische
Hopfensorten benutzt, U.S. amerikanische wären allerdings auch in
Ordnung).
Generell kein Diacetyl, allerdings sind sehr niedrige Anteile in
Ordnung.
Optik: Hell-gelb bis helles
Kupfer. Gute bis brillante Klarheit. Wenig bis moderat ausgeprägte
weiße bis
beige Schaumkrone. Schaumkrone ist wegen des niedrigen
Kohlensäuregehalts wenig
ausgeprägt.
Geschmack: Mittlere bis hohe
Bittere. Die meisten zeigen ein moderat niedrigen bis moderat hohen
Anteil an
Fruchtestern. Moderater bis niedriger Hopfengeschmack (erdig, harzig
und/oder
blumig. Typischerweise englische Sorten, wobei U.S. amerikanische
akzeptabel
sind). Niedriger bis mittlerer Malzgeschmack mit einem trockenem
Abgang.
Karamellgeschmack ist üblich, aber keine Voraussetzung. Im Sinne
der
Ausgewogenheit tendiert der Geschmack ins Bittere, allerdings sollte
die
Bittere weder über den Malzgeschmack, noch die Ester oder den
Hopfen
dominieren. Generell kein Diacetyl, allerdings sind sehr niedrige
Anteile in
Ordnung.
Mundgefühl: Leichter bis
mittel-leichter Körper. Kohlensäure niedrig, allerdings
können flaschen- oder
dosengefüllte Beispiele moderat karbonisiert sein.
Gesamteindruck: Niedrige
Stammwürze, niedriger Alkoholgrad und wenig Kohlensäure macht
diese Biersorte
recht süffig, bzw. leicht zu trinken. Einige Biere dieser Art
können in Richtung
Malzbetonung tendieren, dies sollte aber nicht den wichtigen Eindruck
der
Bittere untergraben. Trinkbarkeit ist ein wichtiger Teil dieser
Biersorte, der
Schwerpunkt liegt dabei auf eine frühe Bitterhopfengabe,
gegesätzlich zum
üblichen Ansatz U.S. amerikanischer obergäriger Biere Hopfen
eher zum Ende der
Kochphase beizugeben.
Geschichte: Im Original ein
fassgezapftes Bier (bayrischer Anstich oder handgepumpt), sehr frisch
und ohne
Karbonisierung und bei Kellertemperatur serviert (somit entsprechend
eines
„real ale“). Die Sorte Bitter war einst eine fassgezapfte Alternative
zu der
Landsorte Pale Ale. Bitter wurde Anfang des 20. Jahrhunderts sehr
populär. Dies
war der Punkt, wo sich unter den Brauern die Methode des Weichmachens
des
Brauwassers mittels Salzen herumsprach (hier wird der Begriff „to
Burtonize“
benutzt). Somit konnten helle Biere mit mehr Fülle und einem
runden Geschmack
hergestellt werden.
Kommentierung: Dies ist die
leichte Version der Gruppe der Bitter-Biere. Es wird auch schlicht und
einfach
nur Bitter genannt. Einige moderne Varianten werden zu 100% als hellem
Malz
gebraut, diese werden in der Regel als goldenes oder Sommer-Bitter
bezeichnet.
Die meisten flaschen- oder fassgefüllten Marken von Bitter-Bieren,
die in
England hergestellt werden sind Versionen mit einem höheren
Alkoholgehalt als
deren Originale, d.h. des Bitters, welches in England ausgeschenkt
wird. Die
Bitterwerte (IBU) werden oft dem höheren Alkoholgrad nicht
angepasst, somit
sind die Biere, die man in den U.S.A. zu trinken bekommt nicht
vergleichbar mit
denen aus England. Diese Beschreibung der Sorte Bitter bezieht sich auf
die
„real ale“ Version und somit nicht auf die kommerziellen Biere, die
exportiert
werden.
Zutaten: Helle, bernsteinfarbene
und/oder Kristallmalze – es kann ein kleiner Teil schwarzer Malz
eingesetzt
werden, um das Bier einzudunkeln. Zucker, Mais oder Weizen wird hin und
wieder
mitverwandt. Englischer Hopfen ist typisch, allerdings werden U.S.
amerikanische oder kontinental-europäische Sorten immer
populärer (besonders
bei den helleren Varianten). Charaktervolle englische Hefe. Oft
hergestellt mit
Wasser mit mittlerem Sulfat-Gehalt.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM
|
ABV
|
| 1,032 – 1,040 |
1,007 – 1,011 |
25 - 35 |
4 - 14 |
3,2 – 3,8% |
Kommerzielle Beispiele: Boddington's
Pub
Draught, Fuller's Chiswick Bitter, Oakham Jeffrey Hudson Bitter (JHB),
Young's
Bitter, Brakspear Bitter, Adnams Bitter
8B.
Special/Best/Premium Bitter
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category8.html#style8AB)
Aroma: Die besten Beispiele
dieser Sorte haben etwas Malzaroma, oft (aber nicht immer mit einer
Karamellnote). Milde bis moderate Fruchtigkeit. Das Hopfenaroma reicht
von
moderat bis nicht vorhanden (normalerweise werden englische
Hopfensorten
benutzt, U.S. amerikanische wären allerdings auch in Ordnung).
Generell kein
Diacetyl, allerdings sind sehr niedrige Anteile in Ordnung.
Optik: Hell-gelb bis helles
Kupfer. Gute bis brillante Klarheit. Wenig bis moderat ausgeprägte
weiße bis
beige Schaumkrone. Die Schaumkrone ist wegen des niedrigen
Kohlensäuregehalts
wenig haltbar.
Geschmack: Mittlere bis hohe
Bittere. Die meisten zeigen ein moderat niedrigen bis moderat hohen
Anteil an
Fruchtestern. Moderater bis niedriger Hopfengeschmack (erdig, harzig
und/oder
blumig. Typischerweise englische Sorten, wobei U.S. amerikanische
akzeptabel sind).
Niedriger bis mittlerer Malzgeschmack mit einem trockenem Abgang.
Karamellgeschmack ist üblich, aber keine Voraussetzung. Im Sinne
der
Ausgewogenheit tendiert der Geschmack ins Bittere, allerdings sollte
die
Bittere weder über den Malzgeschmack, noch die Ester oder den
Hopfen
dominieren. Generell kein Diacetyl, allerdings sind sehr niedrige
Anteile in
Ordnung.
Mundgefühl: Leichter bis
mittel-leichter Körper. Kohlensäure niedrig, allerdings
können flaschen- oder
dosengefüllte Beispiele moderat karbonisiert sein.
Gesamteindruck: Ein
geschmackvolles und erfrischendes Spezialbier. Einige Biere dieser Art
können
in Richtung Malzbetonung tendieren, dies sollte aber nicht den
wichtigen
Eindruck der Bittere untergraben. Trinkbarkeit ist ein wichtiger Teil
dieser
Biersorte, der Schwerpunkt liegt dabei auf eine frühe
Bitterhopfengabe,
gegensätzlich zum üblichen Ansatz U.S. amerikanischer
obergäriger Biere Hopfen
eher zum Ende der Kochphase beizugeben.
Geschichte: Im Original ein
fassgezapftes Bier (bayrischer Anstich oder handgepumpt), sehr frisch
und ohne
Karbonisierung und bei Kellertemperatur serviert (somit entsprechend
eines
„real ale“). Die Sorte Bitter war einst eine fassgezapfte Alternative
zu der
Landsorte Pale Ale. Bitter wurde Anfang des 20. Jahrhunderts sehr
populär. Dies
war der Punkt, wo sich unter den Brauern die Methode des Weichmachens
des
Brauwassers mittels Salzen herumsprach (hier wird der Begriff „to
Burtonize“
benutzt). Somit konnten helle Biere mit mehr Fülle und einem
runden Geschmack hergestellt
werden.
Kommentierung: Ein auffälligerer
Malzgeschmack als das normale Bitter. Dies ist eine stärkere
Spezialversion der
Biersorte Bitter. Einige moderne Varianten werden zu 100% als hellem
Malz
gebraut, diese werden in der Regel als goldenes oder Sommer-Bitter
bezeichnet.
Die meisten flaschen- oder fassgefüllten Marken von Bitter-Bieren,
die in
England hergestellt werden sind Versionen mit einem höheren
Alkoholgehalt als
deren Originale, d.h. des Bitters, welches in England ausgeschenkt
wird. Die
Bitterwerte (IBU) werden oft dem höheren Alkoholgrad nicht
angepasst, somit
sind die Biere, die man in den U.S.A. zu trinken bekommt nicht
vergleichbar mit
denen aus England. Diese Beschreibung der Sorte Bitter bezieht sich auf
die
„real ale“ Version und somit nicht auf die kommerziellen Biere, die
exportiert
werden.
Zutaten: Helle, bernsteinfarbene
und/oder Kristallmalze – es kann ein kleiner Teil schwarzer Malz
eingesetzt
werden, um das Bier einzudunkeln. Zucker, Mais oder Weizen wird hin und
wieder mitverwandt.
Englischer Hopfen ist typisch, allerdings werden U.S. amerikanische
oder
kontinental-europäische Sorten immer populärer (besonders bei
den helleren
Varianten). Charaktervolle englische Hefe. Oft hergestellt mit Wasser
mit
mittlerem Sulfat-Gehalt.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM
|
ABV
|
| 1,040 – 1,048 |
1,008 – 1,012 |
25 - 40 |
5 - 16 |
3,8 – 4,6% |
Kommerzielle Beispiele: Fuller's
London Pride,
Coniston Bluebird Bitter, Timothy Taylor Landlord, Robinson's Northern
Glory,
Shepherd Neame Masterbrew Bitter, Greene King Ruddles County Bitter,
RCH
Pitchfork Rebellious Bitter, Brains SA, Harviestoun Bitter and Twisted,
Goose
Island Honkers Ale, Rogue Younger's Special Bitter
8C. Extra
Special/Strong Bitter
(English Pale Ale)
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category8.html#style8C)
Aroma: Hopfenaroma reicht von
moderat-hoch bis moderat-niedrig. Jede Art von Hopfen ist einsetzbar,
die
englischen sind allerdings traditionell. Mittleres bis mittel-hohes
Malzaroma,
oft mit einer niedrigen bis moderat-starken Karamellnote (allerdings
ist dieser
Charakter in helleren Versionen nicht so ausgeprägt).
Mittel-niedrige bis
mittel-hohe Fruchtester. Generell kein Diacetyl, allerdings können
sehr
niedrige Anteile vorhanden sein. Kann einen leichten Schwefelanklang
haben
und/oder etwas Alkoholwärme ausstrahlen (optional).
Optik: Gold bis tiefes Kupfer.
Gute bis brillante Klarheit. Weiße bis beige Schaumkrone – bei
einem niedrigen
Kohlensäuregehalt ist die Haltbarkeit der Schaumkrone
eingeschränkt.
Geschmack: Mittel-hohe bis
mittlere Bittere mit etwas unterstützendem Malzgeschmack. Hat
normalerweise
eine moderat niedrige bis etwas starke karamellige Malzsüße.
Moderater bis
niedriger Hopfengeschmack (erdig, harzig und/oder blumig.
Typischerweise
englische Sorten, wobei U.S. amerikanische akzeptabel sind).
Hopfenbittere und -geschmack
sollten auffällig sein, sollten aber den Malzgeschmack nicht
komplett
dominieren. Kann einige niedrige Nebengeschmäcker des Malzes
aufweisen (z.B.
nussig, bisquitartig), die zu der Komplexität beitragen.
Moderat-niedrige bis
hohe Fruchtester. Optional sind etwas alkoholische Wärme und kann
bis zu einem
moderaten mineralischem, schwefeligen Geschmack reichen.
Mittel-trockener bis
trockener Abgang (besonders, wenn Wasser mit einem hohen Sulfat-Gehalt
genutzt
wird). Generell kein Diacetyl, allerdings sind kleine Anteile in
Ordnung.
Mundgefühl: Mittel-leichter bis
mittel-voller Körper. Niedriger bis moderater
Kohlensäuregehalt, allerdings
können flaschengefüllte Versionen einen höheren Anteil
aufweisen. Stärkere
Versionen können etwas Alkoholwärme aufweisen, allerdings
sollte dieser
Charakter nicht zu ausgeprägt sein.
Gesamteindruck: Ein
durchschnittlich starkes bis moderat starkes englisches
obergäriges Bier. Die
geschmackliche Ausgewogenheit kann ausgeglichen bis zu betont bitter
reichen.
Trinkbarkeit bleibt immer noch das wichtigste an diesem Bier, somit ist
eine
frühe Bitterhopfengabe wichtig, späte Hopfengaben, wie bei
einigen U.S.
amerikanischen Versionen, ist nicht wirklich erwünscht. Dies ist
eine eher
breit angelegte Sorte, die dem Brauer viel Platz für
Interpretation lässt.
Geschichte: Stärkere Bitter-Biere
können als Versionen eines Best Bitters mit einer höheren
Stammwürze gesehen
werden (man sollte darin aber kein „höheres Premium“ als eine Best
Bitter
sehen, denn ein Best Bitter stellt schon eigentlich die höchste
Stufe einer
Brauerei dar). Da Bier in England prinzipiell nach Stärke verkauft
wird, haben
Biere dieser Biersorte immer einen merklichen alkoholischen Geschmack
(möglicherweise um dem Kunden zu zeigen, dass sie ein wertiges
Produkt
bekommen). In England heutzutage ist die Bezeichnung „ESB“ eine
Markenkennzeichnung der Brauerei Fullers. In den U.S.A. hingegen wird
diese
Bezeichnung für ein Bier benutzt, welches malzig, bitter,
rötlich, obergärig,
nach englischer Art und mit einem durchschnittlichen Alkoholgehalt ist.
Der
Hopfeneinsatz kann englisch oder eine Mischung aus englischem und U.S.
amerikanischem sein.
Kommentierung: Diese Biersorte
weist mehr Malz- und Hopfengeschmack als in einem Best Bitter auf.
Stärkere
Versionen können sich von der Art her mit einem Old Ale
überlappen, allerdings
sind starke Bitter-Biere eher hell und bitterer. Fuller’s ESB ist
insofern ein
sehr einzigartiges Bier, als das es ein sehr komplexes Malzprofil
(unüblich für
andere) hat, die meisten anderen wären betont fruchtiger und
hopfiger. Wenn im
Rahmen dieser Kategorie/Sorte ein Bier bewertet wird, dann sollte es
nicht
zwangsläufig an einem Fuller’s gemessen werden. Einige moderne
englische
Varianten werden exklusiv mit hellem Malz gebraut und werden dann als
goldene
oder Sommer-Bitter bezeichnet. Die meisten flaschen- oder
fassgefüllten Marken
von Bitter-Bieren, die in England hergestellt werden sind Versionen mit
einem
höheren Alkoholgehalt als deren Originale, d.h. des Bitters,
welches in England
ausgeschenkt wird. Die Bitterwerte (IBU) werden oft dem höheren
Alkoholgrad
nicht angepasst, somit sind die Biere, die man in den U.S.A. zu trinken
bekommt
nicht vergleichbar mit denen aus England. Zum Vergleich wird englisches
Pale
Ale als ein Premium, helles, bitteres und in Exportstärke
gebrautes Bier,
welches sehr nahe an ein starker Bitter herankommt, beschrieben. Oft
variiert
das Rezept dieser Biere für die Flaschenfüllung etwas (in der
Regel zeigt es
einen höheren Kohlensäuregehalt)
Zutaten: Helle, bernsteinfarbene
und/oder Kristallmalze – es kann ein kleiner Teil schwarzer Malz
eingesetzt
werden, um das Bier einzudunkeln. Zucker, Mais oder Weizen wird hin und
wieder
mitverwandt. Englischer Hopfen ist typisch, allerdings werden U.S.
amerikanische oder kontinental-europäische Sorten immer
populärer (besonders
bei den helleren Varianten). Charaktervolle englische Hefe. Oft
hergestellt mit
Wasser mit mittlerem Sulfat-Gehalt.
Messwerte:
| USG
|
EVG
|
IBU
|
SRM
|
ABV
|
| 1,048 – 1,060+ |
1,010 – 1,016 |
30 – 50+ |
6 - 18 |
4,6 – 6,2% |
Kommerzielle Beispiele:
Fullers ESB, Adnams Broadside, Shepherd Neame Bishop's Finger, Samuel
Smith's
Old Brewery Pale Ale, Bass Ale, Whitbread Pale Ale, Shepherd Neame
Spitfire,
Marston's Pedigree, Black Sheep Ale, Vintage Henley, Mordue Workie
Ticket,
Morland Old Speckled Hen, Greene King Abbot Ale, Bateman's XXXB, Gale's
Hordean
Special Bitter (HSB), Ushers 1824 Particular Ale, Hopback Summer
Lightning,
Redhook ESB, Great Lakes Moondog Ale, Shipyard Old Thumper, Alaskan
ESB, Geary's
Pale Ale, Cooperstown Old Slugger
9. Scottish und Irish Ale
9A.
Scottish Light 60/-
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category9.html#style9A)
Aroma: Niedrige bis mittlere
Malzsüße, manchmal durch eine niedrige bis moderate
Karamellisierung in der
Kochphase akzentuiert. Einige Beispiele dieser Sorte haben ein leichtes
Hopfenaroma, leichte Fruchtigkeit, ein wenig Diacetyl und/oder ein
niedriges
bis moderates torfiges Aroma (alle sind optional). Das torfige Aroma
wird
manchmal als erdig, rauchig oder leicht getoastet empfunden.
Optik: Dunkles Bernstein bis
dunkles Kupfer. In der Regel sehr klar durch die lange, kalte
Lagerphase.
Cremige beige bis leicht dunkle Schaumkrone, mittlere bis moderate
Haltbarkeit.
Geschmack: Der Malzgeschmack
dominiert, ist aber nicht lange anhaltend. Die anfängliche
Malzsüße wird durch
einen niedrigen bis moderaten Karamelton (entsteht in der Kochphase).
Manchmal
ist ein kleiner Diacetyl-Anteil erkennbar. Fruchtester sind moderat bis
nicht
vorhanden. Hopfenbittere ist niedrig bis moderat, allerdings tendiert
die
Biersorte geschmacklich immer in Richtung Malz (nicht
übermäßig).
Hopfengeschmack reicht von niedrig bis nicht vorhanden. Ein niedriger
bis
moderater Torfgeschmack ist optional und kann durchaus als erdig oder
rauchig
empfunden werden. Die Sorte hat durch eine kleine Mengen an
ungemälzter
Röstgerste prinzipiell einen getreideartigen, trockenen Abgang.
Mundgefühl: Mittel-niedriger bis
mittlerer Körper. Niedrige bis moderate Kohlensäure. Manchmal
ein wenig cremig,
allerdings eher auffallend trocken durch den Einsatz von
Röstgerste.
Gesamteindruck: Sauber malzig mit
einem trockenem Abgang, einige Fruchtester und hin und wieder ein
bisschen
torfige Erdigkeit (Rauch). Die meisten Biere haben einen trockenen
Abgang,
trotz der anfänglichen Süße am Gaumen – somit haben
diese auch eine andere Art
der geschmacklichen Ausgewogenheit als die starken Scotch Ales.
Geschichte: Traditionelle
schottische Biere reflektieren maßgeblich deren einheimischen
Zutaten (Wasser
und Malz) und haben somit weniger Hopfen als englische Sorten (da
Hopfen früher
wohl importiert werden musste). Eine lange und kalte Lagerphase ist
für das
schottische Brauen üblich.
Kommentierung: Die Ausgewogenheit
von Malz zu Hopfen tendiert zur Malzseite. Der Karamellcharakter
entstammt der
Karamellisierung in der Kochphase und nicht dem Einsatz von
Karamellmalz (und
wird auch hin und wieder mit dem Vorhandensein von Diacetyl
verwechselt).
Obwohl dies ungewöhnlich ist, so ist der rauchige Charakter hefe-
oder
wasserbasierend und kommt nicht durch den Einsatz von
torfgeräucherten Malz.
Der Einsatz von torfgeräucherten Malz, um den Charakter des Bieres
zu
replizieren sollte nicht angewandt werden. Sehr rauchbetonte Biere
sollten in
der Rauchbierkategorie bewertet werden.
Zutaten: Schottische oder
englische helle Malze. Eine kleine Menge von Röstgerste, um Farbe
und Geschmack
zu beeinflussen – diese geben dem Bier einen trockenen, leichten
röstigen
Abgang. Einsatz von englischen Hopfen. Saubere, relativ schlecht
endvergärende
Hefe. Einige kommerzielle Brauer fügen der Malzgabe noch
Kristall-, bernsteinfarbenes
oder Weizenmalz bei, sowie hin und wieder Zucker. Der optionale
torfige, erdige
und/oder rauchige Charakter entstammt der traditionell eingesetzten
Hefe und
durch die einheimischen Malze und Wasser und nicht durch den Einsatz
von
Rauchmalz.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM
|
ABV
|
| 1,030 – 1,035 |
1,010 – 1,013 |
10 – 20 |
9 - 17 |
2,5 – 3,2% |
Kommerzielle Beispiele: Belhaven
60/-, McEwan's 60/-, Maclay 60/- Light (alle sind fassbasierende Biere,
die
nicht in die U.S.A. exportiert werden)
9B.
Scottish Heavy 70/-
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category9.html#style9AB)
Aroma: Niedrige bis mittlere
Malzsüße, manchmal durch eine niedrige bis moderate
Karamelisierung in der
Kochphase akzentuiert. Einige Beispiele dieser Sorte haben ein leichtes
Hopfenaroma, leichte Fruchtigkeit, ein wenig Diacetyl und/oder ein
niedriges
bis moderates torfiges Aroma (alle sind optional). Das torfige Aroma
wird
manchmal als erdig, rauchig oder leicht getoastet empfunden
Optik: Dunkles Bernstein bis
dunkles Kupfer. In der Regel sehr klar durch die lange, kalte
Lagerphase.
Cremige beige bis leicht dunkle Schaumkrone, niedrige bis moderate
Haltbarkeit.
Geschmack: Der Malzgeschmack
dominiert, ist aber nicht lange anhaltend. Die anfängliche
Malzsüße wird durch
einen niedrigen bis moderaten Karamellton unterstützt(entsteht in
der Kochphase).
Manchmal ist ein kleiner Diacetyl-Anteil erkennbar. Fruchtester sind
moderat
bis nicht vorhanden. Hopfenbittere ist niedrig bis moderat, allerdings
tendiert
die Biersorte geschmacklich immer in Richtung Malz (nicht
übermäßig).
Hopfengeschmack reicht von niedrig bis nicht vorhanden. Ein niedriger
bis
moderater Torfgeschmack ist optional und kann durchaus als erdig oder
rauchig
empfunden werden. Die Sorte hat durch eine kleine Mengen an
ungemälzter
Röstgerste prinzipiell einen getreideartigen, trockenen Abgang.
Mundgefühl: Mittel-niedriger bis
mittlerer Körper. Niedrige bis moderate Kohlensäure. Manchmal
ein wenig cremig,
allerdings eher auffallend trocken durch den Einsatz von
Röstgerste.
Gesamteindruck: Sauber malzig mit
einem trockenem Abgang, einige Fruchtester und hin und wieder ein
bisschen
torfige Erdigkeit (Rauch). Die meisten Biere haben einen trockenen
Abgang,
trotz der anfänglichen Süße am Gaumen – somit haben
diese auch eine andere Art
der geschmacklichen Ausgewogenheit als die starken Scotch Ales.
Geschichte: Traditionelle
schottische Biere reflektieren maßgeblich deren einheimischen
Zutaten (Wasser
und Malz) und haben somit weniger Hopfen als englische Sorten (da
Hopfen früher
wohl importiert werden musste). Eine lange und kalte Lagerphase ist
für das
schottische Brauen üblich.
Kommentierung: Die Ausgewogenheit
von Malz zu Hopfen tendiert zur Malzseite. Der Karamellcharakter
entstammt der
Karamellisierung in der Kochphase und nicht dem Einsatz von
Karamellmalz (und
wird auch hin und wieder mit dem Vorhandensein von Diacetyl
verwechselt).
Obwohl dies ungewöhnlich ist, so ist der rauchige Charakter hefe-
oder
wasserbasierend und kommt nicht durch den Einsatz von
torfgeräucherten Malz.
Der Einsatz von torfgeräucherten Malz, um den Charakter des Bieres
zu
replizieren sollte nicht angewandt werden. Sehr rauchbetonte Biere
sollten in
der Rauchbierkategorie bewertet werden.
Zutaten: Schottische oder
englische helle Malze. Eine kleine Menge von Röstgerste, um Farbe
und Geschmack
zu beeinflussen – diese geben dem Bier einen trockenen, leichten
röstigen
Abgang. Einsatz von englischen Hopfen. Saubere, relativ schlecht
endvergärende
Hefe. Einige kommerzielle Brauer fügen der Malzgabe noch
Kristall-,
bernsteinfarbenes oder Weizenmalz bei, sowie hin und wieder Zucker. Der
optionale torfige, erdige und/oder rauchige Charakter entstammt der
traditionell eingesetzten Hefe und durch die einheimischen Malze und
Wasser und
nicht durch den Einsatz von Rauchmalz.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM
|
ABV
|
| 1,035 – 1,040 |
1,010 – 1,015 |
10 – 25 |
9 - 17 |
3,2 – 3,9% |
Kommerzielle Beispiele:
Caledonian 70/- (in den U.S.A. als Caledonian Amber Ale angeboten),
Belhaven
70/-, Orkney Raven Ale, Maclay 70/-
9C.
Scottish Export 80/-
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category9.html#style9C)
Aroma: Niedrige bis mittlere
Malzsüße, manchmal durch eine niedrige bis moderate
Karamellisierung in der
Kochphase akzentuiert. Einige Beispiele dieser Sorte haben ein leichtes
Hopfenaroma, leichte Fruchtigkeit, ein wenig Diacetyl und/oder ein
niedriges
bis moderates torfiges Aroma (alle sind optional). Das torfige Aroma
wird
manchmal als erdig, rauchig oder leicht getoastet empfunden.
Optik: Dunkles Bernstein bis
dunkles Kupfer. In der Regel sehr klar durch die lange, kalte
Lagerphase.
Cremige beige bis leicht dunkle Schaumkrone, niedrige bis moderate
Haltbarkeit.
Geschmack: Der Malzgeschmack
dominiert, ist aber nicht lange anhaltend. Die anfängliche
Malzsüße wird durch
einen niedrigen bis moderaten Karamellton (entsteht in der Kochphase).
Manchmal
ist eine kleine Diacetyl-Anteil erkennbar. Fruchtester sind moderat bis
nicht
vorhanden. Hopfenbittere ist niedrig bis moderat, allerdings tendiert
die
Biersorte geschmacklich immer in Richtung Malz (nicht
übermäßig).
Hopfengeschmack reicht von niedrig bis nicht vorhanden. Ein niedriger
bis
moderater Torfgeschmack ist optional und kann durchaus als erdig oder
rauchig
empfunden werden. Die Sorte hat durch eine kleine Mengen an
ungemälzter
Röstgerste prinzipiell einen getreideartigen, trockenen Abgang.
Mundgefühl: Mittel-niedriger bis
mittlerer Körper. Niedrige bis moderate Kohlensäure. Manchmal
ein wenig cremig,
allerdings eher auffallend trocken durch den Einsatz von
Röstgerste.
Gesamteindruck: Sauber malzig mit
einem trockenem Abgang, einige Fruchtester und hin und wieder ein
bisschen
torfige Erdigkeit (Rauch). Die meisten Biere haben einen trockenen
Abgang,
trotz der anfänglichen Süße am Gaumen – somit haben
diese auch eine andere Art
der geschmacklichen Ausgewogenheit als die starken Scotch Ales.
Geschichte: Traditionelle
schottische Biere reflektieren maßgeblich deren einheimischen
Zutaten (Wasser
und Malz) und haben somit weniger Hopfen als englische Sorten (da
Hopfen früher
wohl importiert werden musste). Eine lange und kalte Lagerphase ist
für das
schottische Brauen üblich.
Kommentierung: Die Ausgewogenheit
von Malz zu Hopfen tendiert zur Malzseite. Der Karamellcharakter
entstammt der
Karamellisierung in der Kochphase und nicht dem Einsatz von
Karamellmalz (und
wird auch hin und wieder mit dem Vorhandensein von Diacetyl
verwechselt).
Obwohl dies ungewöhnlich ist, so ist der rauchige Charakter hefe-
oder
wasserbasierend und kommt nicht durch den Einsatz von
torfgeräucherten Malz.
Der Einsatz von torfgeräucherten Malz, um den Charakter des Bieres
zu
replizieren sollte nicht angewandt werden. Sehr rauchbetonte Biere
sollten in
der Rauchbierkategorie bewertet werden.
Zutaten: Schottische oder
englische helle Malze. Eine kleine Menge von Röstgerste, um Farbe
und Geschmack
zu beeinflussen – diese geben dem Bier einen trockenen, leichten
röstigen Abgang.
Einsatz von englischen Hopfen. Saubere, relativ schlecht
endvergärende Hefe.
Einige kommerzielle Brauer fügen der Malzgabe noch Kristall-,
bernsteinfarbenes
oder Weizenmalz bei, sowie hin und wieder Zucker. Der optionale
torfige, erdige
und/oder rauchige Charakter entstammt der traditionell eingesetzten
Hefe und
durch die einheimischen Malze und Wasser und nicht durch den Einsatz
von
Rauchmalz.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM |
ABV |
| 1,040 – 1,054
|
1,010 – 1,016
|
15 – 30 |
9 - 17 |
3,9 – 5,0% |
Kommerzielle Beispiele: Orkney
Dark
Island,
Belhaven 80/-(in den U.S.A. als Belhaven Scottis angeboten), Belhaven
St.
Andrews Ale, McEwan's IPA, Caledonian 80/- Export Ale, Broughton
Merlin's Ale,
Three Floyds Robert the Bruce
9D. Irish
Red Ale
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category9.html#style9D)
Aroma: Niedriges bis moderates
Malzaroma, generell karamellartig, hin und wieder toastartig oder
toffee-ähnlich. Kann eine leichte Butternote haben (ist allerdings
keine
Voraussetzung). Hopfenaroma niedrig bis nicht vorhanden (normalerweise
nicht
vorhanden). Eher sauber.
Optik: Bernsteinfarben bis tief
rötliches Kupfer (die meisten Biere dieser Art haben einen tief
rötlichen
Touch). Klar. Schaumkrone
beige bis gebräunt, wenig haltbar.
Geschmack: Moderat
karamellartiger Malzgeschmack und –süße, hin und wieder
butter-, bzw. toast-
oder toffee-artig. Im Abgang etwas röstig, somit auch einen
trockenen Abgang.
Generell kein Hopfengeschmack, allerdings kann bei einigen Bieren eine
englische Hopfennote durchkommen. Mittel-niedrige Hopfenbittere,
allerdings
kann der Einsatz von Röstmalzen den Eindruck von mehr Bittere
verstärken.
Mittel-trockener bis trockener Abgang. Sauber und weich
(untergärige Typen
tendieren zu weich). Kein Ester.
Mundgefühl: Mittel-leichter bis
mittlerer Körper, allerdings können Beispiele dieser Sorte,
die etwas Diacetyl
beinhalten ein etwas schleimiges Mundgefühl auslösen.
Moderate Kohlensäure. Weich. Moderat
vergoren (höher als
Scottish Ales). Stärkere Versionen versprühen etwas
Alkoholwärme.
Gesamteindruck: Süffig, bzw.
leicht zu trinken. Tendiert zu Malzcharakter mit einer
anfänglichen Süße und
einem röstangelehnten trockenem Abgang.
Kommentierung: Wird manchmal
untergärig gebraut (falls ja, dann wird es keinen
Diacetyl-Charakter
aufweisen). Wenn es zu kalt serviert wird, dann kommt der
Röstcharakter und die
Bittere stärker durch.
Zutaten: Kann einige
malzersetzende Zutaten beinhalten (Mais, Reis oder Zucker), allerdings
wird der
Charakter des Bieres bei zuviel Einsatz dieser Zutaten leiden. Hat
generell
etwas Röstgerste, um rötliche Farbe und trockenen
röstartigen Abgang zu
unterstützen. Englische/irische Malze, Hopfen, bzw. Hefe.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM |
ABV |
| 1,044 – 1,060
|
1,010 – 1,014
|
17 – 28 |
9 - 18 |
4,0 – 6,0% |
Kommerzielle Beispiele: Moling's
Irish Red Ale,
Smithwick's Irish Ale, Kilkenny Irish Beer, Beamish Red Ale, Caffrey's
Irish
Ale, Goose Island Kilgubbin Red Ale, Murphy's Irish Red (lager),
Boulevard
Irish Ale, Harpoon Hibernian Ale
9E.
Strong
Scotch Ale
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category9.html#style9E)
Aroma: Tief malzig, Karamellnote
in der Regel sehr offensichtlich. Torfige, erdige und/oder rauchige
Sekundäraromen können auch vorhanden sein – tragen zur
Komplexität bei.
Karamellisierung wird oft fälschlicherweise als Diacetyl
identifiziert.
Diacetyl selbst sollte wenig bis nicht vorhanden sein. Niedrige bis
moderate
Esterbildung und ein alkoholisches Aroma sind bei stärkeren
Versionen üblich.
Hopfenaroma von sehr niedrig bis nicht vorhanden.
Optik: Helles Kupfer bis dunkles
Braun, oft mit tiefrubinfarbigen Reflexen. Klar. Hat normalerweise eine
üppige
braungefärbte Schaumkrone, die bei stärkeren Bieren dieser
Art nicht sehr
haltbar ist. (...)
Geschmack: Reichhaltig malzig mit
auffälliger Karamellisierung in der Kochphase (besonders bei
stärkeren
Versionen). Anklänge von Röstmalz oder rauchigem Geschmack,
ebenso wie eine
nussige Art, die alle durchaus bis in den Abgang präsent sein
können. Der
Hopfengeschmack und –bittere sollten niedrig bis mittel-niedrig sein,
somit
steht der Malzcharakter im Vordergrund. Diacetyl sollte von niedrig bis
nicht
vorhanden reichen, Karamellisierung sollte nicht als Diacetyl
verwechselt
werden. Niedriger bis moderater Anteil an Fruchtestern, etwas Alkohol
präsent.
Die Fruchtester erinnern an Pflaume, Rosinen und getrocknete
Früchte. Am Gaumen
ist diese Biersorte voll und süß, im Abgang reicht die
Empfindung von süß bis
mittel-trocken (dies rührt vom Einsatz von Röstgerste her).
Mundgefühl: Mittel-voller bis
voller Körper, wobei einige Versionen (nicht alle) eine dicke,
mundfüllende,
fast viskose Konsistenz haben. Eine sanfte, alkoholische Wärme ist
normalerweise präsent. Diese ist insofern angenehm, als dass
dadurch die
malzige Süße etwas ausbalanciert wird. Moderate
Kohlensäure.
Gesamteindruck: Reichhaltig,
malzig und normalerweise süßlich – kann durchaus als eine
Nachspeise vorgeschlagen
werden. Sekundäre Malzgeschmäcker lassen diese Biere sehr
komplex erscheinen.
Stärke und Malzigkeit können variieren.
Kommentierung: Diese Biersorte
ist auch unter dem schottischen Begriff “wee heavy” bekannt. Wird, wie
die
meisten obergärigen britischen Biere, bei niedrigeren Temperaturen
verarbeitet
(vergoren und gelagert). Hopfung ist bei diesen Bieren verhalten, was
einen
klaren und intensiven Malzgeschmack fördert. Gut an die
Heimatregion
angepasstes Bier, viel Einsatz von Malz und mit niedrigeren
Vergärungs- und
Lagertemperaturen. Hopfen, der nicht aus Schottland und somit durch den
Import
recht teuer war, wurde in der Vergangenheit nur minimal eingesetzt.
Zutaten: Einsatz von
hochaufgelöstem hellem Malz (vollständig vermälzt und
gut getrocknetes Malz,
somit sehr weich, bzw. porös), sowie bis zu 3% Röstgerste.
Kann etwas
Kristallmalz beinhalten, um die Farbe des Bieres anzupassen. Die
Süße
resultiert weniger durch den Einsatz des Kristallmalzes, als mehr durch
den
relativ geringen Einsatz von Hopfen, hohen Maischetemperaturen, sowie
durch die
Karamellisierung der Bierwürze in der Kochphase. Eine kleine Menge
an Rauchmalz
kann etwas Tiefe dazusteuern, allerdings wird der torfige Charakter
(manchmal
als erdig, bzw. rauchig empfunden) eher von der Hefe oder dem
regionalen Wasser
entstammen. Hopfenpräsenz ist minimal - der Einsatz von englischen
Sorten ist
authentisch. Einigermassen weiches Wasser ist typisch.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM |
ABV |
| 1,070 – 1,130
|
1,018 – 1,030+
|
17 – 35 |
14 - 25 |
6,5 – 10% |
Kommerzielle Beispiele: Traquair
House Ale,
Orkney Skull Splitter, McEwan's Scotch Ale, MacAndrew's Scotch Ale,
Belhaven
Wee Heavy, Broughton Old Jock, Scotch du Silly, Gordon Highland Scotch
Ale,
Founders Dirty Bastard
10A.
American Pale Ale
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category10.html#style10A)
Aroma: Normalerweise moderates
bis starkes Hopfenaroma, durch die Methode des “Trockenhopfens”, bzw.
„Hopfenstopfens“ oder durch extrem späte Hopfengabe in oder nach
der Kochphase
(hier Einsatz von U.S. amerikanischen Sorten). Ein citrusartiges
Hopfenaroma
ist oft vorhanden, aber nicht vorgeschrieben. Niedrige bis moderate
Malzbetonung unterstützt den Hopfencharakter und kann optional
auch kleine
Mengen von Spezialmalzen charakterlich aufweisen (brotartig, toastig
oder
bisquitartig). Fruchtester variieren von moderat bis nicht vorhanden.
Kein
Diacetyl. Falls Hopfenstopfen angewandt wird, kann eine grasige Note
auftreten,
sollte aber nicht zu auffällig sein.
Optik: Hellgold bis tiefes
Bernstein. Moderat üppige weiße bis beige Schaumkrone mit
guter Haltbarkeit.
Generell klar, allerdings Biere mit der Methode Hopfenstopfen etwas
trübe sein.
Geschmack: Normalerweise ein
moderater bis starker Hopfengeschmack, zeigt oft einen typischen
citrusartigen
U.S. amerikanischen Hopfencharakter (es können aber auch andere
Hopfensorten
eingesetzt werden). Niedriger bis moderat starker, sauberer
Malzcharakter
unterstützt den Hopfencharakter und kann optional auch etwas
Spezialmalzart
aufzeigen (brotartig, toastig oder bisquitartig). Die geschmackliche
Ausgewogenheit tendiert durch die späte Hopfengabe zu einer
Hopfenbetonung,
bzw. Hopfenbittere, allerdings kann auch die Malzpräsenz recht
ausgeprägt sein.
Karamelltöne sind normalerweise zurückhaltend oder nicht
vorhanden. Fruchtester
von moderat bis nicht vorhanden. Moderate bis starke Hopfenbittere mit
einem
mittlerem bis trockenem Abgang. Der Hopfengeschmack hält sich oft
bis in den
Abgang. Kein Diacetyl. Falls Hopfenstopfen angewandt wird, kann eine
grasige
Note auftreten, sollte aber nicht zu auffällig sein.
Mundgefühl: Mittel-leicht bis
mittlerer Körper. Kohlensäure ist moderat bis hoch. Eine
insgesamt weiche Art
im Abgang ohne adstringierend zu sein (was oft mit einer hohen
Hopfengabe
assoziiert wird).
Gesamteindruck: Erfrischend und
hopfenbetont, allerdings mit einer guten Malzbasis.
Geschichte: Dies ist eine U.S.
amerikanische Abwandlung des englischen Pale Ale, wobei es
maßgeblich um den
Einsatz von heimischen Zutaten geht (Hopfen, Malz, Hefe und Wasser). In
der
Regel hell, sauberer in Bezug auf gärungsbedingte Nebenprodukte
und weniger
Karamelltöne als deren englischen Gegenstücke.
Kommentierung: Es gibt durchaus
eine farbliche Überlappung zwischen U.S. amerikanischen Pale Ale
und U.S.
amerikanischen Amber Ale.
Das Pale Ale sollte generell
geschmacklich etwas sauberer sein, weniger Karamellmalzart, weniger
Körper und
mehr Hopfen im Abgang aufweisen.
Zutaten: Pale Ale Malz,
normalerweise aus U.S. amerikanischer zweizeiliger Gerste. U.S.
amerikanischer
Hopfen, oft, aber nicht immer solche Sorten, die einen ausgeprägt
citrusartigen
Charakter haben. Amerikanische Ale-Hefe. Das Wasser kann bezüglich
seines
Sulfatgehaltes etwas variieren, allerdings sollte der Karbonat-Gehalt
recht
niedrig sein. Spezialmalze unterstützen den Charakter und die
Komplexität des
Bieres, werden aber nur sehr verhalten eingesetzt. Der Malzeinsatz soll
den
Malzgeschmack und etwas verhaltene Süße, sowie toastartige
oder brotartige
Noten hervorbringen.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM |
ABV |
| 1,045 – 1,060
|
1,010 – 1,015
|
30 – 45+ |
5 - 14 |
4,5 – 6,0% |
Kommerzielle Beispiele:
Sierra
Nevada Pale Ale,
Stone Pale Ale, Great Lakes Burning River Pale Ale, Full Sail Pale Ale,
Three
Floyds X-Tra Pale Ale, Anderson Valley Poleeko Gold Pale Ale, Left Hand
Brewing
Jackman's Pale Ale, Pyramid Pale Ale, Deschutes Mirror Pond
10B.
American Amber Ale
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category10.html#style10B)
Aroma: Niedriges bis moderates
Hopfenaroma durch die Methode des “Trockenhopfens”, bzw. des sog.
„Hopfenstopfens“ oder durch eine extrem später Hopfengabe bei oder
nach der
Kochphase. U.S. amerikanische Hopfensorten werden bevorzugt. Ein
citrusartiges
Hopfenaroma ist üblich, aber keine Voraussetzung. Moderat niedrige
bis moderat
hohe Malzigkeit, die manchmal den Hopfencharakter etwas in den
Hintergrund
drängt. Etwas moderater Karamellcharakter. Esterpräsenz von
moderat bis nicht
vorhanden. Kein Diacetyl.
Optik: Bernstein bis kupferartig
braun. Moderat üppige beige Schaumkrone mit guter Haltbarkeit.
Generell klar,
allerdings kann durch das Hopfenstopfen etwas Trübung auftreten.
Geschmack: Moderater bis hoher Hopfengeschmack
durch U.S. amerikanische Hopfensorten, der oft, aber nicht immer eine
citrusartige Note aufweist. Der Malzgeschmack ist moderat bis
ausgeprägt stark
und zeigt normalerweise eine malzige Süße, um dann in einen
moderaten
Karamellton überzugehen (manchmal auch in Richtung einer anderen
Malznote).
Malzgeschmack und Hopfbittere sind in der Regel ausgewogen und
unterstützen
sich gegenseitig. Fruchtester sind moderat bis nicht vorhanden.
Karamellsüße
und Hopfengeschmack, bzw. –bittere können manchmal bis in den
Abgang hinein
vorherrschen. Kein Diacetyl.
Mundgefühl: Mittel bis
mittel-voller Körper. Kohlensäure moderat bis hoch.
Prinzipiell sanfter Abgang
ohne Adstringenz, welches oft mit einer üppigen Hopfennote
verbunden wird.
Stärkerer Versionen haben oft eine alkoholische Wärme.
Gesamteindruck: So ähnlich wie
ein U.S. amerikanisches Pale Ale, allerdings mit mehr Körper, mehr
karamellige
Fülle und einer geschmacklichen Tendenz Richtung Malz und nicht
Richtung Hopfen
(obwohl der Hopfenanteil oft auffallend hoch sein kann).
Geschichte: In einigen Region
einfach nur als Red Ale bekannt wurden diese Biere in dem
hopfenverliebten
Nord-Kalifornien und in den nördlich anschließenden
Bundesstaaten populär
gemacht, bevor diese Sorte sich in die gesamte U.S.A. ausbreitete.
Kommentierung: Es kann sich
farblich mit einem U.S. amerikanischen Pale Ale überschneiden.
Trotzdem sollte
man hervorheben, dass ein solches Amber Ale sich farblich dunkler
präsentiert,
mehr Karamellgeschmack aufweist, mehr Körper hat und geschmacklich
ausgewogener
zwischen Malz und Bittere ist. Sollte keinen auffälligen
Schokoladen oder
Röstcharakter haben, welcher in Richtung U.S. amerikanisches Brown
Ale geht
(obwohl kleine Anklänge in Ordnung sind).
Zutaten: Pale Ale Malz, typischerweise
U.S. amerikanische zweizeilige Gerste. Mittlere bis dunkle
Kristallmalze. Kann
auch ein wenig Spezialmalz beinhalten, was zusätzlichen Charakter,
bzw. eine
gewisse Einzigartigkeit fördern kann. U.S. amerikanischer Hopfen,
oft mit einer
citrusartigen Note, sind üblich, aber nicht zwingend. Wasser kann
zwischen
Sulfat- und Karbonatgehalt variieren.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM |
ABV |
| 1,045 – 1,060
|
1,010 – 1,015
|
25 – 40+ |
10 - 17 |
4,5 – 6,0% |
Kommerzielle Beispiele:
Mendocino
Red Tail Ale,
North Coast Red Seal Ale, St. Rogue Red Ale, Avery Redpoint Ale,
Anderson
Valley Boont Amber Ale, Bell's Amber, Hoptown Paint the Town Red,
McNeill's
Firehouse Amber Ale
10C.
American Brown Ale
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category10.html#style10C)
Aroma: Malzig, süßlich und
reichhaltig, oft mit einer schokoladigen, karamellartigen, nussigen
und/oder
toastartigen Note. Hopfenaroma ist typischerweise niedrig bis moderat.
Eine
Variationen dieser Sorte können eine ausgeprägte Hopfennote,
ein citrusartiges
Hopfenaroma und/oder einen frischen „trockenhopfen“ Aroma aufweisen
(alle
optional). Fruchtester sind moderat bis sehr niedrig. Der dunkle
Malzcharakter
ist ausgeprägter als bei anderen Brown Ales, vermischt sich
allerdings nicht
mit der Art des Porters. Malz und Hopfen sind ausgewogen. Moderat
niedriger bis
kein Anteil Diacetyl.
Optik: Leicht bis sehr dunkle
braune Farbe. Klar. Nicht sehr üppige, beige bis bräunliche
Schaumkrone.
Geschmack: Mittel bis hoher
Malzgeschmack (oft karamellig, toastartig und/oder schokoladig), mit
einer
mittleren bis mittel-hohen Bittere. Ein mittel bis mittel-trockener
Abgang
vermittelt den Eindruck von Malz- und Hopfennoten. Hopfengeschmack kann
leicht
bis moderat sein und kann (muss aber nicht) einen gewissen
citrusartigen
Charakter haben. Sehr niedrige bis moderate Fruchtester. Moderat
niedrig bis
kein Diacetyl.
Mundgefühl: Mittel bis
mittel-voller Körper. Bitterere Versionen können einen
trockenen, harzigen
Eindruck hinterlassen. Moderate bis moderat hohe Kohlensäure.
Stärkere
Versionen zeigen ein wenig alkoholische Wärme im Abgang.
Gesamteindruck: Kann als eine
üppigere, malzigere, hopfiger Interpretation eines nordenglischen
Brown Ales
oder als eine hopfiger, weniger malzbetonte Version eines Brown Porter
angesehen werden. Beinhaltet oft eine citrusartige Note so typisch
für einige
U.S. amerikanische Hopfensorten.
Kommentierung: Ein hopfenbetontes
Bier, üppig im Geschmack, welches sich einst U.S. amerikanische
Heimbrauer
ausgedacht hatten. Verwandt mit den U.S. amerikanischen Sorten Pale Ale
und
Amber Ale, allerdings betonter karamell- und schokoladenartig, die eine
geschmackliche Ausgewogenheit zu der Hopfenbittere im Abgang darstellt.
Die
meisten kommerziellen U.S. amerikanischen Brown Ale sind nicht so
„aggressiv“,
wie die heimgebrauten Versionen. Versionen, die sich in geschmacklicher
Ausgeprägtheit an India Pale Ale orientieren, sollten in der
Spezialitätenkategorie bewertet werden.
Zutaten: Ein hochaufgelöster
heller Malz (d.h. in der Vermälzung ausgeprägt gut
verarbeitet, Konsistenz
weich und porös), entweder U.S. amerikanische oder
kontinental-europäische,
sowie Kristall- oder dunklere Malze sollten für die
Malzschüttung eingesetzt
werden. U.S. amerikanischer Hopfen ist typisch, allerdings können
auch
englische, sowie Edelhopfensorten eingesetzt werden. Moderat
karbonathaltiges
Wasser ist notwendig, um eine geschmackliche Ausgewogenheit zu der
Säure der
dunkleren Malze zu schaffen.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM |
ABV |
| 1,045 – 1,060
|
1,010 – 1,016
|
20 – 40+ |
18 - 35 |
4,3 – 6,2% |
Kommerzielle
Beispiele: Brooklyn
Brown Ale,
Great Lakes Cleveland Brown Ale, Avery Ellie's Brown Ale, Left Hand
Deep Cover
Brown Ale, Bell's Best Brown, North Coast Acme Brown, Lost Coast
Downtown
Brown, Big Sky Moose Drool Brown Ale
11A. Mild
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category11.html#style11A)
Aroma: Niedriges bis moderates Malzaroma,
etwas
Fruchtigkeit möglich. Das Malzprofil kann sehr weit
reichen, von
karamellartig, getreideartig, toastig, nussig, schokoladig bis hin zu
leicht
röstartig. Wenig bis kein Hopfenaroma. Sehr niedriger bis kein
Anteil Diacetyl.
Optik: Kupfer bis dunkles braun oder
Mahagoni. Es gibt einige hellere Beispiele (mittel Bernstein bis leicht
braun).
Generell klar, obwohl es traditionell ein unfiltriertes Bier ist. Wenig
ausgeprägte beige bis gebräunte Schaumkrone, wobei die
Haltbarkeit wegen der
fehlenden Karbonisierung, der Nutzung einiger Malzersatzzutaten und der niedrigen Stammwürze schlecht ist.
Geschmack: Generell ein
malzbetontes Bier, kann aber eine Reihe von malz- oder hefebasierenden
Geschmackvariationen haben (z.B. malzig, süß, Karamell,
Toffee, Toast, nussig,
Schokolade, Kaffee, röstartig, weinig, fruchtig, lakritzbetont,
Melasse,
Pflaume und Rosinen). Kann süß oder trocken im Abgang sein.
Versionen, die
dunklere Malze einsetzen können einen trockener, röstartigen
Abgang haben.
Niedrige bis moderate Bittere, genug um etwas geschmackliche
Ausgewogenheit
beizusteuern, aber zu wenig, um den Malz geschmacklich zu dominieren.
Fruchtester von moderat bis nicht vorhanden. Diacetyl und
Hopfengeschmack
reichen von niedrig bis nicht vorhanden.
Mundgefühl: Leichter bis
mittlerer Körper. Generell niedrige bis mittel-niedrige
Kohlensäure.
Röstmalznutzende Versionen kann leicht adstringierend sein.
Süßere Versionen
wirken eher voll relativ zur Stammwürze.
Gesamteindruck: Geschmackliches
leichtes, malz-akzentuiertes Bier, dass für Konsum ausgelegt ist.
Erfrischend
und geschmackvoll. Einige Versionen muten wie braune Porters mit
niedrigem
Stammwürzegehalt an.
Geschichte: Kann ursprünglich mal
aus der frühen Porterentwicklung hervorgegangen sein. Heutzutage
versteht man unter
einem „Mild“ die bewusste Abwesenheit von Hopfenbittere (soll
heißen weniger
gehopft im Vergleich zu einem Pale Ale und somit nicht so
ausgeprägt im
Geschmack). Ursprünglich war die Bezeichnung „mild“ eher so zu
verstehen, dass
es jung getrunken wurde und somit nicht diese moderate Säure von
älteren, bzw.
länger gelagerten Bieren aufwies. Diese Biersorte ist eher rar in
England, gute
Beispiele finden sich in den Midlands um die Stadt Birmingham.
Kommentierung: Die meisten Biere
dieser Art sind nieder-stammwürzige konsumige Biere, allerdings
kann es
stärkere Beispiele (4+%) geben, die zu speziellen Anlässen
gebraut wurden, z.B.
für den Export, Bier-Festivals, als Saisonprodukt und/oder
für andere spezielle
Anlässe. Wird normalerweise im Fass ausgeschenkt,
flaschengefüllte Biere dieser
Art in der Originalstärke sind nicht unbedingt
transportfähig, bzw. stabil
genug. Diese Biersorte erlaubt eine große Bandbreite an
Interpretationen.
Zutaten: Helles englisches Malz
(oft eher dextrinlastig), sowie Kristall- und dunklere Malze. Zucker
ist als
Zutat möglich. Englische Hopfensorten sind am geeignetsten,
allerdings ist der
Einsatz eher verhalten. Charaktervolle englische Hefe.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM
|
ABV
|
| 1,030 – 1,038 |
1,008 – 1,013 |
10 – 25 |
12 - 25 |
2,8 – 4,5% |
Die meisten Biere dieser Sorte
liegen zwischen 3,1 und 3,8 % Alk. Vol.
Kommerzielle Beispiele: Moorhouse Black
Cat,
Highgate Mild, Brain's Dark, Banks's Mild, Coach House Gunpowder Strong
Mild,
Gale's Festival Mild, Woodforde's Norfolk Nog, Goose Island PMD Mild
11B.
Southern English Brown
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category11.html#style11B)
Aroma: Malzsüß, oft mit einem
auffälligen karamellartigen oder toffee-angelehnten Charakter.
Moderat
fruchtig, oft mit Anklängen von dunklen Früchten, so wie
Pflaume und Rosinen.
Sehr niedriges bis nicht vorhandenes Hopfenaroma. Kein Diacetyl.
Optik: Leicht bis dunkel braun,
kann fast schwarz sein. Annährend klar, eher in Richtung
lichtundurchlässig.
Niedrige bis moderate beige bis gebräunte Schaumkrone.
Geschmack: Tiefe, karamellartige
malzige Süße am Gaumen, verbleibt bis in den Abgang. Kann
eine moderate
Komplexität von dunklen Früchten haben. Niedrige
Hopfenbittere. Hopfengeschmack
ist niedrig bis nicht vorhanden. Wenig bis keine erkennbaren Röst-
oder bittere
Malzgeschmacksnuancen. Moderat süßer Abgang mit einem
sanften, malzigen
Nachgeschmack. Niedriger bis kein Anteil Diacetyl.
Mundgefühl: Mittlerer Körper, die
Restsüße kann einen etwas schweren Eindruck vermitteln.
Niedrige bis moderat
niedrige Kohlensäure.
Gesamteindruck: Ein üppiges malzorientiertes
Brown Ale, mit einer Note von Karamell und dunklen Früchten. Wirkt
manchmal wie
eine „kleinere“ Version eines süßen Stouts oder einer
süße Version eines
dunklen Mild Ales.
Geschichte: Englische Brown Ales
unterscheiden sich entlang einer geographischen Linie.
Südenglische (auch
bezeichnet als „London style“) Brown Ales sind dunkler,
süßer und haben weniger
Stammwürze als deren nordenglischen Gegenstücke.
Kommentierung: Diese Biersorte
ist sehr rar. Einige sehen in dieser Biersorte eine
flaschengefüllte Version
eines dunklen Mild Ales.
Zutaten: Englisches Pale Ale Malz
als Basis mit einer guten Portion an dunklen Karamelmalzen und oft mit
Röstmalzen ergänzt. Moderat bis hoch karbonathaltigen Wasser
stellt eine gute
Ausgewogenheit zu der Säure des dunklen Malzes dar. Englische
Hopfensorten sind
am authentischsten, allerdings kann gemessen am prinzipiell nicht so
ausgeprägten Geschmack und Bittere fast jede Sorte genutzt werden.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM
|
ABV
|
| 1,035 – 1,042 |
1,011 – 1,014 |
12 – 20 |
19 - 35 |
2,8 – 4,2% |
Kommerzielle
Beispiele: Mann's Brown
Ale
(bottled, but not available in the US), Tolly Cobbold Cobnut Nut Brown
Ale
11C.
Northern English Brown Ale
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category11.html#style11AC)
Aroma: Leicht, süßes Malzaroma
mit Anklängen von Toffee, Nuss und/oder Karamell. Ein leichtes und
erfrischendes Hopfenaroma (durch die englischen Sorten) ist bemerkbar.
Ein
leichtes Fruchtesteraroma kann in dieser Sorte auffallen, sollte aber
nicht
dominant sein. Sehr niedriges bis kein Diacetyl.
Optik: Dunkel Bernstein bis
rötlich-braun. Klar. Niedrige bis moderate beige bis leicht
gebräunte
Schaumkrone.
Geschmack: Sanfte bis moderate
Malzsüße, mit einem nussigen, leicht karamelligen Charakter
und mit einem
mittel-trockenen bis trockenen Abgang. Der Malzgeschmack kann auch
leicht
toastartig, bisquitartig oder toffee-ähnlich sein. Mittlere bis
mittel-niedrige
Bittere. Annährend ausgewogen im Geschmack zwischen Malz und
Hopfen, mit einem
niedrigen bis nicht vorhanden Hopfengeschmack (englische Sorten sollten
genutzt
werden). Einige Fruchtester können präsent sein, etwas
Diacetyl (speziell
Butterscotch) ist optional, bzw. akzeptabel.
Mundgefühl: Mittel-leichter bis
mittlerer Körper. Mittlere bis mittel-hohe Kohlensäure.
Gesamteindruck: Trockener und
eher hopfenlastig im Vergleich zum südenglischen Brown Ale, eher
ein nussiger,
statt eines karamelligen Charakters.
Kommentierung: Englische Brown
Ales definieren sich ihrer Art nach entlang einer geographischen Linie
– man
unterscheidet nach südenglischen Typen (eher malzlastig) und
nordenglischen
Typen (nicht so malzlastig, eher geschmacklich ausgewogen).
Zutaten: Englische helle Malze
(wie für Mild oder Pale Ale eingesetzt) mit etwas Karamellmalz.
Kann auch etwas
dunklere Malze beinhalten, um Farbe und den nussigen Charakter zu
beeinflussen.
Englische Hopfensorten sind am authentischsten. Moderat
karbonathaltiges
Wasser.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM
|
ABV
|
| 1,040 – 1,052 |
1,008 – 1,013 |
20 – 30 |
12 - 22 |
4,2 – 5,4% |
Kommerzielle
Beispiele: Newcastle
Brown Ale,
Samuel Smith's Nut Brown Ale, Tolly Cobbold Cobnut Special Nut Brown
Ale, Goose
Island Hex Nut Brown Ale
12A.
Brown Porter
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category12.html#style12A)
Aroma: Malzaroma mit einer milden
Röstnote sollte auffallen – kann Anklang von Schokolade haben.
Kann auch einige
nicht-Röstmalz-basierende Aromen aufweisen (z.B. Karamell,
getreide-,
brotartig, nussig, toffee-ähnlich und/oder süß).
Englisches Hopfenaroma ist
moderat bis nicht vorhanden. Fruchtester moderat bis nicht vorhanden.
Diacetyl
niedrig bis nicht vorhanden.
Optik: Leicht bis dunkel braun,
gegen das Licht betrachtet oft mit rubinartigen Reflexen. Gute
Klarheit, kann
aber fast lichtundurchlässig sein. Moderat üppige beige bis
leicht gebräunte
Schaumkrone mit guter bis mittelmäßiger Haltbarkeit.
Geschmack: Der Malzgeschmack
beinhaltet oft eine milde bis moderate Röstnote (oft mit Anklang
von
Schokolade) und regelmäßig mit einem auffälligen
Charakter von Karamell, Nuss
und/oder Toffee. Kann Sekundärnoten von Kaffee, Lakritz, Bisquit
oder Toast
aufweisen. Sollte keinen auffälligen Charakter von schwarzen Malz
her tragen
(so z.B. verbrannt oder starke Röstnoten), allerdings kann ein
wenig zu der
Komplexität beitragen. Der Geschmack von englischem Hopfen ist
moderat bis
nicht vorhanden. Mittel-niedrige bis mittlere Hopfenbittere bestimmt
die
Ausgewogenheit des Bieres (von eher malzig bis eher bitter).
Normalerweise gut
endvergoren, allerdings können süßere Versionen
existieren. Diacetyl reicht von
moderat niedrig bis nicht vorhanden. Moderate bis niedrige Fruchtester.
Mundgefühl: Mittel-leicht bis
mittlerer Körper. Moderat niedrige bis moderat hohe
Kohlensäure.
Gesamteindruck: Ein recht
mächtiges englisches dunkles obergäriges Bier mit
Anklängen von Röstnoten.
Geschichte: Im Original aus
England stammend, entstand dieser Biertyp aus einem Verschnitt von
Bieren, die
als “Entire” bekannt waren. Porter ist ein Vorgänger des Stouts.
Man sagt, dass
dies ein bevorzugtes Bier von Trägern („porter“) und anderen
körperlich
arbeiteten Leuten war.
Kommentierung: Dies unterscheidet
sich von einem sog. Robust Porter, in dem es weicher, süßer
und karamellartiger
ist. Weiterhin hat es weniger Stammwürze, bzw. weniger
Alkoholgehalt. Weist
mehr Substanz und Röstcharakter als ein Brown Ale auf. Diese
Biersorte hat eine
höhere Stammwürze als ein dunkles Mild Ale. Einige Versionen
werden mit
untergäriger Hefe hergestellt. Geschmacklich tendiert es eher in
Richtung Malz
als zu Hopfen. Hat einen sog. „englischen“
Charakter. Historische Versionen dieser Brauart, z.B. wenn
diese mit
Hefe für spontane Vergärung (Brettanomyces), als
säuerliche Version oder mit
Rauchmalzen hergestellt wird, sollten in der
Spezialitätenkategorie bewertet
werden.
Zutaten: Englische Zutaten sind
üblich. Kann verschiedene Malztypen beinhalten,
einschließlich Schokoladen-
und/oder dunkle Röstmalze, bzw. Karamellmalz. Historische
Versionen nutzen
vornehmlich größere Mengen an braunem Malz. Normalerweise
werden kleinere
Mengen an Röstmalzen, sowie gerösteter Gerste benutzt.
Englischer Hopfen ist
typisch, allerdings ist die Hopfennote nicht vordergründig.
Londoner oder
Dubliner Wasser (moderate Karbonathärte) ist traditionell.
Englische oder
irische obergärige Hefe oder (hin und wieder) untergärige
Hefe werden
eingesetzt. Kann kleine Mengen an Malzersatzzutaten beinhalten (z.B.
Zucker,
Mais, Melasse etc.)
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM |
ABV |
| 1,040 – 1,052
|
1,008 – 1,014
|
18 - 35 |
20 - 30 |
4,0 – 5,4% |
Kommerzielle Beispiele: Samuel Smith
Taddy
Porter, Fuller's London Porter, Burton Bridge Burton Porter, Nethergate
Old
Growler Porter, Nick Stafford's Nightmare Yorkshire Porter, St. Peters
Old-Style Porter, Bateman's Salem Porter, Shepherd Neame Original
Porter, Flag
Porter, Yuengling Porter, Geary's London Style Porter
12B. Robust
Porter
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category12.html#style12B)
Aroma: Röstaromen (oft mit einem
leichten, verbrannten schwarzen Malzcharakter) sollte merklich sein,
bzw. bis
zu moderat stark ausfallen. Kann auch etwas alternative Malznoten
aufweisen
(z.B. getreide-, brotartig, toffee-ähnlich, karamellig,
schokoladig, Kaffee,
reichhaltig und/oder süß). Hopfenaroma ist niedrig bis hoch
(U.S. amerikanische
oder englische Sorten). Einige U.S. amerikanischen Versionen sind mit
der
Methode „Hopfenstopfen“ hergestellt. Fruchtester sind moderat bis nicht
vorhanden. Diacetyl niedrig bis nicht vorhanden.
Optik: Mittel bis sehr dunkel
braun oft mit rubinartigen Reflexen. Kann fast schwarz sein. Klarheit
ist
schwer in einem so dunklen Bier auszumachen. Wenn es
lichtdurchlässig ist, dann
sollte es klar sein. Üppige gebräunte Schaumkrone mit moderat
guter
Haltbarkeit.
Geschmack: Moderat starker
Malzgeschmack normalerweise mit leicht verbranntem Malzcharakter
(manchmal mit
Schokoladen- und/oder Kaffeegeschmack) mit etwas röstartiger
Trockenheit im
Abgang. Gesamtgeschmacklich gesehen kann es von trocken bis
mittel-süß variieren,
abhängig von der Malzzusammenstellung, Hopfenbittere und
Vergärungsgrad. Kann
einen recht ausgeprägten Röstgeschmack haben, sollte aber
nicht übermäßig
verbrannt oder kratzig sein. Mittlere bis hohe Bittere, die von dem
Röstmalz
unterstützt werden kann. Hopfengeschmack variiert von niedrig bis
moderat hoch
(U.S. amerikanische oder englische Sorten sind typisch) und stellt eine
geschmackliche Ausgewogenheit für die Malze. Diacetyl von niedrig
bis nicht
vorhanden. Fruchtester moderat bis nicht vorhanden.
Mundgefühl: Mittel bis
mittel-voller Körper. Moderat niedrige bis moderat hohe
Kohlensäure. Stärkere
Versionen haben eine leicht alkoholische Wärme. Kann durch den
Röstmalz etwas
adstringierend sein, allerdings sollte dies nicht zu ausgeprägt
sein.
Gesamteindruck: Ein
substantielles, malziges dunkles obergäriges Bier mit einem
komplexen und
geschmacklich röstartigen Charakter.
Geschichte: Stärkere, hopfigere
und/oder röstbetontere Version eines Standard-Porters - mal
entstanden entweder
als eine historisch geprägte Version und/oder die U.S.
amerikanische
Interpretation dieser Sorte. Traditionelle Versionen haben eine
subtilere
Hopfennote (oft die englischen Typen), während modernere Versionen
auffällig
aggressiver sind. Beide Ausprägungen sind gleich zu bewerten.
Kommentierung: Obwohl diese Sorte
eine relative breite Brauart darstellt und somit auch viel Platz
für
Interpretation gibt, so kann diese Sorte doch von einem Stout durch den
Mangel
eines ausgeprägten Röstgerstecharakters unterschieden werden.
Im Gegensatz zu
einem Brown Porter zeigt diese Sorte allerdings wieder mehr Tendenz zu
röstmalzbasierenden Noten und es kann stärker im Alkohol
sein. Die Intensität
des Röstcharakters, sowie die Malzgeschmacksvariationen
können signifikant
sein. Kann, aber muss nicht einen starken Hopfencharakter haben.
Weiterhin sind
auch nicht die geschmacklichen Einflüsse von
Gärnebenprodukten festgelegt ...
es kann somit einen „U.S. amerikanischen“ oder einen „englischen“
Charakter
aufweisen.
Zutaten: Kann verschiedene Malze
beinhalten, vornehmlich dunkle Röstmalze und Getreide (z.B. sog.
Black Patent
Malz) oder alternativ Schokoladenmalz und/oder Röstgerste. Hopfen
wird für den
Bittereindruck, für Geschmack und/oder Aroma eingesetzt – in der
Regel U.S.
amerikanische oder englische Sorten. Wasser mit einer moderaten oder
hohen
Karbonathärte ist typisch. Die obergärige Hefe kann entweder
saubere U.S.
amerikanische oder charaktervolle englische sein.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM
|
ABV
|
| 1,048 – 1,065 |
1,012 – 1,016 |
25 – 50+ |
22 – 35+ |
4,8 – 6,0% |
Kommerzielle Beispiele: Anchor
Porter, Great
Lakes Edmund Fitzgerald Porter, Sierra Nevada Porter, Bell's Porter,
Thirsty
Dog Old Leghumper, Otter Creek Stovepipe Porter, Portland Haystack
Black
Porter, Avery New World Porter, Deschutes Black Butte Porter, Redhook
Blackhook
Porter
12C. Baltic Porter
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category12.html#style12C)
Aroma: Reichhaltige malzige Süße,
oft mit Noten von Karamell, Toffee, Nuss bis kräftigen
Toastcharakter und
Anklänge von Lakritz. Alkoholischer Charakter und komplexes
Esterprofil mit
moderater Stärke mit Anklängen von Pflaume, Rosinen,
Kirschen, Johannisbeere
und hin und wieder einem Portwein-ähnlichen Charakter. Einige
dunkelmalz-typischen Aromen, wie Schokolade, Kaffee oder Melasse
können
vorkommen, sollte aber nie verbrannt wirken. Kein Hopfenaroma. Keine Säure. Sehr sanft.
Optik: Dunkel rötliches Kupfer
bis lichtundurchlässiges dunkles braun (nicht schwarz). Dicke und
haltbare
gebräunte Schaumkrone. Klar, allerdings können dunklere Typen
auch
lichtundurchlässig sein.
Geschmack: So wie in der
Empfindungskategorie Aroma zeigt sich hier eine reichhaltige, malzige
Süße mit
einem komplexen Geschmack von Malztönen, Estern, die an
getrocknete Früchte
erinnern, sowie Alkohol. Hat einen auffallenden, allerdings sanften
Schwarzbier-ähnlichen
Geschmack (röstbetont), dass aber nicht an eine verbrannte Note
heranreicht.
Mundfüllend und sehr sanft. Sauberen, eher untergärig
geprägten Charakter, kein
Diacetyl. Beginnt süß, die Empfindung wird aber schnell von
den dann
dominierenden Dunkelmalzgeschmäckern überholt – hält
sich bis in den Abgang. Im
Abgang nur etwas trocken mit einer Note von geröstetem Kaffee oder
Lakritz. Die
Malznote kann in Richtung Karamell, Toffee, nussig, Melasse und/oder
Lakritz
gehen. Leichte Anklänge von schwarzer Johannisbeere und dunklen
Früchten.
Mittel-niedrige bis mittlere Bittere durch den Malz und den Hopfen,
tendenziell
ausgewogen. Möglicherweise ein Hauch von Hopfengeschmack.
Mundgefühl: Generell voll im
Körper und sanft mit einer auffallenden alkoholischen Wärme
(allerdings werden
die eher seltenen Carnegie-style Typen mit ihrer niedrigeren
Stammwürze nur
einen mittleren Körper und weniger alkoholische Wärme
ausstrahlen). Mittel bis
mittel-hohe Kohlensäure, was den Eindruck der Fülle noch
weiter steigert. Leicht
und erfrischend auf der Zunge, gerade wegen des hohen Anteils an
Kohlensäure.
Gesamteindruck: Ein Baltic Porter
verbindet den Malzgeschmack eines englischen Brown Porter und die
Röstart eines
Schwarzbieres, allerdings mit einer höheren Stammwürze und
Alkoholgrad im
Vergleich zu beiden Sorten. Sehr komplex und vielschichtig im
Geschmack.
Geschichte: Ein traditionelles
Bier von Ostsee-Anrainer-Staaten. Abwandlung des englischen Porters,
allerdings
inspiriert durch ein Russian Imperial Stout.
Kommentierung: Kann auch als ein
Imperial Porter bezeichnet werden, allerdings sollten sehr
röstartig oder sehr
hopfenlastige Typen entweder als Imperial Stout oder als Spezialbier
kategorisiert werden. Ein Alkoholgrad nach Volumen von 7 bis 8,5% ist
typisch.
Zutaten: Generell wird
untergärige Hefe verwandt (bei obergäriger sollte eine
relativ kalte Vergärung
gemacht werden). Entbittere dunkle Malze, bzw. Münchner oder
Wiener Malz als
Basis. Kontinental-europäischer Hopfen. Kann Kristallmalz und/oder
andere malzalternative
Zutaten beinhalten. Braune oder bernsteinfarbene Malze sind in
historisch
geprägten Rezepten üblich.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM |
ABV |
| 1,060 – 1,090
|
1,016 – 1,024
|
20 – 40 |
17 - 30 |
5,5 – 9,5% |
Kommerzielle Beispiele: Sinebrychoff
Porter
(Finland), Zywiec Porter (Poland), Baltika Porter (Russia), Carnegie
Stark
Porter (Sweden), Dojlidy Polski (Poland), Aldaris Porteris (Latvia),
Utenos
Porter (Lithuania), Kožlak Porter (Poland), Stepan Razin Porter (Russia)
13A. Dry
Stout
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category13.html#style13A)
Aroma: Kaffee-ähnliche Röstgerste
und Röstmalzaromen sind vorherrschend, kann leichte schokoladen-,
kakao-
und/oder getreideartige Sekundärnoten aufweisen. Ester ist
mittel-niedrig bis
nicht vorhanden. Kein Diacetyl. Hopfenaroma ist niedrig bis nicht
vorhanden.
Optik: Schwarz bis dunkelbraun
mit granatartigen Reflexen. Kann lichtundurchlässig sein (falls
nicht, sollte
es klar sein). Eine dicke, cremige, stabile gebräunte bis braune
Schaumkrone
ist charakteristisch.
Geschmack: Moderat röstige,
getreideartige Schärfe, mit einer leichten bis moderaten
Säure (optional) und
mittel bis hoher Hopfenbittere. Trockener, kaffeeartiger Abgang von den
Röstmalzen her stammend. Kann am Gaumen bittersüße oder
nicht ungesüßte
Schokoladennoten aufweisen, bis in den Abgang bleibend.
Ausbalancierende
Faktoren wären Cremigkeit, mittel-niedrige bis nicht vorhandene
Fruchtigkeit
und mittel bis nicht vorhandener Hopfengeschmack. Kein Diacetyl.
Mundgefühl: Mittel-leichter bis
mittel-voller Körper, mit einem cremigen Charakter. Niedrige bis
moderate
Kohlensäure. Gemessen an dem hohen Anteil an Hopfenbittere und
ausgeprägten
Anteil an dunklen Malzen ist dieses Bier erstaunlich sanft. Die
Empfindung von
Körperfülle kann sehr von der Stammwürze abhängen,
wobei leichtere Biere auch
leichter im Körper sind. Kann durch die Röstmalze auch etwas
adstringierend
sein, Kratzigkeit ist unerwünscht.
Gesamteindruck: Ein sehr dunkles,
röstartiges, bitteres, cremiges Ale.
Geschichte: Diese Biersorte
entstand, um an den Erfolg von Londoner Porter anzuknüpfen.
Ursprünglich
stellte diese Sorte ein volleres, cremigeres und robusteres Bier (eben
ein
„Stout“) in Körper und alkoholischer Stärke dar. So wie eine
Brauerei ein Stout
und ein Porter anbot, dann war das Stout immer das stärkere von
den beiden (der
Originalname der Sorte ist „Stout Porter“). Moderne Versionen werden
mit
weniger Stammwürze gebraut und sind somit nicht mehr als
stärkere Versionen von
Porter gedacht.
Kommentierung: Diese Kategorie
stellt die gezapfte Version dar, die sonst unter den Namen Irish Stout
oder
Irish Dry Stout bekannt ist. Flaschengefüllte Versionen werden in
der Regel mit
einer sehr viel höheren Stammwürze gebraut und werden somit
als exportgeeignete
Extra Stouts genutzt. Während die meisten kommerziellen Biere
dieser Art mit
Röstgerste hergestellt werden, nutzen andere auch gerne
Schokoladenmalz,
schwarzes Malz oder eine Kombination aus allen drei. Der Grad der
Bittere
variiert, so wie auch der Röstcharakter und die Trockenheit im
Abgang. Einige
Brauer variieren hier gerne.
Zutaten: Die Trockenheit
entstammt dem Einsatz von gerösteter ungemälzter Gerste in
Zusammenhang mit den
Einsatz von hellem Malz, sowie durch der moderaten bis hohen
Hopfenbittere und
der guten Endvergärung. Ungemälzte Gerstenflocken können
für die Cremigkeit
eingesetzt werden. Ein kleiner Prozentsatz (um die 3%) von
gesäuerten Bier wird
für die Komplexität manchmal eingesetzt (in der Regel nur bei
Guinness). Das
Wasser hat eine moderate Karbonathärte, hohe Werte verhindern den
klassischen
trockenen Abgang des Bieres.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM
|
ABV
|
| 1,036 – 1,050 |
1,007 – 1,011 |
30 – 45 |
25 – 40+ |
4,0 – 5,0% |
Kommerzielle Beispiele: Guinness
Draught Stout
(also canned), Murphy's Stout, Beamish Stout, O'Hara's Celtic Stout,
Dorothy
Goodbody's Wholesome Stout, Orkney Dragonhead Stout, Brooklyn Dry
Stout, Old
Dominion Stout, Goose Island Dublin Stout, Arbor Brewing Faricy Fest
Irish
Stout
13B. Sweet
Stout
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category13.html#style13B)
Aroma: Mildes röstgetreideartiges
Aroma, manchmal mit Kaffee- und/oder Schokoladennoten.
Ein Eindruck einer cremigen Süße kommt oft
vor. Fruchtigkeit kann von niedrig bis moderat hoch existieren.
Diacetyl reicht
von niedrig bis nicht vorhanden. Hopfenaroma niedrig bis nicht
vorhanden.
Optik: Sehr dunkles braun bis
schwarz. Kann lichtundurchlässig sein (falls nicht, dann sollte
das Bier klar
sein). Cremige gebräunte bis braune Schaumkrone.
Geschmack: Dunkles Röstgetreide
und Malze dominieren den Geschmack (wie in einem trockenen Stout) – es
existieren Kaffee- und/oder Schokoladennoten im Geschmack.
Hopfenbittere ist
moderat (niedriger als in einem trockenen Stout). Mittel bis hohe
Süße (oft
durch die Nutzung von Laktose/Milchzucker), was geschmacklich ein gutes
Gegenstück zum Röstcharakter und der Hopfenbittere darstellt.
Dieser Eindruck
bleibt bis in den Abgang. Niedrige bis moderate Fruchtester. Diacetyl
niedrig
bis nicht vorhanden. Die Ausgewogenheit zwischen dunklen Malznoten und
der Süße
kann variieren, von eher süß bis moderat trocken und etwas
röstartig.
Mundgefühl: Mittel-voll bis
voller Körper und cremig. Niedrige bis moderate Kohlensäure.
Hoher Restzucker
durch die unvergorenen Zucker/Dextrine ergänzt die Vollmundigkeit.
Gesamteindruck: Ein sehr dunkles,
süßes, vollmundiges, etwas röstbetontes
obergäriges Bier. Schmeckt oft wie
gesüßter Espresso.
Geschichte: Dies ist eine
englische Stout-Variante. Traditionell als Milk- oder Cream-Stout
benannt, ist
diese Bezeichnung in England nicht mehr erlaubt (allerdings in anderen
Ländern
weiterhin durchaus gängig). Die Referenz „Milk“ bezieht sich auf
den Einsatz
Laktose (Milchzucker) als süßende Komponente.
Kommentierung: Die Stammwürze ist
in den national vertriebenen Bieren niedrig, höher ist sie in
Exportprodukten
dieser Sorte. Verschiedene Variationen existieren, abhängig von
der Höhe des
Restzuckers, die Intensität des Röstcharakters und die
Ausgewogenheit zwischen
beiden Richtungen.
Zutaten: Die Süße der meisten
Sweet Stouts rührt her durch die niedrigere Bittere (im Vergleich
zu trockenen
Stouts) und dem hohen Anteil an nicht vergärbaren Dextrinen.
Laktose (ein nicht
vergärbarer Zucker) wird oft beigefügt, um zusätzliche
Süße dem Produkt zu
geben. Die Basis besteht aus hellem Malz und kann durch
Röstgerste, schwarzem
Malz, Schokoladenmalz, Kristallmalz und anderen Malzersatzstoffen, wie
Mais und
Melasse. Stark karbonathaltiges Wasser ist üblich.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM
|
ABV
|
| 1,042 – 1,056 |
1,010 – 1,023 |
25 – 40 |
30 – 40+ |
4,0 – 6,0% |
Kommerzielle Beispiele: Mackeson's
XXX Stout,
Watney's Cream Stout, St. Peter's Cream Stout, Marston's Oyster Stout,
Samuel
Adams Cream Stout, Left Hand Milk Stout
13C.
Oatmeal Stout
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category13.html#style13C)
Aroma: Milde röstgetreideartige
Aromen, oft mit einem Kaffee-ähnlichen Charakter. Eine leichte
Süße kann einen
Eindruck von Milchkaffee entstehen lassen. Fruchtigkeit kann von
niedrig bis
mittel reichen. Diacetyl reicht von mittel-niedrig bis nicht vorhanden.
Hopfenaroma ist niedrig bis nicht vorhanden (in englischen Varianten
tendenziell nicht vorhanden). Ein leichtes Haferaroma ist optional.
Optik: Mittleres braun bis
schwarz. Dickflüssig, cremig und eine langanhaltende
gebräunte bis braune
Schaumkrone. Kann lichtundurchlässig sein (falls nicht, dann
sollte das Bier klar
sein).
Geschmack: Mittel-süß bis
mittel-trocken am Gaumen, mit möglicherweise komplexen Noten von
Hafer und
dunklen Röstgetreide. Der Hafer kann einen nussigen,
getreideartigen oder
erdigen Geschmack beitragen. Dunkles Getreide in Zusammenwirkung mit
der
malzigen Süße kann den Eindruck von Milchschokolade oder
Milchkaffee aufkommen
lassen.
Mundgefühl: Mittel-voller bis
voller Körper, weich, seidig, manchmal fast eine gewisse
Öligkeit vom Hafer.
Cremig. Mittel bis mittel-hohe Kohlensäure.
Gesamteindruck: Ein sehr dunkles,
vollmundiges, röstartiges, malziges obergäriges Bier mit
einem komplementären
Hafergeschmack.
Geschichte: Dies ist eine
englische saisonale Variante des Sweet Stouts, welches in der Regel
weniger süß
als das Original ist. Hauptaugenmerk liegt auf dem Hafer, um den
Körper des
Bieres zu stützen und nicht auf den Einsatz von Laktose für
Körper und Süße.
Kommentierung: Bewegt sich
generell zwischen einem süßen und einem trockenen Stout in
Süße. Variationen
existieren, von eher süß bis auffällig trocken. Bittere
variiert ebenfalls,
sowie der Eindruck des Haferaromas/geschmacks. Ein geringer Anteil an
Hafer
unterstützt die Seidigkeit und den komplexen Geschmack des Bieres,
während ein
hoher Einsatz von Hafer einen sehr intensiven Geschmack, wie auch das
öligen
Mundgefühl unterstützt. Wenn solche Biere in dieser Kategorie
bewertet werden,
dann sollte etwas Flexibilität in der Bewertung herrschen.
Zutaten: Helles Malz,
Karamellmalz und dunkle Röstmalze und -getreide.
Hafer (5-10%) unterstützt die Vollmundigkeit und
Komplexität des
Geschmacks. Hopfen wird vornehmlich für die Bittere eingesetzt.
Obergärige
Hefe. Wasser sollte etwas Karbonathärte haben.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM
|
ABV
|
| 1,048 – 1,065 |
1,010 – 1,018 |
25 – 40 |
22 – 40+ |
4,2 – 5,9% |
Kommerzielle Beispiele: Samuel Smith
Oatmeal
Stout, Young's Oatmeal Stout, Maclay's Oat Malt Stout, Broughton
Kinmount
Willie Oatmeal Stout, Anderson Valley Barney Flats Oatmeal Stout, Goose
Island
Oatmeal Stout, McAuslan Oatmeal Stout, McNeill's Oatmeal Stout, Wild
Goose
Oatmeal Stout
13D.
Foreign Extra Stout
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category13.html#style13D)
Aroma: Röstgetreidearomen von moderat bis hoch,
kann
kaffee-, schokoladen- und/oder leicht verbrannte Noten haben.
Fruchtigkeit von
mittel bis hoch. Einige Versionen können Anklänge von
Melasse, Lakritz,
getrockneten Früchten und/oder weinähnliche Aromen haben.
Stärkere Versionen
können auch einen Anklang von Alkohol haben. Hopfenaroma reicht
von niedrig bis
nicht vorhanden. Diacetyl von niedrig bis nicht vorhanden.
Optik: Sehr tief braun bis
Schwarz. Klarheit kann durch tiefe Farbe beeinträchtigt scheinen
(falls nicht
lichtundurchlässig, sollte das Bier klar sein). Üppige
gebräunte bis braune
Schaumkrone mit guter Haltbarkeit.
Geschmack: Ein für die Tropen
eingebrautes Foreign Extra Stout kann auffallend süß sein,
während die
regulären Export-Stouts moderat trocken sind (man erhält den
Eindruck, dass es
sich um eine gehobene Version eines süßen oder trockenen
Stouts handelt).
Röstgetreide und Malzcharakter können von moderat bis hoch
sein, allerdings
sollte der Biss od. Kernigkeit eines trockenen Stouts nicht vorhanden
sein.
Tropische Exportversionen können eine Reihe von Fruchtestern
aufweisen, weiche
Geschmäcker von dunkelgerösteten Getreide und moderate
Bittere. Reguläre Export
Versionen haben weniger Ester, einen markanteren Röstgeschmack und
höhere
Bittere. Die Röstgeschmäcker beider Versionen tendieren zu
Kaffee, Schokolade
oder leicht verbrannten Getreide. Wenig bis kein Hopfengeschmack. Sehr
niedriges bis kein Diacetyl.
Mundgefühl: Mittel-voller bis
voller Körper, oft mit einem weichen, cremigen Charakter. Kann
durch den
Alkohol einen wärmenden Effekt haben. Moderat bis moderat-hohe
Kohlensäure.
Gesamteindruck: Ein sehr dunkles,
moderat starkes, röstbetontes obergäriges Bier. Tropische
Typen können
auffällig süß sein, während die regulären
Exportversionen eher trocken und
recht robust sind.
Geschichte: Diese Biersorte ist
im Original ein Stout mit einer hohen Stammwürze, die speziell
für den
tropischen Markt gebraut wurde (und somit auch unter dem Begriff
“Tropical
Stouts” bekannt). Eine flaschengefüllte Exportversionen von Dry
oder Sweet
Stouts (d.h. solche, die stärker sind) können auch in dieses
Profil passen.
Guinness Foreign Extra Stout wird bereits seit Anfang das 19.
Jahrhunderts
hergestellt.
Kommentierung: Dies ist eine eher
breit angelegte Kategorie von Stouts, denn sie können entweder
fruchtig und süß
oder trocken und bitter sein, u.U. sogar mit einer Brettanomyces-Hefe
versetzt
sein (Hefestamm vorkommend in den spontan vergorenen Bieren der Gegend
um
Brüssel). Man sollte diesen Biertyp entweder als eine gehobene
Version eines
Dry oder Sweet Stouts ansehen oder als eine abgespeckte Version eines
Imperial
Stouts ohne die späte Hopfengabe. Sehr bittere oder hopfenbetonte
Versionen
sollten besser als U.S. amerikanische Stouts gesehen, bzw. bewertet
werden.
Zutaten: Ähnlich wie Dry oder
Sweet Stouts, allerdings mit einer höheren Stammwürze. Helle
und dunkel
geröstete Malze, sowie Getreide kommen zum Einsatz. Hopfen wird
lediglich für
die Bittere genutzt. Der Einsatz von malzalternativen Zutaten, sowie
Zucker, um
die Stammwürze anzuheben ist möglich. Obergärige Hefe
(allerdings werden einige
tropische Versionen mit untergäriger Hefe gebraut).
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM |
ABV |
| 1,056 – 1,075
|
1,010 – 1,018
|
30 – 70 |
30 – 40+ |
5,5 –8,0% |
Kommerzielle Beispiele: Lion Stout
(Sri Lanka),
ABC Stout, Dragon Stout, Royal Extra "The Lion Stout" (Trinidad),
Jamaica Stout, Guinness Extra Stout (in Flaschen gefülltes Produkt
für den U.S.
Markt), Guinness Foreign Extra Stout (flaschengefüllt, auf dem
U.S. Markt nicht
erhältlich), Coopers Best Extra Stout, Freeminer Deep Shaft Stout,
Sheaf Stout,
Bell's Double Cream Stout
13E.
American Stout
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category13.html#style13E)
Aroma: Moderat bis starkes Aroma
von Röstmalzen, oft Anklänge von geröstetem Kaffee oder
dunkler Schokolade.
Verbrannte oder kohleartige Aromen sind niedrig bis nicht vorhanden.
Mittleres
bis sehr niedriges Hopfenaroma, oft mit einer citrusartigen oder
harzigen U.S.
amerikanischen Hopfennote. Ester sind optional, können allerdings
bis zu einer
mittleren Intensität vorhanden sein. Leichte alkohol-abgeleitete
Aromen sind
auch optional. Kein Diacetyl.
Optik: Generell eine tiefschwarze
Farbe, allerdings scheinen einige Typen in Richtung dunkelbraun zu
tendieren.
Üppige, haltbare Schaumkrone, von leicht gebräunt bis leicht
braun.
Normalerweise lichtundurchlässig.
Geschmack: Moderater bis sehr
auffallender Röstmalzgeschmack, oft in Richtung, Kaffee,
geröstete
Kaffeebohnen, dunkle oder bittere Schokolade. Kann einen leichten
verbrannten
Kaffeepulvergeschmack haben, allerdings sollte dieser Charakter nicht
zu sehr
auffallen. Niedrige bis mittlere Malzsüße, oft mit
auffallenden Schokoladen-
oder Karamellanklängen. Mittlere bis hohe Bittere. Hopfengeschmack
kann von
niedrig bis hoch reichen und reflektiert prinzipiell U.S. amerikanische
Sorten
mit ihrer citrusartigen und harzigen Art. Leichte Ester können
präsent sein,
sind aber nicht notwendig. Mittlerer bis trockener Abgang, hin und
wieder mit einer
leicht verbrannten Art. Die Empfindung von Alkohol kann präsent
sein, sollte
sich aber eher sanft zeigen. Kein Diacetyl.
Mundgefühl: Mittlerer bis voller
Körper. Kann in Richtung cremig gehen, besonders wenn eine kleine
Menge Hafer
eingesetzt wurde, um die Vollmundigkeit zu stärken. Kann etwas
röstmalzbedingte
Adstringenz haben, allerdings sollte dieser Effekt nicht zu
auffällig sein.
Mittel-hohe bis hohe Kohlensäure. Leichte bis moderat starke
alkoholische
Wärme, aber eher sanft und nicht exzessiv scharf.
Gesamteindruck: Ein
hopfenbetontes, bitteres, starkes röstbetontes “Foreign-Style”
Stout (der
Export-Variante)
Kommentierung: Brauereien zeigen
ihre Individualität in dem sie das Röstmalzprofil, die
Süße durch den Malz und
damit auch den malzbasierenden Geschmack variieren. Weiterhin wird oft
mit der
späte Hopfengabe gespielt. Diese Sorte weist einen eher kernigen
Röstmalzgeschmack und ein üppigeres Hopfenprofil, als andere
traditionelle
Stouts auf (außer Imperial Stout).
Zutaten: Helle U.S. amerikanischer
Malz als Basis. U.S. amerikanische Hefe. Variierender Einsatz von
dunklen und
Röstmalzen, sowie auch Karamellmalze. Hafer kann in kleinen Mengen
eingesetzt
werden. U.S. amerikanischer Hopfen.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM |
ABV |
| 1,050 – 1,075
|
1,010 – 1,022
|
35 – 75 |
30 – 40+ |
5,0 – 7,0% |
Kommerzielle Beispiele: Sierra
Nevada Stout,
North Coast Old No. 38, Avery Out of Bounds Stout, Three Floyds Black
Sun
Stout, Mad River Steelhead Extra Stout, Rogue Shakespeare Stout, Bell's
Kalamazoo Stout, Deschutes Obsidian Stout, Mendocino Black Hawk Stout
13F.
Russian Imperial Stout
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category13.html#style13F)
Aroma: Reichhaltig und komplex,
variierend zwischen geröstetem Getreide, Malzigkeit, Fruchtester,
Hopfen und
Alkohol. Der Röstmalzcharakter kann in Richtung Kaffee, dunkle
Schokolade oder
leicht verbrannte Töne gehen, die von leicht bis moderat stark
gehen kann. Das
Malzaroma kann von subtil bis üppig bis hin zu
Barleywine-ähnlich gehen,
abhängig von der Stammwürze und den eingesetzten Malzen. Kann
auch optional
eine leichte Spezialmalzart zeigen (z.B. Karamell), diese sollte
allerdings
Teil der Komplexität des Bieres sein und nicht dominieren.
Fruchtester können
niedrig bis moderat stark sein und können in Richtung dunkle
Früchte (z.B.
Pflaumen und Rosinen) gehen. Hopfenaroma kann von sehr niedrig bis
ausgesprochen aggressiv sein und kann auf jeglicher Art von Hopfen
basieren.
Ein alkoholischer Charakter kann präsent sein, sollte aber nicht
scharf oder
lösungsmittelartig sein. Lange gelagerte Versionen können
einen leichten
weinartigen, bzw. portweinartigen Charakter aufweisen, sollten aber
nicht sauer
sein. Kein Diacetyl. Die Ausgewogenheit variiert mit dem jeweils
dominanten
Aroma. Nicht alle hier erwähnten Aromen müssen zwingend
vorhanden sein, viele
Interpretationen und somit auch jegliche Kombinationen an Aromen
möglich. Eine
lange Lagerung hat auf Intensität, Ausgewogenheit und
Eingebundenheit der
Aromen Einfluss.
Optik: Die Farbe kann von dunkel
rötlich braun bis tiefschwarz reichen. Lichtundurchlässig.
Schaumkrone dunkel
gebräunt bis dunkles braun. Prinzipiell existiert eine üppige
Schaumkrone, die
Haltbarkeit reicht allerdings nur von niedrig bis moderat. Der hohe
Alkoholgehalt, bzw. die Viskosität des Bieres zeigt sich durch den
Glyzeringehalt, bzw. durch die sog. „Nasen“ an der Glasinnenseite, so
wie das
Bier geschwenkt wird.
Geschmack: Reichhaltig,
tiefgründig, komplex und oft sehr intensiv mit verschiedenen
Anteilen an
Röstmalzcharakter, Malzigkeit, Fruchtester, Hopfenbittere und
–geschmack, sowie
dem Geschmack, bzw. der Empfindung von Alkohol. Mittel bis aggressiv
hohe
Bittere. Mittel-niedrigen bis hohen Anteil an Hopfengeschmack (jede
Sorte
erlaubt). Moderat bis aggressiv hohen Röstmalzgeschmack, welches
geschmacklich
an Bitterschokolade, Kakao und/oder starker Kaffee erinnert. Ein
leichter
Geschmack nach verbranntem Getreide oder teerartiger Charakter kann
vorhanden
sein. Fruchtester reichen von niedrig bis intensiv und erinnert an
dunkle
Früchte (Rosinen, Pflaumen). Die Malzbasis schafft Ausgewogenheit,
bzw. unterstützt
den Geschmack deutlich, kann reichhaltig und ähnlich wie
Barleywine sein.
Optional kann hier eine Karamell-, brotartige oder toastartige Note
auftauchen.
Alkoholische Stärke sollte auffällig sein, allerdings scharf
oder
lösungsmittelartig. Kein
Diacetyl. Am Gaumen, bzw. im Abgang kann es von relativ trocken
bis
moderat süß reichen, normalerweise mit etwas nachhaltiger
Röstartigkeit,
Hopfenbittere und einem wärmenden Charakter. Die Ausgewogenheit
und die
Intensität des Geschmacks kann durch lange Lagerhaltung variieren,
wobei sich
einige Geschmacksrichtungen mehr in den Hintergrund bewegen,
weinartiger und
Portwein-typischer Charakter kann sich entwickeln.
Mundgefühl: Voll bis sehr voll,
fast viskos, mit einer sanften und üppigen Art (allerdings kann
der Körper mit
einer langen Lagerung etwas abnehmen). Sanfte Wärme kann von dem
Alkoholgehalt
ausgehen. Sollte nicht sirupartig und schlecht endvergoren sein. Die
Kohlensäure reicht von niedrig bis moderat, abhängig von
Alter und
Lagerhaltung.
Gesamteindruck: Dies ist ein
geschmacklich intensives, üppiges, dunkles obergäriges Bier.
Röstartig,
fruchtig und bittersüß mit einer auffallend Präsenz des
Alkohols. Geschmack von
dunklen Früchten, die mit einer röstartigen, verbrannten oder
fast teerähnlichen
Note einhergeht. Dies ist ein Bier wie ein dunkler Barleywine, wobei
jede
Facette eines biertypischen Geschmacks vorkommen kann.
Geschichte: Ursprünglich ein mit
hoher Stammwürze und hohem Einsatz von Hopfen hergestelltes
englisches Bier,
welches für den Export ins Baltikum gedacht war. Man sagt, dass
dieses Bier bei
russischen Zaren sehr beliebt war. Heutzutage ist dieses Bier beim U.S.
amerikanischen Kleinbrauereien noch viel beliebter.
Kommentierung: Es existieren eine
Reihe von Interpretationen, wobei die englischen Variationen mehr Wert
auf
verschiedene Spezialmalze und ein stärkeres Esterprofil, die U.S.
amerikanischen Variationen allerdings mehr auf Bittere,
Röstcharakter und späte
Hopfengabe legen. Die Breite der möglichen Charakteristika dieser
Biersorte
erlauben ein Maximum an Kreativität.
Zutaten: Hoch aufgelöstes helles
Malz, mit größeren Mengen an Röstmalzen und/oder
Röstgetreide. Praktisch jede
Art von Getreide/Malz ist einsetzbar, sowie jede Art von Hopfen
möglich ist.
Alkalisches Wasser ist notwendig, um die starke Säure der
Röstmalze zu
kompensieren. U.S. amerikanische oder englische obergärige Hefe.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM |
ABV |
| 1,075 – 1,095+
|
1,018 – 1,030+
|
50 – 90+ |
30 – 40+ |
8,0 – 12+% |
Kommerzielle Beispiele: Samuel Smith
Imperial
Stout, Courage Imperial Stout, Brooklyn Black Chocolate Stout, Rogue
Imperial
Stout, North Coast Old Rasputin Imperial Stout, Victory Storm King,
Bell's
Expedition Stout, Dogfish Head World Wide Stout, Thirsty Dog Siberian
Night,
Stone Imperial Stout, Avery The Czar, Founders Imperial Stout, Newport
Beach
John Wayne Imperial Stout, Great Lakes Blackout Stout
14A.
English IPA
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category14.html#style14A)
Aroma: Ein moderat bis moderat
hohes Hopfenaroma mit blumigen, erdigen oder fruchtigen Noten ist
typisch,
allerdings ist die Intensität des Hopfencharakter niedriger als
bei U.S.
amerikanischen Versionen. Eine leicht grasige Note durch die Methode
des
„Hopfenstopfens“ ist akzeptabel, aber nicht notwendig. Eine moderate
karamellähnliche oder toastartige Malznote ist üblich.
Niedrige bis moderate
Fruchtigkeit, entweder durch Ester oder durch Hopfen. Einige Versionen
haben
eine schwefelige Note, allerdings ist dies keine Voraussetzung.
Optik: Farblich reicht die Spanne
von gold-bernstein bis helles Kupfer, allerdings sind die meisten eher
hell bis
mittel-bernstein mit einem Hauch von Orange (farblich). Das Bier sollte
klar
sein, allerdings können einige unfiltrierte oder „hopfengestopfte“
Biere etwas
trübe sein. Helle Schaumkrone, die lange anhält.
Geschmack: Der Hopfengeschmack
reicht von mittel bis hoch mit einer moderaten bis prägnanten
Bittere. Der
Hopfengeschmack sollte ähnlich wie beim Aroma sein (blumig, erdig,
fruchtig
und/oder leicht grasig). Der Malzgeschmack sollte mittel-niedrig bis
mittel-hoch. Dieser sollte auffallend und angenehm sein und die gesamte
Hopfenart des Bieres unterstützen. Das Malz sollte englischen
Charakter haben,
bzw. etwas brotartig, bisquitähnlich, toast-, toffeeartig und/oder
karamellig
sein. Trotz des ausgeprägten Hopfencharakters dieser Biersorte,
sollte genug
Malzprofil, Körper und eine einhergehende Komplexität
existieren, damit
Ausgewogenheit herrscht. Sehr niedriger Anteil Diacetyl ist akzeptabel,
Fruchtigkeit durch die Vergärung und durch den Hopfen trägt
seinen Teil zu der
Komplexität bei. Im Abgang mittel bis trocken, Bittere kann bis in
den
Nachgeschmack vorhanden sein, sollte aber nicht kratzig wirken. Falls
sehr
sulfathaltiges Wasser benutzt wird, dann kann ein ausgeprägt
mineralischer,
trocken Abgang, etwas schwefeliger Geschmack und eine anhaltende
Bittere
präsent sein. In einigen stärkeren Versionen kann eine
saubere Alkoholnote
vorhanden sein. Der Einsatz von Eiche(nfässer) ist bei dieser
Sorte nicht
angebracht.
Mundgefühl: Sanftes,
mittel-leichtes bis mittleren Körper, ohne die hopfenbasierende
Adstringenz,
allerdings kann es mit der moderat bis mittel-hohen Kohlensäure
oft den
Eindruck einer allgemeinen Trockenheit trotz der Präsenz der
Malzsüße ergeben.
Eine leichte alkoholische Wärme kann in etwas stärkeren
Versionen ermittelt
werden.
Gesamteindruck: Ein hopfiges,
moderat starkes Pale Ale, das charakteristisch für die
eingesetzten englischen
Malze, Hopfen und Hefe ist. Diese Biersorte hat weniger Hopfencharakter
und
einen auffälligeren Malzgeschmack als die U.S. amerikanischen
Versionen.
Geschichte: Diese Biersorte wurde
speziell für die lange Überfahrt von England nach Indien
hergestellt. Die hohen
Temperaturunterschiede und die Bewegung des Schiffs ließen ein
gut
endvergorenes Produkt in Indien ankommen. Englische Pale Ales wurden
durch die
Biersorte India Pale Ale abgeleitet.
Kommentierung: Dies ist ein Pale
Ale, welches sich durch eine höhere Stammwürze und einen
gehobenen Hopfenanteil
auszeichnet. Moderne Versionen eines englischen IPA sind eher flau im
Gegensatz
zu deren Vorgängern. Die Bezeichnung IPA wird derzeit in England
sehr locker
gehandhabt und kann (inkorrekterweise) auch mal für ein Bier unter
4% Alk. Vol.
genutzt werden. Generell existiert bei dieser Sorte mehr Hopfen (in
später
Hopfengabe) und weniger Fruchtigkeit und/oder Karamellnote, als bei
englischen
Pale Ales und der Sorte Bitter. Frisch wirkendere Versionen haben
offensichtlich mehr den Charakter einer späten Hopfengabe.
Zutaten: Pale Ale Malz (hoch
aufgelöst und gut für eine Infusion Maische bei
gleichbleibender Temperatur),
englischer Hopfen, englische Hefe, die eine fruchtige,
schwefelig/mineralischer
Note fördert. Raffinierter Zucker kann in einigen Versionen
eingesetzt werden.
Hoch sulfat- und niedrig karbonathaltiges Wasser ist notwendig, um hier
ein
Bier ganz im „Burton“-Stil mit einer angenehmen Hopfenbittere entstehen
zu
lassen. Allerdings werden nicht alle Beispiele dieser Sorte einen
ausgeprägten
Sulfatcharakter aufweisen.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM |
ABV |
| 1,050 – 1,075
|
1,010 – 1,018
|
40 – 60 |
8 - 14 |
5,0 – 7,5% |
Kommerzielle Beispiele: Freeminer
Trafalgar
IPA, Hampshire Pride of Romsey IPA, Burton Bridge Empire IPA, Samuel
Smith's
India Ale, Fuller's IPA, King & Barnes IPA, Brooklyn East India
Pale Ale,
Shipyard Fuggles IPA, Goose Island IPA
14B.
American IPA
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category14.html#style14B)
Aroma: Ein herausragend bis
intensives Hopfenaroma mit einer citrusartigen, blumigen,
parfumähnlichen,
harzigen, pinienähnlichen und/oder fruchtigen Charakter, der sich
von dem
Einsatz des U.S. amerikanischen Hopfens ableitet. Viele Versionen sind
mit der
Methode „Hopfenstopfen“ hergestellt und können somit eine grasige
Note haben,
allerdings ist dies keine Voraussetzung. Etwas saubere Malznote kann im
Hintergrund erkennbar sein, sollte nicht so ausgeprägt, wie bei
den englischen
Versionen sein. Fruchtigkeit, entweder durch die Ester oder den Hopfen,
kann
auch in einigen Beispielen erkannt werden, eine neutrale Vergärung
ist
allerdings auch akzeptabel. Etwas Alkohol kann festgestellt werden.
Optik: Farblich reicht es von mittel
Gold bis mittel rötliches Kupfer, einige Versionen haben eine
Hauch von Orange
(farblich). Das Bier sollte klar sein, allerdings können einige
unfiltrierte
oder „hopfengestopfte“ Biere etwas trübe sein. Helle Schaumkrone,
die lange
anhält.
Geschmack: Der Hopfengeschmack
reicht von mittel bis hoch und sollte einen typischen U.S.
amerikanischen
Hopfencharakter mit einer citrusartigen, blumigen, harzigen,
pinienähnlichen
oder fruchtigen Note bieten. Mittel-hohe bis sehr hohe Hopfenbittere,
allerdings unterstützt die solide Malzbasis diesen Hopfencharakter
und trägt so
zu einer Ausgewogenheit bei. Der Malzgeschmack sollte von niedrig bis
mittel
reichen und sollte sauber und malzig süß sein – etwas
malzabgeleitete
Geschmäcker, wie Karamell oder Toast sind akzeptabel. Kein
Diacetyl. Niedrige
Fruchtigkeit ist akzeptabel, aber nicht vorgeschrieben. Die Bittere
kann bis in
den Nachgeschmack anhalten, sollte aber nicht kratzig sein.
Mittel-trockener
bis trockener Abgang. Einige saubere alkoholische Noten können in
stärkeren
Versionen vorhanden sein. Der Einsatz von Eiche(nfässer) ist bei
dieser Sorte
nicht angebracht. Etwas Schwefel kann vorhanden sein, wenn
sulfathaltiges
Wasser benutzt wird, allerdings sollten die meisten Beispiele dieser
Sorte
nicht in die Richtung ausfallen.
Mundgefühl: Sanftes,
mittel-leichtes bis mittleren Körper, ohne die hopfenbasierende
Adstringenz,
allerdings kann es mit der moderat bis mittel-hohen Kohlensäure
oft den
Eindruck einer allgemeinen Trockenheit trotz der Präsenz der
Malzsüße ergeben.
Eine leichte alkoholische Wärme kann in etwas stärkeren
Versionen ermittelt
werden. Im Körper etwas leichter als die englischen Versionen.
Gesamteindruck: Ein ausgesprochen
hopfiges und bitteres, moderat starkes U.S. amerikanisches Pale Ale.
Geschichte: Eine U.S.
amerikanische Version dieses historischen englischen Biertyps, der mit
U.S.
amerikanischen Zutaten und der dazugehörigen persönlichen
Einstellung gebraut
wird.
Zutaten: Pale Ale Malz (hoch
aufgelöst und somit für eine Infusionsmaische bei
gleichbleibender Temperatur
geeignet). U.S. amerikanischer Hopfen und Hefe, die ein saubereres und
etwas
fruchtigeres Profil ermöglicht. Generell 100% Malz basierend,
allerdings bei
niedrigeren Temperaturen für einen höheren
Endvergärungsgrad eingemaischt.
Wasser variiert von weich bis moderat sulfalthaltig.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM |
ABV |
| 1,056 – 1,075
|
1,010 – 1,018
|
40 – 60+ |
6 - 15 |
5,5 – 7,5% |
Kommerzielle
Beispiele: Stone IPA, Victory Hop
Devil, Anderson Valley Hop Ottin', Anchor Liberty Ale, Sierra Nevada
Celebration Ale, Three Floyds Alpha King, Harpoon IPA, Bell's
Two-Hearted Ale,
Avery IPA, Founder's Centennial IPA, Mendocino White Hawk Select IPA
14C.
Imperial IPA
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category14.html#style14C)
Aroma: Ein herausragend bis
intensives Hopfenaroma, welches sich durch U.S. amerikanischen,
englischen
und/oder Edelhopfeneinsatz ableitet (allerdings ist in der Regel eine
typisch
citrusartige Note vorhanden). Viele Versionen sind mit der Methode
„Hopfenstopfen“ hergestellt und können somit eine grasige oder
harzige Note
haben, allerdings ist dies keine Voraussetzung. Etwas saubere Malznote
kann im
Hintergrund erkennbar sein. Fruchtigkeit, entweder durch die Ester oder
den
Hopfen, kann auch in einigen Beispielen erkannt werden, eine neutrale
Vergärung
ist allerdings typisch. Etwas Alkohol kann festgestellt werden, sollte
aber
nicht scharf wirken.
Optik: Farblich reicht es von
mittel Gold bis mittel rötliches Kupfer, einige Versionen haben
eine Hauch von
Orange (farblich). Das Bier sollte klar sein, allerdings können
einige
unfiltrierte oder „hopfengestopfte“ Biere etwas trübe sein. Helle
Schaumkrone,
die lange anhält.
Geschmack: Der Hopfengeschmack
ist stark und komplex und spiegelt den Einsatz von U.S. amerikanischen,
englischen und/oder Edelhopfen wider.
Hohe bis absurd hohe Hopfenbittere, allerdings sollte die
Malzbasis
genug Unterstützung zur Verfügung stellen, damit ein wenig
Ausgewogenheit
herrscht. Der Malzgeschmack sollte von niedrig bis mittel reichen und
sollte
sauber und malzig süß sein – etwas malzabgeleitete
Geschmäcker, wie Karamell
oder Toast sind akzeptabel. Kein Diacetyl. Niedrige Fruchtigkeit ist
akzeptabel, aber nicht vorgeschrieben. Die Bittere kann bis in den
Nachgeschmack anhalten, sollte aber nicht kratzig sein.
Mittel-trockener bis
trockener Abgang. Einige saubere alkoholische Noten können in
stärkeren
Versionen vorhanden sein. Der Einsatz von Eiche(nfässer) ist bei
dieser Sorte
nicht angebracht. Etwas Schwefel kann vorhanden sein, wenn
sulfathaltiges
Wasser benutzt wird, allerdings sollten die meisten Beispiele dieser
Sorte
nicht in die Richtung ausfallen.
Mundgefühl: Sanftes,
mittel-leichtes bis mittleren Körper, ohne die hopfenbasierende
Adstringenz,
allerdings kann es mit der moderat bis mittel-hohen Kohlensäure
oft den
Eindruck einer allgemeinen Trockenheit trotz der Präsenz der
Malzsüße ergeben.
Eine leichte alkoholische Wärme kann in etwas stärkeren
Versionen ermittelt
werden.
Gesamteindruck: Ein intensiv
hopfiges, sehr starkes Pale Ale ohne die tiefe Malzbetonung, bzw. ohne
die
komplexen Malzgeschmäcker eines U.S. amerikanischen Barleywine.
Stark gehopft,
aber sauber, keine Kratzigkeit und wahrlich ein Tribut an historische
IPAs.
Geschichte: Dies ist eine erst
kürzlich entstandene U.S. amerikanische Sorte, die im Sinne des
Trends nach immer
ausgeprägt hopfigeren Bieren entstanden ist. Diese Kategorie
sollte historische
und moderne U.S. amerikanische Ales abdecken, die betont stärker,
hopfiger und
bewusst nicht so malzintensiv wie Barleywine sind. Die Bezeichnung
„Imperial“
ist optional und soll lediglich nahe legen, dass es sich hier ein
ausgeprägteres IPA handelt. Die Bezeichnungen „Double“, „Extra“
oder „Extreme“
beinhalten die gleichen Aussage.
Kommentierung: Üppiger als ein
englisches oder ein U.S. amerikanisches IPA, was Alkoholgehalt und der
Hopfenanteil (als frühe Gabe für die Grundbittere und
bezüglich später Gaben
zur Würze) angeht. Weniger malzbetont, weniger Körper, nicht
so reichhaltig und
mit einer größeren Hopfenintensität als ein U.S.
amerikanisches Barleywine.
Nicht unbedingt eine so hohe Stammwürze wie ein Barleywine. Dies
ist die
Vorzeigesorte für den Einsatz von Hopfen.
Zutaten: Pale Ale Malz (hoch
aufgelöst und einsetzbar für Infusionsmaischen bei
gleichbleibender
Temperatur). Eine Reihe von Hopfensorten können eingesetzt werden
(englische,
U.S. amerikanische und/oder Edelhopfensorten). Der U.S. amerikanische
Hopfen
kann eine saubere oder etwas fruchtige Art geben. Generell zu 100% aus
Malz,
allerdings Maische bei niedrigeren Temperaturen, um den
Endvergärungsgrad positiv
zu beeinflussen. Wasser variiert von weich bis moderat sulfathaltig.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM
|
ABV
|
| 1,075 – 1,090+ |
1,012 – 1,020 |
60 – 100+ |
8 - 15 |
7,5 – 10+% |
Kommerzielle Beispiele:
Dogfish Head
90-minute
IPA, Rogue I2PA, Stone Ruination IPA, Three Floyd's Dreadnaught,
Russian River
Pliny the Elder, Moylan's Moylander Double IPA. Stock ales include
examples
such as Stone Arrogant Bastard and Mendocino Eye of the Hawk.
15. Deutsches
Weizen- und Roggen-Bier
15A.
Weizen/Weissbier
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category15.html#style15A)
Aroma:
Moderate bis auffällige Phenole (normalerweise Nelke) und
Fruchtester
(normalerweise Banane). Die Ausgewogenheit und Intensität zwischen
Phenolen und
Fruchtester kann variieren, allerdings sind die besten Typen gut
ausgewogen und
beide Aromen gut erkennbar. Edelhopfenaroma ist niedrig bis nicht
vorhanden.
Ein leichtes bis moderates Weizenaroma (was wahrscheinlich als brot-
oder
kornartig empfunden wird) kann, andere Malzcharakteristika sollten
allerdings
nicht erkennbar sein. Kein Diacetyl oder Dimethylsulfid. Optional, bzw.
akzeptabel kann die Aromabandbreite folgendes beinhalten: eine leichte
citrusartige Säure, bzw. Frische, einen leichten bis moderaten
Vanilleanklang
und/oder ein wenig Kaufgummiaroma. Keine diese Aromen sollte zu
offensichtlich
sein, können aber oft zu Komplexität und Ausgewogenheit
beitragen.
Optik: Helles Stroh bis
sehr dunkles Gold (selten, dass es so dunkel wie Bernstein sollte).
Eine sehr
dicke, moussierende, langanhaltende Schaumkrone ist charakteristisch.
Der hohe
Eiweißgehalt eines unfiltrierten Weizens beeinträchtigt die
Klarheit,
allerdings kann der „Schleier“ mehr oder minder stark ausfallen. Ein
Hefeweizen
ist ebenfalls trübe, welches von in der Schwebe befindlichen
Hefeablagerungen
kommt (...). Das filtrierte Kristallweizen hat keine Hefe und sollte
brillant
klar sein.
Geschmack: Niedriger bis
moderat starker Bananen- und Nelkengeschmack. Die
Ausgewogenheit
und Intensität zwischen Phenolen und Fruchtester kann variieren,
allerdings
sind die besten Typen gut ausgewogen und beide Aromen gut erkennbar.
Alternativ, können auch sehr niedrige bis moderate
Vanilleanklänge, sowie wenig
Kaugummigeschmack den Bananengeschmack unterstreichen, Süße
und ein rundes Profil
– keines dieser sollte zu dominant in dieser Sorte sein. Der sanfte,
etwas
brot- oder kornartige Geschmack von Weizen, so wie auch ein kleiner
süßer
Pilsner Malz Geschmack kann ergänzend wirken. Hopfengeschmack ist
niedrig bis
nicht vorhanden, Hopfenbittere ist sehr niedrig bis moderat niedrig.
Ein
knackig-saurer, citrus-artiger Charakter der Hefe und ein hoher
Kohlensäuregehalt sind auffällig. Runder und
geschmacksintensiver Gaumen mit
einem relativ trockenem Abgang. Kein Diacetyl oder Dimethylsulfid.
Mundgefühl: Mittel-leicht
bis mittlerer Körper, niemals schwer. Schwebende Hefe kann das
Empfinden der
Körperfülle erhöhen. Die Konsistenz von Weizen
beinhaltet den Eindruck einer
cremigen, fast flauschig wirkenden Fülle, die zum Abgang leicht
und spritzig wird.
Die Kohlensäure unterstützt letzteres. Immer sehr perlig.
Gesamteindruck: Ein
helles, würziges, fruchtiges, erfrischendes weizenbasierendes
obergäriges Bier.
Geschichte: Ein
traditionelles weizenbasierendes obergäriges Bier im Ursprung aus
Süddeutschland.
Typisch
für den Sommergenuss, allerdings das
ganz Jahr hinüber produziert.
Kommentierung: Diese
Sorte ist ein
erfrischendes, schnell zu produzierendes Bier, leicht gehopft mit einem
einzigartigem Bananen und Nelken hefebasierenden Aroma. (…). Diese
Sorte
existiert als Hefeweizen, wie auch als Kristallweizen als klar
gefilterte
Version. Von der Art her ist ein Kristallweizen generell fruchtiger und
weniger
phenolisch, als Hefeweizen.
Zutaten: Typischerweise
wird ca. 50% Weizenanteil verwendet in einigen Fällen auf bis zu
70%, der
Restanteil ist Pilsner Malz. Eine traditionelle Dekoktionsmaische ist
für den
korrekten Körper zuständig ohne eine appetitverderbende
Süße entstehen zu
lassen. Weizenhefestämme produzieren eine typisch würzige und
fruchtige Note,
obwohl extreme Vergärungstemperaturen die Ausgewogenheit
beeinträchtigen
könnten und Fehlgeschmäcker hervorrufen können. Für
die korrekte Bittere wird
nur eine kleine Menge an Edelhopfen eingesetzt.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM |
ABV |
| 1,044
– 1,052 |
1,010
– 1,014 |
8 -
15 |
2 -
8 |
4,3
– 5,6% |
Kommerzielle Beispiele: Schneider Weisse
Original (recht außergewöhnlich ist die bersteinartige
Farbe), Paulaner
Hefe-Weizen, Hacker-Pschorr Weisse, Franziskaner Hefe-Weisse, Penn
Weizen,
Capitol Kloster Weizen, Sudwerk Hefeweizen, Brooklyner Weisse,
Barrelhouse
Hocking Hills HefeWeizen, Sprecher Hefeweizen
15B.
Dunkelweizen
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category15.html#style15AB)
Aroma:
Moderate bis auffällige Phenole (normalerweise Nelke) und
Fruchtester
(normalerweise Banane). Die Ausgewogenheit und Intensität zwischen
Phenolen und
Fruchtester kann variieren, allerdings sind die besten Typen gut
ausgewogen und
beide Aromen gut erkennbar. Ein leichtes bis moderates Weizenaroma (was
wahrscheinlich als brot- oder kornartig empfunden wird) kann vorhanden
sein und
wird oft durch einen Anklang von Karamel, Brotkruste oder üppige
Malzaromen
(z.B. durch den Einsatz von Wiener oder Münchner Malz) begleitet.
Alle
Malzaromen spielen nur eine unterstützende Rolle und sollten nicht
den
hefebasierenden Charakter des Bieres überflügeln. Kein
Diacetyl oder
Dimethylsulfid. Optional, bzw. akzeptabel kann die Aromabandbreite
folgendes
beinhalten: eine leichte citrusartige Säure, bzw. Frische, einen
leichten bis
moderaten Vanilleanklang und/oder ein wenig Kaufgummiaroma.
Optik: Leicht kupferfarben
bis Mahagoni-braun. Eine sehr dicke, cremige, langanhaltende beige
Schaumkrone.
Der hohe Eiweißgehalt eines unfiltrierten Weizens
beeinträchtigt die Klarheit,
allerdings kann der „Schleier“ mehr oder minder stark ausfallen. Ein
Hefeweizen
kann auch von in der Schwebe befindlichen Hefeteilchen trübe sein.
Geschmack: Niedriges bis
moderat starker Bananen- und Nelkengeschmack. Die Ausgewogenheit und
Intensität
der Phenole und Esteranteile kann variieren, allerdings sind diese bei
den
besten Marken dieser Sorte ausgeglichen und auffällig. Alternativ,
können auch sehr niedrige bis moderate Vanilleanklänge, sowie
wenig
Kaugummigeschmack den Bananengeschmack diesen Typus unterstreichen,
Süße und
ein rundes Profil – keines dieser sollte zu dominant ist dieser Sorte
sein. Der
sanfte, etwas brot- oder kornartige Geschmack von Weizen sollte
ergänzen, ebenso
die Karamel- und Melanoidin-Art des Münchner, wie auch des Wiener
Malzes. Die
reichhaltige Art des Malzes sollte niedrig bis mittel-hoch sein, sollte
aber
die hefebasierende Art der Sorte nicht überflügeln. Eine
Röstmalznote ist nicht
korrekt. Hopfengeschmack ist sehr niedrig bis nicht vorhanden,
Hopfenbittere
ist ebenso sehr niedrig bis nicht vorhanden. Ein etwas saurer,
citrusartiger
Charakter durch die Hefe, sowie ein hoher Anteil an Kohlensäure
ist manchmal
präsent, allerdings in der Regel etwas gedämpft. Runde,
geschmacksintensive und
oft etwas süßer Gaumen mit einem relativ trockenen Abgang.
Kein Diacetyl oder
Dimethylsulfid.
Mundgefühl:
Mittel-leichter bis mittelvoller Körper. Diese Konsistenz von
Weizen, sowie
auch der Hefe in Schwebe bringt den Eindruck einer cremigen Fülle
mit sich, die
in einem leichteren Abgang mündet. Dies wird durch eine moderate
oder hohe
Kohlensäure unterstützt. Die Präsenz von Münchner
und/oder Wiener Malz bringt
auch einen zusätzlichen Eindruck von Fülle mit sich. Sehr
perlig.
Gesamteindruck: Ein
moderat dunkles,
würziges, fruchtiges, malziges, erfrischendes, obergäriges
Bier. Zeigt die
besten Eigenschaften des Hefe- und Weizencharakters eines Hefeweizens
kombiniert mit der Malzigkeit eines Münchner Dunkel.
Geschichte: Altertümliches
bayrisches Weizenbier war oft dunkel. In den 50er und 60er Jahren hatte
Weizenbier kein wirkliches jugendliches Image, da meist ältere
Leute dieses
Bier aus gesundheitlichen Gründen tranken. Heutzutage ist das
hellere
Hefeweizen erheblich populärer.
Kommentierung: Der Einsatz
von Münchner und/oder Wiener Malz gibt dieser Sorte ein tiefes und
reichhaltiges Gerstenaroma, welches man so nicht in einem Hefeweizen
vorfindet.
(...).
Zutaten: Typischerweise
wird ca. 50% Weizenanteil
verwendet in einigen Fällen auf bis zu 70%, der Restanteil ist
Münchner
und/oder Wiener Malz. Eine traditionelle Dekoktionsmaische ist für
den
korrekten Körper zuständig ohne eine appetitverderbende
Süße entstehen zu lassen.
Weizenhefestämme produzieren eine typisch würzige und
fruchtige Note, obwohl
extreme Vergärungstemperaturen die Ausgewogenheit
beeinträchtigen könnten und
Fehlgeschmäcker hervorrufen können. Für die korrekte
Bittere wird nur eine
kleine Menge an Edelhopfen eingesetzt.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM |
ABV |
| 1,044
– 1,056 |
1,010
– 1,014 |
10
- 18 |
14
- 13 |
4,3
– 5,6% |
Kommerzielle Beispiele: Franziskaner Dunkel
Hefe-Weisse, Hacker-Pschorr Weisse Dark, Tucher Dunkles Hefe Weizen,
Ayinger
Ur-Weisse, Brooklyner Dunkel-Weisse
15C.
Weizenstarkbier
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category15.html#style15C)
Aroma: Reichhaltige, bock-ähnliche
Melanoidine und brotartige Malze kombiniert mit einem kräftigen
Aroma von
dunklen Fruchten (Pflaume, Trauben und Rosinen). Moderate bis starke
Phenole
(oft Vanille und/oder Nelke) steigern die Komplexität, einige
Bananen-ähnliche
Fruchtester können auch präsent sein. Ein moderates
Alkoholaroma ist üblich,
allerdings nie in Richtung Lösungsmittel. Kein Hopfenaroma,
Diacetyl oder
Dimethylsulfid.
Optik: Dunkel
Bernstein bis
dunkel und rubinbraun. Eine sehr dicke, cremige, langanhaltende leicht
gebräunte Schaumkrone ist charakteristisch. Der hohe Eiweißgehalt eines
unfiltrierten
Weizens beeinträchtigt die Klarheit, allerdings kann der
„Schleier“ mehr oder
minder stark ausfallen. Ein Weizenstarkbier ist ebenfalls trübe,
welches von in
der Schwebe befindlichen Hefeteilchen kommt.
Geschmack: Eine komplexe
Kombination aus reichhaltigen, bock-typischen Melanoidinen, dunklen
Früchten,
würzigen nelken-ähnlichen Phenolen, leichtem Bananen- oder
Vanille-Geschmack
und ein moderater Weizengeschmack. Der brot-artige Geschmack des Weizens wird
noch gefördert durch den Einsatz von Münchner und Wiener
Malzen. Kann einen
leicht süßlichen Gaumen haben, sowie einen leicht
schokoladenartigen Charakter
– ein Röstgeschmack ist allerdings nicht erwünscht. Ein
leicht säuerlicher
Anklang ist in Ordnung. Kein Hopfengeschmack, Hopenbittere niedrig.
Weizen,
Malz und der Hefecharakter dominieren den Gaumen, der Alkoholgehalt
fördert die
Ausgewogenheit im Abgang. Einige gute gelagerte Typen können etwas
sherry-artige Oxidation aufweisen, welches das Produkt noch komplexer
macht.
Kein Diacetyl oder Methylsulfid.
Mundgefühl: Mittel-voll
bis voller Körper. Ein cremiger Eindruck ist typisch, so wie der
auffallend
wärmende Eindruck durch den Alkohol. Der Einsatz von Münchner
und Wiener Malz
trägt zur Fülle mit bei. Moderate bis hohe Kohlensäure.
Niemals zu
alkoholbetont oder lösungsmittelartig.
Gesamteindruck: Ein
starkes, malziges, fruchtiges, weizenbasierendes obergäriges Bier,
welches die
besten geschmacklichen Eigenschaften eines Dunkelweizen mit der
Stärke eines
Bocks verbindet.
Geschichte: Die Marke
Aventinus, das erste obergärige Weizen-Doppelbock-Typ Bier wurde
zum ersten Mal
1907 im Weissen Brauhaus in München
hergestellt. Die angewandte Methode könnte „Methode Champenoise“,
wegen der
angewandten Flaschengärung genannt werden. Der Eigentümer
Schneider wollte
damit eine kreative Antwort auf die damals recht populäre
untergärige Sorte
Doppelbock geben. (Anmerkung: Hier wird diese Sorte als Weizenstarkbier
bezeichnet, um eher die Herkunft als stärker gebrautes
obergäriges Weizenbier
zu betonen. Die Bezeichnung Weizen-Bock ist u.U. korrekt als Hinweis
für die
Inspiration dieser Sorte, aber ist ansonsten verwirrend, da es nahe
legt, es
wäre eine „Mischung“ aus untergärigem Bock und
obergärigem Weizen. Ein Hauch
korrekter wäre dann Bock-Weizen, was zumindest ansatzweise
erkennen lässt, dass
es sich hier um ein Weizenbier in Bockstärke handelt).
Kommentierung: Dies ist
ein Dunkelweizen, welches auf Bock, bzw. Doppelbockstärke gebraut
wird. Es wird
inzwischen auch als Eisbock als Spezialbier hergestellt. (…).
Zutaten: Typischerweise
wird ca. 50% Weizenanteil verwendet in einigen Fällen auch bis zu
70%, der
Restanteil ist Münchner und/oder Wiener Malz. Eine traditionelle
Dekoktionsmaische
ist für den korrekten Körper zuständig ohne eine
appetitverderbende Süße
entstehen zu lassen. Weizenhefestämme produzieren eine typisch
würzige und
fruchtige Note, obwohl zu warme oder zu kalte
Vergärungstemperaturen die
Ausgewogenheit der Phenole und Ester beeinträchtigen könnten
und
Fehlgeschmäcker hervorrufen können. Für die korrekte
Bittere wird nur eine
kleine Menge an Edelhopfen eingesetzt.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM |
ABV |
| 1,064
–
1,080+ |
1,015
– 1,022 |
15
- 30 |
12
- 25 |
6,5
– 8,0+% |
Kommerzielle Beispiele: Schneider Aventinus,
Schneider Aventinus Eisbock, Erdinger Pikantus, Mahr's Der Weisse Bock,
Pyramid
Weizenbock, DeGroen's Weizenbock
15D.
Roggenbier
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category15.html#style15AD)
Aroma: Leichtes bis moderates würziges
Roggenaroma gemischt mit einem leichten bis moderatem Weizen-Hefe Aroma
(würzige Nelken und Fruchtester, entweder Banane oder Citrus).
Leichtes
Edelhopfenaroma ist akzeptabel. Kann ein etwas saures Aroma vom Roggen,
bzw.
von der Hefeaktivität haben. Kein Diacetyl.
Optik: Leicht
kupfern-orange bis sehr dunkel rötlich oder kupferbraun.
Üppige cremige beige bis
gebräunte Schaumkrone, dicht und langanhaltend (oft dick und
„zerklüftet“).
Trübe Erscheinung.
Geschmack: Kornartig,
moderat-niedriger bis moderat-starker würziger Roggen-Geschmack,
oft mit einem
Anflug eines kernigen Geschmacks nach Roggen oder Pumpernickelbrot.
Mittlere
bis mittel-niedrige Bittere und ein wenig anfänglich
Malzsüße (manchmal in
Richtung Karamel) sind möglich bis dann der hefige und
roggenbasierende
Charakter den Geschmack dominiert. Niedriger bis moderater
Weizen-Hefe-Charakter (Banane, Nelke und manchmal Citrus), obwohl die
Ausgewogenheit nicht immer gegeben sein muss. Mittel trocken,
kornartiger
Abgang mit einem bissigen, leicht bitteren (kommt vom Roggen)
Nachgeschmack.
Niedriger bis moderater Edelhopfenanklang ist in Ordnung und kann auch
noch im
Nachgeschmack erkennbar sein. Kein Diacetyl.
Mundgefühl: Mittlerer bis
mittel-voller Körper. Viel Kohlensäure. Etwas Säure möglich.
Gesamteindruck: Von der
Art her ein Dunkelweizen, welches mit Roggen hergestellt wird. Hat einen
üppigeren Körper und etwas Hopfencharakter im Abgang.
Geschichte: Ein
Spezialbier, welches ursprünglich aus Regensburg stammt. Ist eine
etwas
ausgeprägtere Variante eines Dunkelweizens, wobei Roggenmalz statt
Weizenmalz
genutzt wird.
Kommentierung: Es gibt
einige U.S. amerikanische Varianten eines Roggenbieres, wie auch einige
Biere,
die mit Roggen einen roggentypischen Charakter erhalten sollen – zwecks
einer
Verkostung sollten diese Biere nicht mit einem traditionellen
Roggenbier
verglichen werden. Roggen ist eine spelzenlose Kornart und ist somit
schwierig
zu maischen, bzw. zu läutern, denn es entsteht oft eine klebrige
Masse die
schwer zu verarbeiten ist. Roggen soll den wohl ausgeprägtesten
Geschmack von
allen Kornarten haben. Es ist nicht in Ordnung Kümmelsamen dem
Bier beizugeben
(so wie es einige U.S. amerikanische Brauer machen) – der
Roggencharakter
sollte alleine vom Roggen kommen.
Zutaten: Roggenmalz wird
in der Regel mit 50% genutzt (hin und wieder bis 60-65%). Der Rest kann
helles
Malz, Münchner, Weizen, Kristallmalz beinhalten, sowie kleine
Mengen an
entbitterten dunklen Malzen, um die Farbe zu beeinflussen. Die
Weizen-Hefe sorgt
für den typischen Bananen-Ester, wie auch für die
Nelken-Phenole.
Etwas Einsatz von
Edelhopfen für Bittere, Geschmack und Aroma. Niedrige
Vergärungstemperaturen
akzentuieren den Nelkencharakter und unterbinden die Esterformation.
Dekoktionsmaische normalerweise angewandt (so wie beim Weizenbier).
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM |
ABV |
| 1,046
– 1,056 |
1,010
– 1,014 |
10
- 20 |
14
- 19 |
4,5
- 6% |
Kommerzielle Beispiele: Paulaner Roggen
(formerly Thurn und Taxis, no longer imported into the US),
Bürgerbräu
Wolznacher Roggenbier
16.
Belgische und Französische obergärige Biere
16A. Witbier
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category16.html#style16A)
Aroma: Moderate
Süße (oft mit
einer leichten Honig- und/oder Vanillenote) mit leichten,
getreideartigen,
würzigen Weizenaromen, oft mit etwas säuerlichen Biss.
Moderat parfumartiger
Anflug von Koriander, oft mit einer komplexen gewürzigartigen,
würzigen oder
pfefferigen Note im Hintergrund. Moderat orangeartige Fruchtigkeit. Ein
niedriges hopfenwürziges Aroma ist optional, sollte aber nie die
anderen Aromen
überdecken. Kein Diacetyl. Gemüse-, sellerie- oder
schinkenartige Aromen, die
aus einigen Gewürzen stammen könnten sind nicht
erwünscht. Der Einsatz von
Gewürzen sollte so erfolgen, dass deren Aromen nicht dominant
wirken und sich
mit den fruchtigen, blumigen und süßen Aromen verbinden.
Optik: Sehr
helles Stroh bis sehr
helles Gold. Das Bier ist auffallend trübe
(Stärke-Trübung, bzw. durch den
Einsatz von ungemalztem Weizen oder durch die Hefe), sodass eine
milchiges,
weißlich-gelbliches Aussehen entsteht. Dichte, weiße,
cremige Schaumkrone.
Haltbarkeit der Schaumkrone sollte gut sein.
Geschmack:
Angenehme Süße (oft
mit einer leichten Honig- und/oder Vanillenote) und einer orangeartige
Fruchtigkeit. Erfrischend knackig mit einen trockenen, säuerlich
bissigen
Abgang. Kann etwas Weizengeschmack haben. Eine sehr leichte
Milchsäure ist
optional. Gewürzartige Geschmäcker sind üblich, aber
nicht dominant, bzw. kann
moderat nach Koriander und andere Gewürzen schmecken. Ein
würzig-erdiger
Hopfengeschmack von niedrig bis nicht vorhanden, bzw. ist
gegenüber den
Gewürzen nie auffällig. Hopfenbittere ist niedrig bis
mittel-niedrig (so wie
bei einem Hefeweizen) und ist nicht auffällig gegenüber den
erfrischenden und
fruchtig und würzigen Geschmacksnoten, bzw. hält nie bis in
den Abgang. Bittere
durch Orangenschale sollte nicht auffallen. Gemüse-, Sellerie-,
Schinken- oder
seifige Geschmacksnoten, die von einigen Gewürzen stammen
können, sind nicht
erwünscht. Kein Diacetyl.
Mundgefühl:
Mittel-leichter bis
mittlerer Körper, wobei oft eine sanfte Cremigkeit durch den
ungemältzen Weizen
und durch gelegentlich eingesetzten Hafer vorkommt. Trotz des
Körpers und der
Cremigkeit, ist der Abgang trocken und oft etwas säuerlich. Sehr
sprudelig
durch den hohen Kohlensäuregehalt. Durch die Kohlensäure
erfrischend, leichte
Säure und Mangel an Bittere im Abgang. Keine Kratzigkeit oder
Adstringenz durch
die Orangenschalen. Sollte nicht übermässig trocken oder
dünn wirken,
allerdings auch nicht zu dickfllüssig oder schwer.
Gesamteindruck:
Ein
erfrischendes, elegantes, schmackhaftes, moderat starkes,
weizenbasierendes,
obergäriges Bier.
Geschichte: Eine
Biersorte mit
über 400 Jahre Tradition, die allerdings vorerst in den 50er
Jahren des 20.
Jahrhunderts ausstarb. Später erfuhr es eine Renaissance durch
Pierre Celis und
dessen Brauerei Hoegaarden. Seitdem erfreut es sich einer steigenden
Popularität.
Kommentierung:
Die Präsenz, der
Charakter und der Anteil an Gewürzen, sowie der Milchsäure
variiert. Übermässig
gewürzte und/oder saure Biere sind keine guten Beispiele dieses
Biertyps. Das
Bier ist tendenziell nicht sehr haltbar, bzw. ist nicht
lagerfähig, somit sind
jüngere und frischere Biere vorzuziehen.
Zutaten:
Ungefähr 50% ungemälztes
Weizen (traditionell weicher, weißer Winterweizen) und bis zu 50%
helles
Gerstenmalz (üblicherweise Pilsnermalz). Bei einigen Bieren wird
von 5-10% Hafer
als Rohfrucht eingesetzt. Gewürze sind üblicherweise frisch
gemahlene Koriander
und Curacao oder manchmal Schalen von Süßorangen, um das
süße Aroma zu
unterstützen. Andere Gewürze (wie z.B. Kamille, Cumin, Zimt,
Paradieskörner) werden
im Sinne der Komplexität eingesetzt, sind aber bei weitem nicht so
auffällig.
Obergärige Hefe, die zu einem milden und würzigen Geschmack
beiträgt ist
charakteristisch. Manchmal wird eine Milchsäureinfektion
angestrebt, selten
auch eine Zugabe von Milchsäure vollzogen.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM
|
ABV |
| 1,044 – 1,052 |
1,008 – 1,012 |
10 - 20 |
2 - 4 |
4,5 – 5,5%
|
Ein
Alkoholgehalt von
5% ist
typisch.
Kommerzielle
Beispiele: Hoegaarden Wit, Vuuve
5, Blanche de Bruges, Blanche de Bruxelles, Brugs Tarwebier, Sterkens
White
Ale, Celis White (wird jetzt im U.S. Bundestaat Michigan hergestellt),
Blanche
de Brooklyn, Great Lakes Holy Moses, Unibroue Blanche de Chambly, Blue
Moon
Belgian White
16B.
Belgisches helles obergäriges Bier
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category16.html#style16B)
Aroma:
Auffälliges Malzaroma mit
einem moderatem Fruchtcharakter und niedrigem Hopfenaroma. Toast-, bzw.
bisquitartiges Malzaroma. Kann eine an Orangen oder Pfirsich erinnernde
Fruchtigkeit haben, allerdings nicht so fruchtig/citrusartig wie viele
andere
belgische obergärige Biere. Betont blumig oder würzig,
niedrige bis moderate
Stärke des Hopfencharakters, der sich optionalerweise mit
hintergründigen
pfefferigen, würzigen Phenolen verbindet. Kein Diacetyl.
Optik:
Bernsteinfarben bis
kupferfarbig. Sehr klar. Cremige weiße Schaumkrone, die
allerdings nicht so
haltbar ist, wie bei anderen belgischen Bieren.
Geschmack:
Fruchtig und leicht
bis moderat würzig mit einem sanften Malzgeschmack und relativ
leichtem
Hopfencharakter, sowie niedrigem bis sehr niedrigem Phenolanteil. Kann
Fruchtanklänge von Orange oder Pfirsich haben, ist allerdings
nicht so
fruchtig/citrusartig, wie andere belgische obergärige Biere. Hat
eine
anfänglich sanfte und malzige Süße mit einem toast-,
bisquitartigem und
nussigem Malzgeschmack. Der Hopfengeschmack ist niedrig bis nicht
vorhanden.
Die Hopfenbittere ist mittel bis niedrig und steht oft in Verbindung
mit einer
pfefferigen phenolischen Note. Der Abgang reicht von moderat trocken
bis
moderat süß, wobei die Hopfennote in den trockenen Versionen
stärker
hervorsticht.
Mundgefühl:
Mittel bis
mittel-leichter Körper. Der Alkoholgrad ist eher
zurückhaltend, bzw. jede
alkoholische Wärme sollte niedrig bis nicht präsent sein.
Kein
lösungsmittelartiger alkoholischer Charakter. Mittlere
Kohlensäure.
Gesamteindruck:
Ein fruchtiges,
moderat malziges, etwas würziges, süffiges, bernsteinfarbenes
obergäriges Bier.
Geschichte: Seit
Mitte des 18.
Jahrhunderts bekannt, die derzeit am bekanntesten Marken wurden kurz
nach dem
2. Weltkrieg perfektioniert, wobei der Einfluss an Hopfen und
Hefestämmen aus
England geholfen hat.
Kommentierung:
Diese Biersorte
ist in den flämischen Provinzen Antwerpen und Brabant am weitesten
verbreitet.
Diese Sorte gilt als ein Alltagsbier, bzw. in dieser Sorte sollte keine
geschmackliche Note zu auffallend sein, Ausgewogenheit ist hier
angesagt.
Zutaten: Pilsner
oder einfache
helle Gerstenmalze stellen das Rückgrat dieser Biersorte, wobei
(Cara) Wiener
und Münchner Malz für Farbe, Körper und Komplexität
eingesetzt wird.
Kandiszucker wird selten eingesetzt, da eine hohe Stammwürze
für diese
Biersorte nicht vorgesehen ist. Edelhopfen, z.B. steierischer Goldings,
East
Kent Goldings oder Fuggles werden in der Regel angewandt. Hefe, die
einen
moderat Anteil von Phenolen ermöglicht wird oft eingesetzt,
allerdings sollten
die Gärtemperaturen nicht zu hoch sein, damit der phenolische
Charakter nicht
zu ausgeprägt ist.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM
|
ABV |
| 1,048 – 1,054 |
1,010 – 1,014 |
20 - 30 |
8 - 14 |
4,8 – 5,5%
|
Kommerzielle
Beispiele: De Koninck, Speciale
Palm, Dobble Palm, Ginder Ale, Op-Ale, Vieux-Temps, Brewer's Art House
Pale
Ale, Ommegang Rare Vos (mit seinen 6,5% allerdings sehr
außergewöhnlich)
16C. Saison
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category16.html#style16C)
Aroma:
Hoher
Anteil an Fruchtigkeit mit
niedrigem bis moderatem Hopfenaroma und moderat bis nicht vorhandenem
würzigem
und alkoholischem Aroma. Fruchtester dominieren das Aroma und erinnern
oft an Citrusfrüchte, wie z.B. Orangen oder Zitronen. Ein
niedriges bis
mittleres würziges oder blumiges Hopfenaroma ist oft präsent.
Ein moderates
Gewürzaroma (durch tatsächliche Gewürzbeigaben und/oder
hefebasierende Phenole)
komplementiert die anderen Aromen. Sollten Phenole vorhanden sein, dann
sind
diese tendenziell pfefferig und nicht nelkenartig. Eine niedrige bis
moderat
Säure kann vorhanden sein, sollte aber die anderen Charakteristika
nicht überflügeln.
Gewürze- und hopfenbasierende, sowie säuerliche Aromen werden
typischerweise
mit der Stärke des Bieres auffälliger. Alkoholaromen sind
sanft, würzig und
niedrig in der Intensität und sollten weder brennend, kratzig oder
lösungsmittelartig sein. Der Malzcharakter ist leicht. Kein
Diacetyl.
Optik: Oft ein
auffallendes
helles Orange, kann aber auch von golden bis bernsteinfarben reichen.
Es gibt
keinen Zusammenhang zwischen Stärke und Farbe. Langanhaltende,
weiße
Schaumkrone, die das charakteristische „Brüssler Spitzen“-Muster
an der Glasinnenseite
hinterlässt. Das Bier ist nur mäßig klar, allerdings
üblich für diese Art der
unfiltrierten „bäuerlichen“ Biere. Sehr perlig.
Geschmack: Eine
Kombination aus fruchtigen
und würzigen Geschmacksnoten, durch einen weichen Malzcharakter
getragen. Eine
niedrige bis moderate Alkoholpräsenz und etwas säuerlichen
Biss. Die
Fruchtigkeit tendiert oft in Richtung Citrus (Orange oder Zitrone). Der
Einsatz
von ein oder mehreren Gewürzen unterstützen die
Komplexität. Ein niedriger
Gehalt an pfefferigen Phenolen (durch die Hefe) kann neben oder
alternativ zu
den Gewürznoten vorhanden sein. Der Hopfengeschmack ist niedrig
bis moderat und
generell würzig im Geschmack. Hopfenbittere reicht von moderat bis
hoch, sollte
aber nie die vorhandenen Fruchtester, Gewürz- Malznoten
übertünchen. Der
Malzcharakter ist leicht, bietet aber ausreichend Basis für die
anderen
Geschmacksnoten. Eine niedriger bis moderater säuerlicher Biss
kann vorhanden
sein, sollte aber die anderen Geschmacksnoten nicht überdecken.
Gewürze,
Hopfenbittere und –geschmack, sowie die Säure, steigen mit dem
Alkoholgehalt
des Bieres, während die Süße abnimmt. Keine
alkoholische Wärme, bzw.
Lösungsmittelcharakter. Eine merklich starke Karbonisierung und
Bittere geben
dieser Biersorte einen trockenen Abgang, mit einem langen, bitteren und
manchmal würzigen Nachgeschmack. Kein Diacetyl.
Mundgefühl:
Leichter bis
mittlerer Körper. Der Alkoholgrad reicht von mittel bis
mittel-hoch, allerdings
ist der alkoholwärmende Charakter nur niedrig bis mittel. Keine
ausgeprägte
alkoholische Wärme oder Lösungsmittelcharakter. Sehr hohe
Kohlensäure, sehr perlig. Es existiert genug prickelnde Säure
auf der Zunge, um den trockenen
Abgang auszugleichen. Ein niedriger bis moderater Säurecharakter
kann vorhanden
sein, um erfrischend zu wirken, sollte aber nicht zu aufdringlich sein.
Gesamteindruck:
Ein mittel bis
starkes obergäriges Bier mit einer charakteristischen
gelblich-orangen Farbe,
hohen Kohlensäureanteil, gut gehopft, fruchtig und trocken mit
durstlöschender
Säure.
Geschichte: Dies
ist typische
Sommerbiersorte des wallonischen Teils von Belgien. Traditionell immer
am Ende
der kalten Jahreszeit gebraut, um während der warmen Monaten bis
in den Herbst zu
reichen (Anmerkung: ähnlich wie das deutsche Märzen). Es
sollte üppig genug
sein, um die warmende Monate zu überstehen, allerdings leicht
genug, um auch im
Sommer durstlöschend zu sein. Heutzutage wird es von einigen
handwerklich geprägten
Brauereien hergestellt, die dieses Bier in der bäuerlichen
Tradition brauen.
Kommentierung:
Biere mit
verschiedenen Alkoholgraden existieren (“Tafelbiere” mit ca. 5%,
Exportqualität
mit ca. 6,5% oder stärkere Biere mit ca. 8% und mehr). Mit
steigender
alkoholischen Stärke schwindet die Süße und steigt der
Hopfen- und
Gewürzcharakter, sowie die Säure. Der Einsatz von
Kräutern und Gewürzen
spiegelt in der Regel die regional vorhandenen Zutaten wider. Die hohe
Kohlensäure hilft dabei, die verschiedenen Geschmacksnoten
hervorzubringen und
fördert die Wahrnehmung des trockenen Abgangs. Alle Biere dieser
Biersorte
haben einen merklich hohen säuerlichen Charakter eigen, wobei
dieser je nach
Brauerei auffallend variieren kann.
Zutaten: In der
Regel wird
Pilsnermalz eingesetzt, wobei aber auch Wiener, wie auch Münchner
Malz Farbe
und geschmackliche Komplexität beeinflussen kann. Weitere nicht
malzbasierende,
aber stärkefördernde Zutaten, wie Kandiszucker oder Honig
können für steigende
Komplexität, aber auch abnehmende Körperfülle eingesetzt
werden. Hopfenbittere
und –geschmack kann hier stärker präsent sein, als bei
anderen belgischen
Biersorten. Ein Saison wird manchmal mit
der Methode Hopfenstopfen
hergestellt. Edelhopfensorten, wie steirischer oder East Kent Goldings
wird in
der Regel eingesetzt. Eine große Bandbreite von Kräutern und
Gewürzen wird im
Sinne der Komplexität und Eigenständigkeit in stärkeren
Typen dieser Sorte
eingesetzt. Verschiedene Grade der Säuerlichkeit können z.B.
durch den Einsatz
von Gips, Sauermalz, einer sauren Maische oder durch den Einsatz von
Milchsäurebakterien gefördert werden. Hartes Wasser, wie es
im ganzen
wallonischen Teil von Belgien üblich ist, akzentuiert die Bittere
und den
trockenen Abgang dieser Biersorte.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM
|
ABV |
| 1,048 – 1,080 |
1,010 – 1,016 |
25 - 45 |
5 - 12 |
5,0 – 8,5%
|
Kommerzielle
Beispiele: Saison Dupont, Foret and Moinette Blonde; Fantome
Saison(s); Saison de Pipaix and La Folie; Saison Silly; Saison Regal;
Saison
Voisin; Lefebvre Saison 1900; Ellezelloise Saison 2000; Brooklyn
Saison;
Southampton Saison; New Belgium Saison; Pizza Port-Carlsbad Saison
16D.
Bière de Garde
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category16.html#style16D)
Aroma:
Auffallende malzige Süße,
oft mit einem komplexen, leicht bis moderatem toastartigen Charakter.
Niedrige
bis moderate Esteranteile. Wenig bis kein Hopfenaroma (kann ein wenig
würzig
sein). Kommerzielle Typen haben oft einen leicht moschusartigen,
holzigen,
kellerähnlichen Ton, der beim Heimbrauen schwer nachzuahmen ist.
Hellere
Versionen sind immer noch malzig, allerdings fehlen hier die tieferen,
reichhaltigeren Aromen, bzw. es könnte das Hopfenaroma hier
stärker
hervortreten. Kein Diacetyl.
Optik: Drei
Hauptvariationen
dieser Sorte existieren (blong, bernsteinfarben oder braun), somit kann
die
Farbe von gold-blond bis rötlich-bronzefarben bis kastanienbraun
reichen.
Klärung dieser Biersorte reicht von gut bis mäßig,
allerdings kann eine Trübung
bei diesem unfiltriertem Bier durchaus mal auftreten. Ausgeprägte
Schaumkrone,
generell von weiß bis beige (entsprechender Bierfarbe), hoher
Anteil an
Kohlensäure.
Geschmack:
Mittlerer bis hoher
Malzgeschmack, oft mit einer toast-, toffee- oder karamellartigen
Süße.
Malzgeschmack und Komplexität tendieren dazu größer zu
werden, so wie das Bier
dunkler wird. Niedrige bis moderate Fruchtester und
alkoholunterstützte
Geschmacksnoten. Mittel-niedrige Hopfenbittere trägt zur
Ausgewogenheit bei,
allerdings tendiert diese Biersorte in Richtung Malzcharakter. Der
Abgang ist
mitteltrocken bis malzig. Der Alkohol kann eine zusätzliche
Trockenheit im
Abgang fördern. Wenig bis kein Hopfengeschmack, allerdings
können hellere
Versionen einen etwas ausgeprägten würzigen Hopfengeschmack
haben (die
Empfindung wird möglicherweise auch von der Hefetätigkeit
gefördert). Sanfter,
gut gelagerter Charakter. Kein Diacetyl.
Mundgefühl:
Mittel bis
mittel-voller Körper, oft mit einem sanften, seidigen Charakter.
Moderate bis
hohe Karbonisierung. Moderate alkoholische Empfindung, sollte aber
sanft und
nie auffallend wärmend sein.
Gesamteindruck:
Ein eher starkes,
malziges, gut gelagertes handwerklich gebrautes und bäuerlich
inspiriertes
obergäriges Bier.
Geschichte: Der
Name steht
wortwörtlich für “gelagertes Bier”. Dies ist traditionell ein
handwerklich
hergestelltes, bäuerlich inspiriertes obergäriges Bier aus
Nord-Frankreich.
Dieses Bier wird ähnlich wie die Biersorte Saison im Frühjahr
gebraut und in
gut kühlenden Kellern für den Verbrauch im Sommer
bereitgehalten. Heutzutage
wird es ganzjährig gebraut. Im Gegensatz zu einem Saison ist ein Bière de Garde
runder,
üppiger, süßer, malzorientierter, hat oft einen sog.
„Kellercharakter“
und hat nicht die Würze und den säuerlichen Biss eines
Saison.
Kommentierung:
Es existieren drei
Kategorien innerhalb dieser Biersorten: Blonde, Brune und Ambree. Die
dunkleren
Typen sind mehr in Richtung Malzbetonung ausgelegt, die helleren eher
in
Richtung Hopfencharakter (zählen aber immer noch mehr als
malzorientierte
Biere). Eine verwandte Bierart ist das Biere de Mars (März-Bier),
welches aber
eher für den baldigen Konsum gedacht ist, bzw. nicht so gut
lagerfähig ist, wie
ein Bière de Garde.
Zutaten: Der
sog.
„Kellercharakter“, der in kommerziellen Bieren oft vorkommt ist in
heimgebrauten Bieren schwer zu duplizieren, da er meist durch
hauseigene
Hefestämme entsteht. Kommerzielle Biere zeigen weiterhin einen
„korkigen“,
trockenen, adstrigierenden Charakter, der oft inkorrekterweise als
„kellerähnlich“ beschrieben wird. Heimgebraute Versionen sind
somit sauberer.
Die Grundmalze hängen von der Farbe des Bieres ab, allerdings
werden in der
Regel helle Malze, Wiener, wie auch Münchner Malz eingesetzt.
Dunklere Typen
zeigen eine reichhaltigere, komplexe Art und Süße, die von
Kristallmalzen
herrührt. Die eingesetzte Hefe ist entweder untergärige Hefe
oder obergärige,
die bei niederen Temperaturen eingesetzt wird. Es folgt eine lange
Lagerphase.
Weiches Wasser. Blumiger oder würziges
kontinental-europäischer Hopfen.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM
|
ABV |
| 1,060 – 1,080 |
1,012 – 1,018 |
20 - 30 |
6 - 9 |
6,0 – 8,0%
|
Kommerzielle
Beispiele: Jenlain (braun), St. Amand (braun), Ch'Ti Brun
(braun), Ch'Ti Blond (blond), La Choulette (alle drei Kategorien), La
Choulette
Bière des Sans Culottes (blond), Saint Sylvestre 3 Monts
(blond), Biere
Nouvelle (braun), Castelain (blonde), Jade (bernstein), Brasseurs
Bière de
Garde (bernstein)
16E.
Belgisches
obergäriges
Spezialitäten-Bier (oft als Streek-Bier oder
Regionalspezialitätenbier bekannt)
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category16.html#style16E)
Aroma: Variiert.
Die meisten
Biere dieser Sorte zeigen variierende Mengen an Fruchtestern,
würzige Phenole
und/oder hefebasierende Aromen auf. Aroma durch tatsächliche
Gewürzzutaten
können vorhanden sein. Das Hopfenaroma reicht von nicht vorhanden
bis hoch und
kann den Charakter der Hopfenstopfen-Methode aufweisen. Das Malzaroma
kann von
niedrig bis hoch variieren und kann den Charakter von anderen
Getreidesorten
(außer Gerste) aufweisen, wie z.B. Weizen oder Roggen. Einige
zeigen den
Charakter von belgischen Microorganismen, wie z.B. Brettanomyces
und/oder
Milchsäurebakterien. Kein Diacetyl.
Optik: Variiert.
Die Farbe variiert sehr
stark von hellem Gold bis sehr dunkel. Reicht von sehr klar bis
trübe.
Haltbarkeit der Schaumkrone ist in der Regel gut. Generell moderate bis
hohe
Karbonisierung.
Geschmack:
Variiert. Eine große
Bandbreite von Geschmacksnoten kann in der Bierkategorie gefunden
werden.
Malzbetonung reicht von leicht bis recht üppig. Hopfengeschmack
und –bittere
von niedrig bis hoch. Gewürzgeschmacksnoten kann durch
hefebasierende Phenole
oder durch tatsächlich Gewürzegaben herrühren. Kann
Charakter von Weizen oder
Roggen aufweisen. Kann einen Geschmack hervorgerufen von belgischen
Microorganismen, wie z.B. Brettanomyces oder Milchsäurebakterien
haben. Kann
den Geschmack von Kandiszucker oder Honig aufweisen.
Mundgefühl:
Variiert. Einige Biere recht
gut endvergoren (somit recht leicht im Körper - gemessen an deren
Stammwürze)
andere zeigen sich als recht üppig, bzw. vollmundig. Die meisten
sind moderat
bis hoch karbonisiert. Ein wärmende Empfindung durch den Alkohol
kann in
einigen stärkeren Typen auffallen. Die Säure kann auffallend
präsent sein.
Gesamteindruck:
Variiert. Diese
Kategorie von Bieren umfasst eine große Bandbreite an belgischen
obergärigen
Bieren, die durch wahrlich handwerklich geprägte Brauereien
hergestellt werden.
Diese Brauereien zeichnen sich eher durch die Herstellung von
eigenständigen und kreativen Bieren als durch Kommerzialität
aus.
Geschichte: Sehr
eigenständige
Biere von kleinen, unabhängigen belgischen Brauereien, die
entweder eine starke
regionale Fangemeinde haben oder sogar so etwas wie Kultstatus auch in
anderen
Ländern erreicht haben. Oft werden diese Biere zum großen
Teil exportiert.
Kommentierung:
Die ist eine sehr
große Kategorie belgischer Biere, die sonst in keine andere
Biersorten-Kategorie hineinpasst. Für die Bewertung von Bieren
kann diese
Kategorie genutzt werden, um Kopie von bekannten kommerziellen Bieren
(wie z.B.
Orval, La Chouffe etc.) zu erfassen oder um ein Bier zu kategorisieren,
was
sonst in keine belgische Biersorte hineinpasst (z.B. Belgische
Barleywines,
Trappist Enkels und Quadripel, belgische gewürzte Weihnachtsbiere
etc.) oder
wenn ein Brauer ein Bier kreiert, was als experimentell zu bezeichnen
wäre
(z.B. ein starkes belgisches goldfarbenes obergäriges Bier mit
Gewürzen oder
etwas anderes, was auffallend einzigartig ist). Kreativität stellt
die einzige
Einschränkung dar, allerdings müssen die Einreicher im Sinne
einer adequaten
Bewertung angeben, was dieses Bier ausmacht. Der Bewerter müssen
in der Lage
sein zu verstehen, welche Intention hinter diesem Bier steckt, um das
Bier
korrekt bewerten zu können. Somit muss der Einreichende entweder
angeben, welches
Bier er oder sie kopiert, die neue Stilrichtung, die dieser Bier
darstellen
soll oder welche besonderen Zutaten oder Herstellungsmethode hier zum
Einsatz
kommt. Weitere Hintergrundinformationen für dieses Bier sollten
wenn nötig zur
Verfügung gestellt werden, inkl. Sortenparameter oder eine
ausführliche
Beschreibung des Produkts und der Herstellung. Biere, die in andere
belgische Biersortenkategorien
passen, sollten hier nicht eingereicht werden.
Zutaten: Diese
Kategorie kann
Kräuter und/oder Gewürze beinhalten. Sie kann
ungewöhnliche
Getreidesorten
beinhalten, allerdings sollte der entsprechende Getreide-, bzw.
Malzcharakter
hervorstechen, was es sich hier um die Hauptzutat handelt. Es
kann
Kandiszucker
und Honig beinhalten und es kann gewisse belgische Mirkoorganismen, wie
z.B.
Brettanomyces oder Milchsäurebakterien beinhalten.
Ungewöhnliche Methoden, wie
z.B. das Verschneiden (Cuvee), dürfen angewandt werden, es sollte
aber ein
nachvollziehbares Produkt daraus entstehen. Die Herstellungsmethode ist
nicht
ausschlagend, wenn hier eine blindverkostende Bewertungsmannschaft
geschmacklich kein neues Produkt entdeckt.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM
|
ABV |
| - |
- |
- |
- |
- |
Variiert.
Kommerzielle
Beispiele: Orval; De
Dolle Brouwer's Arabier, Oerbier, Boskeun und Still Nacht; La Chouffe,
McChouffe, Chouffe Bok und N'ice Chouffe; Ellezelloise Hercule Stout
und
Quintine Amber; Unibroue Ephemere, Maudite, Don de Dieu, etc.; Minty;
Zatte
Bie; Caracole Amber, Saxo und Nostradomus; Silenrieu Sara und Joseph;
Fantôme
Black Ghost und Speciale Noël; St. Fullien Noël; Gouden
Carolus Noël; Affligem
Nöel; Guldenburg und Pere Noël; De Ranke XX Bitter; Bush
(Scaldis);
Grottenbier; La Trappe Quadrupel; Weyerbacher QUAD; Bière de
Miel; Verboden
Vrucht; New Belgium 1554 Black Ale; Cantillon Iris; und viele andere
17. Saure obergärige
Biere
17A.
Berliner Weisse
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category17.html#style17A)
Aroma:
Ein auffallend saurer Charakter ist dominant. Ein moderat fruchtiger
Charakter
möglich. Die Fruchtnote kann sich mit der Lagerung verstärken
und eine blumige
Note sich entwickeln. Ein leichtes Brettanomyces Aroma („Pferdesattel“)
kann
präsent sein. Kein Hopfenaroma, kein Diacetyl oder Dimethylsulfid.
Optik: Sehr helles Stroh.
Klar bis etwas trübe. Große, dichte, weiße
Schaumkrone. Immer sehr perlig.
Geschmack: Saubere
Laktobazillus-Säure dominiert, bzw. kann recht stark sein,
allerdings nicht so
stark wie bei einem Lambic. Ein einhergehender brot-, bzw. kornartiger
Weizengeschmack ist bemerkbar. Hopenbittere ist niedrig. Ein
leichter Brettanomyces-Geschmack kann auffallen, so wie eine
zurückhaltende
Fruchtigkeit (beides ist optional). Kein Hopfengeschmack. Kein Diacetyl
oder
Dimethylsulfid.
Mundgefühl: Leichter
Körper. Sehr trockener Abgang. Hoher Gehalt an Kohlensäure.
Kein Anflug von
Alkohol.
Gesamteindruck: Ein sehr
helles, saures, erfrischendes, leicht alkoholischen Weizenbier.
Geschichte: Eine regionale
Spezialität aus Berlin – von Napoleon’s Truppen wurde dieses Bier
1809 wegen
dessen lebhaften und eleganten Art als der “Champagne des Nordens”
tituliert. Nur noch
zwei
traditionelle Brauereien produzieren dieses Bier.
Kommentierung: Wird
hierzulande mit
einer Stärke von 7-8 Grad Plato als Schankbier bezeichnet. Wir in
der Regel mit einem Schuss Himbeer oder Waldmeistersirup versetzt, oder
sogar
mit einem Pilsner gemischt, um der üppigen Säure
entgegenzuwirken. Einige
empfinden dieses Bier als das erfrischendste, welches es auf der Welt
gibt.
Zutaten: Weizenmalzanteil
ist normalerweise unter 50% der gesamten Schüttung (in der Regel
um 30%), wobei
der Rest Pilsner Malz ist. Eine obergärige Vergärung unter
Einbeziehung des
Laktobazillus delbruckii (Mlichsäureinfektion) ist verantwortlich
für diese
scharfe Säure, die durchaus noch gesteigert werden kann, in dem
Biere
verschiedenen Alters verschnitten werden, sowie durch eine längere
kühle
Lagerung. Eine nicht optimale Schaumkrone und niedriger
Kohlensäuregehalt kann
durch eine inkorrekte Reaktion der Hefe ausgelöst werden in dem
diese zu hohe
Anteile an Milchsäure produziert. Hopfenbittere ist extrem
niedrig. Einige
Heimbrauer stellen dieses Bier mit einer Sauermaische her.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM |
ABV |
| 1,028
– 1,032 |
1,004
– 1,006 |
3 -
8 |
2 -
3 |
2,8
– 3,6% |
Kommerzielle Beispiele: Schultheiss Berliner
Weisse, Berliner Kindl Weisse, Nodding Head Berliner Weisse
17B.
Flämisches rotes obergäriges Bier
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category17.html#style17B)
Aroma: Komplexe
Fruchtigkeit mit
komplementärer Malzbetonung. Fruchtigkeit ist spürbar hoch
und erinnert an
dunkle Kirschen, Orangen, Pflaumen oder rote Johannisbeere. Es finden
sich auch
oft Anklänge von Vanille und/oder Schokolade. Würzige Phenole
können in
kleineren Mengen vorhanden sein, diese fördern die
Komplexität.
Das saure Aroma
reicht von geschmacksergänzend bis intensiv. Kein Hopfenaroma.
Diacetyl kann in
kleinen Mengen wahrgenommen werden.
Optik: Tief rot,
burgunderrot bis
rötlich-braun. Gute Klarheit. Durchschnittlich bis gute
Schaumhaltbarkeit.
Geschmack:
Intensive
Fruchtigkeit, die oft mit Pflaumen, Orangen, schwarze Kirsche, wie auch
rote
Johannisbeere geschmacklich in Verbindung gebracht werden. Ein milder
Vanille-
und/oder Schokoladencharakter ist präsent. Würzige Phenole
können in niedrigen
Mengen ermittelt werden, Komplexität steigt dadurch. Ein
säuerlicher Ton reicht
von komplementär bis intensiv. Reichhaltige, süße
Geschmacksnoten reichen von
komplementär bis auffallend. Sowie der säuerliche Charakter
steigt, tritt die
Süße mehr in den Hintergrund (und umgekehrt). Kein
Hopfengeschmack. Zurückhaltende
Hopfenbittere. Eine säuerliche, tanninbasierende Bittere ist von
niedrig
bis moderat vorhanden und unterstützt somit die Empfindung es
handele sich hier
um einen Rotwein. Diacetyl kann in kleinen Mengen vorhanden sein.
Mundgefühl:
Mittlerer Körper.
Niedrige bis mittlere Kohlensäure. Niedrige bis mittlere
Adstringenz, so wie
ein gut gelagerter Wein, oft mit einer prickelnden Säure. Angenehm
leicht und
spritzig am Gaumen, allerdings ist ein süßerlicher Abgang
üblich.
Gesamteindruck:
Ein komplexes,
saures, rotweinähnliches belgisches obergäriges Bier.
Geschichte: Dies
ist ein
westflämisches Original in seiner Typizität am besten durch
die Produkte der
Rodenbach-Brauerei dargestellt. Diese Braustätte wurde 1820
gegründet, basiert
aber auf älteren Brautraditionen. Das Bier wird bis zu 2 Jahre
gelagert, oft in
riesigen Eichenfässern, die statische Mikroorganismen aufweisen,
die das Bier
säuern. In Belgien und England existierte einst die Tradition
jüngere mit
älteren (und säuerlichen) Bieren zu verschneiden, um somit
ausgewogener Biere
zu haben. Während heute noch größere Brauereien dieses
Verschneiden
praktizieren, um gleichbleibende Qualitäten zu ermöglichen,
ist diese Methode
der Herstellung eher vom Aussterben bedroht.
Kommentierung:
Lange Lagerung und
das Verschneiden von jungen mit gut gelagerten Bieren ist üblich,
so dass
sanftere und komplexere Biere entstehen. Hin und wieder werden die
gelagerten
Biere als sog. Connoisseur Biere auf den Markt gebracht. Diese
Biersorte wird
auch als Burgunder-Wein Belgiens bezeichnet, da es von allen Bieren dem
Charakter von Wein am nächsten kommt. Die rötliche Farbe
entstammt dem Malz,
allerdings kann ein farblich Anflug von Burgunder auch durch eine
verlängerte
Kochphase erschaffen werden. Lagerung hilft auch dabei das Bier dunkler
zu
machen. Diese Biersorte ist säuerlicher, die Fruchgeschmacksnoten
erinnern mehr
an Rotwein als bei einem Oud Bruin (s. Kategorie 17C).
Zutaten: Die
Grundzutat besteht
aus Wiener und/oder Münchner Malz, sowie einem kleinen Anteil sog.
Special
B-Malz. Zusätzlich kann bis zu 20% Maisflocken oder Mais an sich
eingesetzt
werden. Kontinental-europäischer oder britischer Hopfen mit einem
niedrigen
Alphasäure-Gehalt ist notwendig (Hochalpha-Sorten oder
ausgeprägte U.S.
amerikanische Sorten sollten nicht verwandt werden). Saccharomyces,
Milchsäurebakterien und Brettanomyces sind wichtig für den
geschmacklichen
Charakter dieser Biersorte.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM
|
ABV |
| 1,046 – 1,0454 |
1,008 – 1,016 |
15 - 25 |
10 -16 |
5,0 – 5,5%
|
Kommerzielle
Beispiele: Rodenbach Klassiek,
Rodenbach Grand Cru, Bellegems Bruin, Duchesse de Bourgogne, New
Belgium La
Folie, Petrus Oud Bruin, Southampton Publick House Flanders Red Ale,
Verhaege
Vichtenaar
17C.
Flämisches Oud Bruin
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category17.html#style17C)
Aroma: Komplexe
Kombination von
Fruchtestern und einem üppigen Malzcharakter. Die Fruchtester
erinnern an
Rosinen, Pflaumen, Feigen, Datteln und schwarze Kirschen. Ein
Malzcharakter,
der mit Karamell, Toffee, Orangen oder Schokolade in Verbindung
gebracht werden
kann ist auch üblich. Würzige Phenole können in kleinen
Mengen vorhanden sein,
die Komplexität erhöht sich dadurch. Ein
Sherry-ähnliches Aroma ist möglich ist
signalisiert ein gealtertes Produkt. Ein leichtes saures Aroma kann
vorhanden
sein und kann mit Alter des Bieres etwas ansteigen, sollten aber nie
einer
ausgeprägten Säure oder gar einem Essigstich nahe kommen.
Kein Hopfenaroma.
Diacetyl ist in kleinen Mengen ermittelbar, dann aber nur
komplementär.
Optik: Dunkel
rötlich braun bis
braun. Gute Klarheit. Durchschnittlich bis gute Schaumhaltbarkeit.
Geschmack:
Malzig mit fruchtiger
Komplexität und etwas Karamellcharakter. Fruchtigkeit beinhaltet
normalerweise
dunkle Früchte, wie Rosinen, Pflaumen, Feigen, Datteln und
schwarze Kirschen.
Ein Malzcharakter mit Karamell, Toffee, Orange oder Schokolade kann
auch
vorkommen. Würzige Phenole können vorhanden sein. Eine
leichte
Säure kann in gut
gelagerten Bieren auftauchen, sowie ein Sherrynote aufweisen, die man
als
„süß und
sauer“-Profil bezeichnen könnte. Die Säure sollte nicht
betont sein und
vorallendingen nicht an Essig erinnern. Hopfengeschmack ist nicht
vorhanden.
Unauffällige Hopfenbittere. Niedrige Oxidation ist angemessen im
Sinne der
Komplexität. Diacetyl kommt in kleinen Mengen vor.
Mundgefühl:
Mittel bis
mittel-voller Körper. Niedrige bis moderate Karbonisierung. Keine
Adstringenz,
aber ein süßlich, säuerlich bissiger Abgang.
Gesamteindruck:
Ein malziges,
fruchtiges, gut gelagertes, etwas säuerliches belgisches braunes
obergäriges
Bier.
Geschichte: Ein
sogenanntes “Alt”
im Sinne von “alte Art der Herstellung”, traditionell, bzw. typisch
für die
Gegend Ost-Flandern. Exemplarische Produkte wären die der Liefmans
Brauerei
(Tochterunternehmen der Riva Brauerei), die ihre Wurzel im 17.
Jahrhundert hat.
Historisch gesehen wurde es als ein „Rationsbier“ gebraut, dass mit der
Alterung eine säuerliche Note entwickelt. Diese Biere waren wohl
etwas saurer
als derzeitige kommerzielle Biere dieser Art. Flämische rote Biere
werden in
Fässern gelagert, die Oud Bruin nicht.
Kommentierung:
Lange Lagerung und
verschneiden von jungen mit gelagerten Bieren ist möglich, wobei
sanftere,
komplexere und bessere ausgewogene Produkte entstehen. Ein
ausgeprägter
Malzcharakter unterscheidet diese Sorte von den flämischen roten
obergärigen
Bieren. Diese Sorte ist eher als gelagertes Produkt gedacht, so werden
Biere dieser Sorte, die moderat lange gelagert wurden und einen
entsprechenden
Charakter
aufweisen als hochwertiger angesehen als junge Biere dieser Sorte. So
wie bei
der
Bierkategorie (Frucht)-Lambic, kann Oud Bruin auch als Basis für
Fruchtbiere
genutzt werden (ähnlich wie bei einem Kriek oder Framboise),
allerdings sollte
im Sinne einer korrekten Bewertung solche Biere in der klassischen
Fruchtbier-Kategorie bewertet werden. Ein Oud Bruin ist weniger
säuerlich und
malziger als ein flämisches rotes obergäriges Bier, die
Fruchtgeschmacksnoten
orientieren sich eher in Richtung Malzbetonung.
Zutaten: Als
Grundzutat Pilsner
Malz mit einer vernünftigen Menge an Kristall-Typ von Malzen
(spricht
Cara-Münch oder Cara-Wiener) und manchmal eine winzige Menge an
Röstmalz.
Einige stärkebasierende Extrazutaten wären möglich (z.B.
Maisflocken und
Zucker). Kontinental-europäischer oder britischer Hopfen mit wenig
Alphasäure
ist typisch (Hochalphasorten, sowie ausgeprägte U.S. amerikanische
Hopfensorten
sollten gemieden werden). Saccharomyces und Milchsäurebakterien
sind wichtiger
Teil der Vergärung, bzw. der geschmacklichen Eigenschaften.
Milchsäurebakterien
reagieren leider nicht so glücklich auf höhere Alkoholgrade.
Eine Sauermaische
oder der Einsatz von Sauermalz kann für den sauren Charakter des
Bieres auch
genutzt werden – somit entfiele der Einsatz von
Milchsäurebakterien.
Karbonathaltiges
Wasser ist typisch die Region, aus dem die Biersorte stammt und hilft
bei der
Abmilderung der Säure der dunklen Malze und laktischen Säure.
Magnesium im
Wasser akzentuiert die Säure.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM
|
ABV |
| 1,043 – 1,077 |
1,012 – 1,016 |
15 - 25 |
15 - 20 |
4,0 – 8,0%
|
Kommerzielle
Beispiele: Liefman's
Goudenband, Liefman's Odnar, Liefman's Oud Bruin, Ichtegem Old Brown
17D.
Unverschnittenes Lambic
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category17.html#style17D)
Aroma: Ein
entschieden
säuerliches Aroma ist gerade in jungen Bieren dieser Sorte
auffällig, kann aber
mit einem Alterungsprozess eher in den Hintergrund rutschen und sich
mit
folgenden Aromen verbinden: Scheune, erdig, Ziege, Heu, Pferd und
Pferdedecke. Ein milder Eichen- und/oder Citruston ist erwünscht.
Ein
rauchiger, zigarrenähnlicher oder käsiges Aroma ist
unerwünscht. Ältere Biere
dieser Sorte sind üblicherweise fruchtig mit Anklängen von
Apfel
oder sogar Honig. Kein Hopfenaroma. Kein Diacetyl.
Optik: Helles
Gelb bis
tiefgolden. Mit dem Alter wird das Bier dunkler. Die Klarheit reicht
von trübe
bis gut klar. Jüngere Typen sind oft betont trübe,
während die älteren sich
klären. Haltbarkeit der Schaumkrone ist sehr mäßig.
Geschmack:
Jüngere Typen sind oft
auffallend sauer und/oder laktisch sauer, allerdings bringt eine
Alterung auch
eine Ausgewogenheit der Malz-, Weizen- und Scheunencharakteristika mit
sich.
Fruchtige Geschmacksnoten sind in jüngeren Bieren eher gradlinig,
bei älteren
komplexer. Anklänge von Apfel oder Rhabarber und zuweilen Honig
sind möglich.
Etwas Eichen- oder Citrusgeschmack (oft Grapefruit) ist hin und wieder
zu
erkennen. Ein rauchiger, zigarrenähnlicher Geschmack ist nicht
erwünscht.
Hopfenbittere reicht von nicht vorhanden bis niedrig. Kein
Hopfengeschmack. Kein Diacetyl.
Mundgefühl:
Leichter bis mittel-leichter
Körper. Trotz der niedrigen Stammwürze bei Endvergärung
(hochvergoren),
existieren doch eine Reihe von körperbetonenden
Geschmackseindrücken, so dass
das Bier nicht so dünn wie Wasser schmeckt. In der Regel wird ein
Lambic immer
trockener mit der Alterung, so dass Trockenheit einen Indikator
für Reife
darstellt.
Eine mittlere säuerliche Qualität ohne scharf und
aufdringlich sauer zu sein.
Annährend bis komplett ohne Kohlensäure.
Gesamteindruck:
Komplexes,
saures, helles, weizenbasierendes obergäriges Bier, was durch eine
Reihe von
belgischen Mikroorganismen verarbeitet wird.
Geschichte: Ein
sog. spontan
vergorenes Bier aus der Gegend um Brüssel (Senne Tal, bzw. Region
Lembeek). Die
Herkunft basiert auf einer Jahrhunderte alten bäuerlichen
Tradition.
Kommentierung:
Unverschnittenes
Lambic ist, wie der Name schon sagt, nicht verschnittenes Bier eines
Brauvorgangs. Da diese Biersorte nicht verschnitten wird stellt ein
solches
Lambic den wahren „Hauscharakter“ einer Brauerei dar und ist somit auch
variabler als ein Gueuze (verschnittenes Lambic). Diese Biersorte wird
generell
jung (6 Monate gealtert) vom Hahn serviert – ein leicht zu trinkendes
Bier ohne
viel Karbonisierung. Jüngere Versionen sind oft etwas
eindimensional, da der
komplexe Brettanomyces Charakter erst nach ca. einem Jahr entsteht. Ein
rauchiger Charakter ist oft ein Indikator, dass ein Lambic zu jung ist.
Ein
auffälliger Essig- oder Cidre-Ton wird von belgischen Brauern als
Fehler
empfunden. Da die wilden Hefen und Mikroorganismen faktisch alle
Zuckerstoffe
vergären, wird eine Abfüllung erst bei vollständiger
Vergärung vorgenommen.
Lambic wird ohne Kohlensäure serviert, wohingegen ein Gueuze recht
perlig
angeboten wird.
Zutaten:
Ungemälztes Weizen
(30-40%), Pilsner Malz und gelagerter Hopfen (dreijährig). Der
gealterte Hopfen
hat lediglich die Funktion der Haltbarkeitmachung und wird nicht im
Sinne der
Bitterung eingesetzt, somit ist eine tatsächliche Bittere in
diesem Bier schwer
festzustellen. Traditionell werden diese Biere mit wilden Hefen typisch
für die
Luft der Region „spontan“ vergoren und in Eichenfässern gelagert.
Heimgebraute
Biere und Biere kleiner handwerklicher Brauereien in anderen Regionen
benutzen
in der Regel Kulturen wie Saccharomyces, Brettanomyces, Pediococcus und
Milchsäurebakterien, um die Wirkungsweise der original wilden
Hefen nach zu
empfinden. Kulturen werden hin und wieder auch einer Flasche fertigen
Bieres
entnommen, allerdings ist schwer abzuschätzen, welche Kulturen
noch aktiv sind
und welche nicht.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM
|
ABV |
| 1,040 – 1,054 |
1,000 – 1,010 |
-
|
3 - 7 |
5,0 – 6,5%
|
IBU
Grad
wird bei 10
geschätzt.
Kommerzielle
Beispiele: Die
einzigen tatsächlich kommerziell ehältlichen Lambics sind
z.B. Cantillon Grand
Cru Bruocsella oder welcher Sud der Brauer für eine
Flaschenfüllung vorsieht.
Die Firma De Cam füllt manchmal deren sehr alten Lambic (5 Jahre).
In der
Umgebung von Brüssel gibt ansonsten eine Reihe von Cafes, die
Lambic am
Zapfhahn anbieten, so z.B. von den Brauereien oder Verschneidern: Boon,
De Cam,
Cantillon, Drie Fonteinen, Lindemans und Girardin.
17E.
Gueuze (Lambic-Verschnitt)
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category17.html#style17E)
Aroma: Ein
moderat saures Aroma
verbindet sich mit Aromen, die an Scheune, erdig, Ziege, Heu, Pferd und
Pferdedecke erinnern. Während einige dieser Biere auffallend sauer
sein können,
ist Ausgewogenheit ein Zeichen für ein besseres Gueuze.
Normalerweise
fruchtbetont mit Anklängen von Citrusfrüchten (oft
Grapfruit), Apfel oder
anderen leichten Früchten, wie Rhabarber oder gar Honig. Ein sehr
mildes
Eichenaroma ist erwünscht – ein rauchiges, zigarrenähnliches
oder käsiges Aroma
nicht. Kein Hopfenaroma. Kein
Diacetyl.
Optik: Golden.
Klarheit ist
exzellent (außer bei geschüttelten Flaschen). Normalerweise
eine dicke, fast
mousse-artige Schaumkrone, die sehr lange hält. Immer sehr
perlig/prickelnd.
Geschmack: Ein
moderat saurer
Charakter ist in der Regel in Balance mit den Malz-, Weizen- und
Scheunen-Charakteristika. Eine niedrige, komplementäre
Süße kann vorhanden
sein, allerdings in auffallend hohen Mengen uncharakteristisch.
Während einige
dominant sauer sind, so ist Ausgewogenheit doch ein Merkmal eines
besseren
Gueuze. Verschiedene Fruchtgeschmacksnoten sind üblich, weiterhin
kann ein
Honiggeschmack auftreten. Ein milde Vanille- und/oder
Fruchtgeschmacksnote ist
hin und wieder erkennbar. Ein rauchiger oder zigarrenähnliche
Geschmack ist nicht
erwünscht. Die Hopfenbittere ist generell nicht vorhanden,
allerdings kann eine
sehr niedrige Hopfenbittere manchmal ausgemacht werden. Kein
Hopfengeschmack. Kein Diacetyl.
Mundgefühl:
Leichter bis
mittel-leichter Körper. Trotz der niedrigen Stammwürze bei
Endvergärung (sprich
hochvergoren), sind die vielen körperbetonenden Geschmäcker
dafür
verantwortlich, dass sich das Bier nicht wie Wasser trinkt. Hat eine
von
niedrig bis hohe saure Empfindung, allerdings ohne säuerlich
bissig zu wirken.
Einige Biere dieser Sorte haben einen wärmenden Charakter. Stark
karbonisiert.
Gesamteindruck:
Komplexes,
saures, ausgewogenes, helles weizenbasierendes, obergäriges Bier,
welches durch
eine Reihe von belgischen Mikroorganismen vergoren wird.
Geschichte:
Spontan vergorenes,
saures, obergäriges Bier aus der Umgebung von Brüssel (Senne
Tal, bzw. Region
Lembeek), welches aus einer bäuerlichen Tradition heraus
entstanden
ist. Die Anzahl
der authentischen Produkt schwankt und es gibt einige Kopien, die
speziell
durch Nachsüßung einer größeren Käuferschaft
schmackhaft gemacht werden soll.
Kommentierung:
Gueuze wird
traditionell als Cuvee (Verschnitt) eines ein-, zwei- und
dreijährigem Lambic
hergestellt. Junges Lambic zeigt noch Restsüße, während
ältere den „wilden“
Charakter des Senne Tals aufweisen. Ein gutes Gueuze zeichnet sich
nicht durch die
säuerliche Spritzigkeit aus, sondern eher durch das volle Bouquet,
einem
ausgeprägten Aroma und einem milden, samtartigen Geschmack. Lambic
selbst wird
ohne Kohlensäure angeboten, während ein Gueuze
perlig/spritzig angeboten
wird.
Zutaten:
Ungemälztes Weizen
(30-40%), Pilsner Malz und gelagerter Hopfen (dreijährig). Der
gealterte Hopfen
hat lediglich die Funktion der Haltbarkeitmachung und wird nicht im
Sinne der
Bitterung eingesetzt, somit ist eine tatsächliche Bittere in
diesem Bier schwer
festzustellen. Traditionell werden diese Biere mit wilden Hefen typisch
für die
Luft der Region „spontan“ vergoren und in Eichenfässern gelagert.
Heimgebraute
Biere und Biere kleiner handwerklicher Brauereien in anderen Regionen
benutzen
in der Regel Kulturen wie Saccharomyces, Brettanomyces, Pediococcus und
Milchsäurebakterien, um die Wirkungsweise der original wilden
Hefen nach zu
empfinden. Kulturen werden hin und wieder auch einer Flasche fertigen
Bieres
entnommen, allerdings ist schwer abzuschätzen, welche Kulturen
noch aktiv sind
und welche nicht.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM |
ABV |
| 1,040 – 1,060
|
1,000 – 1,006
|
- |
3 - 7
|
5,0 – 8,0%
|
IBU
(Bitterwerte)
sind in der
Regel bei 10.
Kommerzielle
Beispiele: Boon Oude Gueuze, Boon
Oude Gueuze Mariage Parfait, De Cam Gueuze, De Cam/Drie Fonteinen
Millennium
Gueuze, Drie Fonteinen Oud Gueuze, Cantillon Gueuze, Hanssens Gueuze,
Lindemans
Gueuze Cuvée René, Girardin Gueuze (Black Label), Mort
Subite (Unfiltered)
Gueuze, Oud Beersel Oude Gueuze
17F. Frucht
Lambic
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category17.html#style17F)
Aroma: Die
Früchte, die diesem
Bier beigegeben werden, sollten vom Aroma her dominant sein. Weiterhin
sollte
ein niedriger bis moderat saurer Charakter sich mit Aromen, wie
Scheune, erdig,
Ziege, Heu, Pferd und Pferdedecke verbinden (und somit als Lambic
erkennbar
sein). Das Fruchtaroma verbindet sich in der Regel gut mit den anderen
Aromen.
Ein rauchiges, zigarrenähnliches oder käsiges Aroma ist nicht
erwünscht. Kein Hopfenaroma. Kein Diacetyl.
Optik: Die Wahl
der Frucht
bestimmt auch die Farbe des Bieres, allerdings würde eine eher
hellfarbige
Frucht wenig Einfluss auf die Farbe des Bieres haben. Die
Farbintensität lässt
mit Alter des Produkts nach. Die Klarheit ist gut, allerdings werden
einige
Fruchpartikel möglicherweise in Suspension bleiben. Die
Schaumkrone ist
dick, fast
mousse-artig und gut haltbar - ein farbliches Anflug durch die Frucht
ist
möglich. Immer perlig/spritzig.
Geschmack: Die
Fruchtzutat sollte
im Bier auffallen. Ein niedrig bis moderater saurer Charakter sollte
vorhanden
sein. Der klassische Scheunen-Charakter sollte von niedrig bis hoch
reichen. In
jungem Stadium zeigt das Bier seine volle Fruchtigkeit. Mit dem Alter
kommt der
Lambic-Charakter immer stärker hervor, der Fruchtton verschwindet
eher, somit
sind die Frucht-Lambics nicht unbedingt für längere Lagerung
geeignet
(Anmerkung: außer sie werden als Gueuze, bzw. Verschnitt von
Lambics
hergestellt). Eine kleine komplementäre Süße kann
vorkommen, allerdings sind
spürbar hohe Anteile nicht erwünscht. Ein milder Vanille-
und/oder
Eichengeschmack ist hin und wieder zu ermitteln. Ein rauchiger,
zigarrenähnlicher Charakter ist nicht erwünscht.
Hopfenbittere ist generell nicht
vorhanden. Kein
Hopfengeschmack. Kein Diacetyl.
Mundgefühl:
Leichter bis
mittel-leichter Körper. Trotz der niedrigen Stammwürze bei
Endvergärung (sprich
hochvergoren), sind die vielen körperbetonenden Geschmäcker
dafür
verantwortlich, dass sich das Bier nicht wie Wasser trinkt. Hat eine
von
niedrig bis hohe saure Empfindung, allerdings ohne säuerlich
bissig zu wirken.
Einige Biere dieser Sorte haben einen wärmenden Charakter. Stark
karbonisiert.
Gesamteindruck:
Komplexes,
fruchtiges, angenehm saures, ausgewogenes, helles, weizenbasierendes,
obergäriges
Bier, welches durch eine Reihe von belgischen Mikroorganismen vergoren
wird.
Geschichte:
Spontan vergorenes
saures obergäriges Bier aus der Umgebung von Brüssel (Senne
Tal, bzw. Region
Lembeek), was aus einer bäuerlichen Tradition heraus entstanden
ist. Die Anzahl
der authentischen Produkt schwankt und es gibt einige Kopien, die
speziell
durch Nachsüßung einer größeren Käuferschaft
schmackhaft gemacht werden soll.
Früchte wurden in der Vergangenheit bevorzugt durch einen
Verschneider oder
einem Gastwirt einem Lambic oder Gueuze beigegeben, um das Angebot an
verschiedenen Bieren in einem Cafe zu erhöhen.
Kommentierung:
Früchte-basierende
Lambics warden oft wie ein Gueuze hergestellt, in dem ein-, zwei- und
dreijährige
Lambics verschnitten werden. Junges Lambic zeigt noch
Restsüße, während ältere
den „wilden“ Charakter des Senne Tals aufweisen. Die Früchte
werden in der
Regel auf halber Strecke der Lagerung dem Bier beigegeben (Mazeration),
die
verbleibende Hefe und anderen Mikroorganismen vergären den
zusätzlichen Zucker
der Frucht. Früchte können auch unverschnittenem Lambic
beigegeben werden. Die
tradtionellen Stile sind Kriek (Kirsche), Framboise (Himbeere) und
Druivenlambic (Muskat Trauben). Für eine Bewertung ist es zwingend
notwendig
anzugeben, welche Frucht in dem Bier eingesetzt wurde. Untypisch
süße Biere
dieser Art (z.B. Kopien von Lindemans oder Belle Vue) sollten eher
unter der
Kategorie 16E. Belgische Spezialitätenbiere eingereicht werden, da
die Kategorie
Frucht-Lambic nicht wirklich für solche Biere geeignet ist.
Zutaten:
Ungemälztes
Weizen (30-40%),
Pilsner Malz und gelagerter Hopfen (dreijährig). Der gealterte
Hopfen hat
lediglich die Funktion der Haltbarkeitmachung und wird nicht im Sinne
der
Bitterung eingesetzt, somit ist eine tatsächliche Bittere in
diesem Bier schwer
festzustellen. Typischerweise werden folgende Früchte benutzt:
Sauerkirschen
(mit Stein), Himbeeren oder Muskat Trauben. Moderne Versionen
können auch
Pfirsich, Aprikosen oder Merlot Weintrauben beinhalten. Der Hintergrund
für den
Einsatz von eher säuerlichen Früchten ist gedacht, um dem
Bier eine neue
geschmackliche Dimension zu verleihen, nicht um dieses zusätzlich
zu süßen.
Traditionell werden diese Biere mit wilden Hefen typisch für die
Luft der
Region „spontan“ vergoren und in Eichenfässern gelagert.
Heimgebraute Biere und
Biere kleiner handwerklicher Brauereien in anderen Regionen benutzen in
der
Regel Kulturen wie Saccharomyces, Brettanomyces, Pediococcus und
Milchsäurebakterien,
um die Wirkungsweise der original wilden Hefen nach zu empfinden.
Kulturen
werden hin und wieder auch einer Flasche fertigen Bieres entnommen,
allerdings
ist schwer abzuschätzen, welche Kulturen noch aktiv sind und
welche nicht.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM |
ABV |
| 1,040 – 1,060
|
1,000 – 1,010
|
- |
3 - 7
|
5,0 – 7,0%
|
IBU
(Bitterwerte)
sind in der
Regel bei 10. SRM, bzw. Die Farbe/Einfärbung variiert mit der
eingesetzten
Frucht.
Kommerzielle
Beispiele: Boon Framboise Marriage
Parfait, Boon Kriek Mariage Parfait, Boon Oude Kriek, Cantillon Fou'
Foune
(Aprikose), Cantillon Kriek, Cantillon Lou Pepe Kriek, Cantillon Lou
Pepe
Framboise, Cantillon Rose de Gambrinus, Cantillon St. Lamvinus (Merlot
Weintrauben), Cantillon Vigneronne (Muskat Trauben), De Cam Oude Kriek,
Drie
Fonteinen Kriek, Girardin Kriek, Hanssens Oude Kriek, Oud Beersel Kriek
18. Belgische starke
obergärige Biere
18A.
Belgisches blondes obergäriges Bier
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category18.html#style18A)
Aroma: Leicht
erdige oder würzige
Hopfennase, mit einem leicht süßlichen Pilsner Malz
Charakter. Zeigt einen
unterschwelligen Hefecharakter, der in Richtung würzige Phenole,
Parfum oder
honigähnlichen Alkohol gehen kann. Hefige und fruchtesterige
(normalerweise
Orange oder Zitrone) sind auch möglich. Eine leichte
Süße, die einen
Kandiszucker-ähnlichen Charakter aufweist. Ein zartes, aber
komplexes Bier.
Optik: Hell bis
tief golden.
Generell sehr klar. Üppige, dichte und cremige weiße bis
beige Schaumkrone.
Gute Haltbarkeit des Schaums mit dem sog. „Brüssler Spitzen“
(Anmerkung: Muster
an der Glasinnenseite).
Geschmack:
Sanft, leichte bis
moderate Pilsner-Malz-Süße am Anfang, im Abgang allerdings
mitteltrocken bis
trocken, wobei ein wenig alkoholischer Geschmack im Nachgeschmack zu
erkennen
ist. Hopfenbittere und alkoholischer Geschmack ist ausgewogen. Leichter
Hopfengeschmack, der würzig oder erdig sein. Sehr verhaltener
Hefecharakter
(Ester und Alkohole, die manchmal parfum- oder
orangen-/zitronenähnlich sein
können). Leicht würzige Phenole sind optional. Etwas
Kandiszucker- oder
Honiggeschmack am Gaumen.
Mundgefühl:
Mittel-hohe bis hohe
Karbonisierung, kann zu einer mundfüllenden perligen Empfindung
führen.
Mittlerer Körper. Leichte bis moderate alkoholische Wärme,
aber sanft. Kann
etwas cremig wirken.
Gesamteindruck:
Ein moderat
starkes goldenes obergäriges Bier, dass eine subtile belgische
Komplexität,
einen etwas süßlichen Geschmack und einen trockenen Abgang
aufweist.
Geschichte:
Diese Biersorte ist
eine relativ neue Entwicklung, um geschmacklich an ein
europäischer Pilsner
heran zu kommen. Die Popularität steigt mit der wachsenden
Vermarktung.
Kommentierung:
Diese Biersorte
hat eine ähnliche alkoholische Stärke wie ein Dubbel und
einen ähnlichen
Charakter wie ein belgisches goldenes starkes obergäriges Bier
oder einem
Tripel – es ist dabei etwas süßlicher, bzw. nicht so bitter.
Hat fast eine
untergärige Art und erscheint somit sauberer, gradliniger im
Vergleich zu
anderen obergärigen belgischen Bieren. (...)
Zutaten:
Belgisches Pilsner Malz, sog. aromatische
Malze, Kandiszucker, belgische Hefestämme, die komplexe Alkohole,
Phenole und
parfumähnliche Ester fördern. Einsatz von Edelhopfen, wie
steirischer Goldings
oder East Kent Goldings. Es werden hier keine Gewürze verwandt,
allerdings
ergeben die anderen Zutaten, wie auch die Nebenprodukte der
Vergärung oft den
Eindruck, dass Gewürze im Bier sind (erinnern in der Regel an
Orangen oder
Zitronen).
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM
|
ABV |
| 1,062 – 1,075 |
1,008 – 1,016 |
20 - 30 |
4 - 6 |
6,0 – 7,5% |
Ein
Alkoholgrad
von 6,5 bis 7,0%
Vol. ist typisch.
Kommerzielle
Beispiele: Leffe
Blond, Affligem Blond, La
Trappe (Koningshoeven) Blond, Grimbergen Blond, Val-Dieu Blond, Straffe
Hendrik
Blonde, Pater Lieven Blond Abbey Ale
18B.
Belgisches Dubbel
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category18.html#style18B)
Aroma: Komplexe,
üppige malzige
Süße, Malz kann Anklänge von Schokolade, Karamell
und/oder Toast haben
(allerdings sollten nie geröstete oder verbrannte Aromen
vorkommen). Moderate
Fruchtester (beinhaltet normalerweise, Rosinen, Pflaumen, manchmal
getrocknete
Kirschen). Selten sind Anklänge von Banane oder Apfel zu erkennen.
Würzige
Phenole und höhere Alkohole sind üblich (kann etwas Nelke,
Pfeffer, Rosen
und/oder parfum-ähnliche Noten aufweisen). Gewürzempfindung
kann von moderat
bis sehr niedrig reichen. Alkohol, falls zu ermitteln, ist milde und
niemals
brennend oder lösungsmittelartig. Einige wenige Beispiele dieser
Sorte kann ein
Edelhopfenaroma aufweisen, allerdings ist der Geruch von Hopfen in der
Regel
nicht vorhanden. Kein Diacetyl.
Optik: Dunkles
Bernstein bis
Kupfer mit einer attraktiven rötlichen Tiefe. Generell klar.
Üppige, dichte und
langanhaltende, cremig-beige Schaumkrone.
Geschmack:
Ähnliche Qualität wie
beim Aroma. Reichhaltige, komplexe, mittlere bis mittel-volle
Malzsüße am
Gaumen, im Abgang allerdings moderat trocken. Komplexe Töne von
Malz, Ester,
Alkohol und Phenole (rosinenartige Geschmäcker sind üblich,
Anklänge von
trockneten Früchten sind willkommen, eine nelkenartige Würze
ist optional). Die
Ausgewogenheit tendiert Richtung Malz. Mittel-niedrige Bittere, die
sich nicht
bis in den Abgang hält. Niedriger Edelhopfengeschmack ist
optional, allerdings
normalerweise nicht vorhanden. Kein Diacetyl. Sollte nicht so
malzbetont wie
ein Bock sein und keine Kristallmalz-typische Süße
aufweisen. Keine Gewürze.
Mundgefühl:
Mittel-voller Körper. Mittel-hohe
Karbonisierung, die die Empfindung des Körpers beeinflussen kann.
Niedrige
alkoholische Wärme. Mild, nie brennend oder
lösungsmittelartig.
Gesamteindruck:
Ein tief
rötliches, moderat starkes, malziges, komplexes belgisches
obergäriges Bier.
Geschichte:
Original stammt aus
den Klöstern des Mittelalters. Erfuhr eine eine Renaissance ab
1832 mit der
Gründung des ersten Trappistenklosters in Belgien nach der
Säkularisierungswelle Napoleons.
Zutaten:
Belgische Hefestämme,
die darauf ausgelegt sind höhere Alkohole, Ester und Phenole zu
produzieren.
Weiches Wasser. Komplexe Zusammensetzung der Grundzutaten: Belgisches
Pilsner
oder helles Malz, Münchner Malz für das Malzempfinden,
Special B für das
Rosinenaroma, CaraMünch für die Empfindung von
Fruchgeschmacksnoten, sowie
weitere Malzsorten, um den Charakter des Bieres zu akzentuieren.
Dunkler
Kandiszucker für die Farbe und den rumähnlichen
Rosinengeschmack. Edelhopfen,
englische Sorten oder steirischer Goldings werden üblicherweise
eingesetzt.
Keine Gewürze.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM
|
ABV |
| 1,062 – 1,075 |
1,010 – 1,018 |
15 - 25 |
10 - 14 |
6,0 – 7,5%
|
Ein
Alkoholgrad von
6,5 bis 7,0%
Vol. ist üblich.
Kommerzielle
Beispiele: Westmalle Dubbel, La
Trappe Dubbel, Corsendonk Abbey Brown Ale, Grimbergen Double, Affligem
Dubbel,
Chimay Premiere (Rouge), Duinen Dubbel, St. Feuillien Brune, New
Belgium Abbey
Belgian Style Ale, Stoudts Abbey Double Ale
18C.
Belgisches
Tripel
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category18.html#style18C)
Aroma: Komplexe,
mit moderater
bis signifikanter Würze, moderaten Fruchtestern und niedrigen
alkoholischen und
Hopfenaromen. Sehr würzig, pfefferig, manchmal nelkenähnliche
Phenole. Der
Esteranteil erinnert oft an Citrusfrüchte, wie Orangen, kann aber
auch einen
Anklang von Bananen haben. Ein niedriger, aber trotzdem
ausgeprägter würziger,
blumiger, manchmal parfumähnlicher Hopfencharakter kann ermittelt
werden.
Alkohole sind mild, würzig und nicht sehr intensiv. Keine
brennenden oder
lösungsmittelartige alkoholische Aromen. Der Malzcharakter ist
leicht. Kein Diacetyl.
Optik: Tief
gelblich bis tief
golden. Gute Klarheit. perlig. Langanhaltende, cremiger, weiße
Schaumkrone, die sog. “Brüssel
Spitzen” an der Glassinnenseite hinterläßt.
Geschmack: Eine
Verbindung
zwischen, würzigen, fruchtigen und alkoholischen
Geschmäckern, die durch einen
milden Malzcharakter unterstützt werden. Niedrige bis moderate
Phenole,
pfefferig in der Art. Die Ester erinnern an Citrusfrüchte, sowie
Orangen oder
Zitrone. Ein niedriger bis moderat würziger Hopfencharakter ist
auszumachen.
Die Alkohole sind mild, würzig, oft etwas süßlich und
nicht sehr intensiv.
Bittere ist typischerweise mittel bis hoch ausgeprägt, die aus
einer
Kombination der Hopfenbittere und der hefebasierenden Phenole entsteht.
Die
hohe Karbonisierung und Bittere fördert einen trockenen Abgang mit
einem
moderatem bitteren Nachgeschmack. Kein Diacetyl.
Mundgefühl:
Mittel-leicht bis
mittlerer Körper, allerdings leichter, als die substantielle
Stammwürze sonst
erahnen lassen würde (dank des Einsatzes von Kandiszucker und der
hohe
Karbonisierung). Höhere Alkohole ermöglichen eine gewisse
Cremigkeit, aber
höchstens nur ein wenig alkoholische Wärme. Kein brennender
oder
lösungsmittelartiger alkoholischer Effekt. Immer perlig. Nie
adstringierend.
Gesamteindruck:
Ist nah an einem
belgischen goldenen starkem obergärigem Bier, allerdings etwas
dunkler und
etwas körperbetonter.
Geschichte:
Wurde das erste Mal
im Trappistenkloster Westmalle gebraut.
Kommentierung:
Hat einen hohen
Alkoholgrad, hat aber keinen ausgeprägten alkoholischen Geschmack.
Die besten
Beispiele sind unterschwellig, bzw. nicht offensichtlich stark. Die
hohe
Karbonisierung hilft beim Ermitteln der vielen Geschmacksnoten und
stärkt die
Empfindung eines trockenen Abgangs.
Zutaten: Die
helle Farbe und der
relativ leichte Körper für ein Bier dieser Stärke
entstammen des Einsatzes von
Pilsner Malz und von bis zu 20% Kandiszucker. Edelhopfen oder
steirischer
Goldings werden in der Regel eingesetzt. Belgische Hefestämme und
zwar die, die
Fruchtester, würzige Phenole und höhere Alkohole
hervorbringen. Etwas höhere Gärtemperaturen
werden angewandt.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM
|
ABV |
| 1,075 – 1,085 |
1,010 – 1,016 |
25 - 38 |
4,5 - 6 |
7,5 – 9,0%
|
Kommerzielle
Beispiele: Westmalle Tripel,
Chimay Cinq Cents (Blanc), Val-Dieu Triple, St. Bernardus Tripel,
Affligem
Tripel, Grimbergen Tripel, La Trappe Tripel, Witkap Pater Tripel,
Corsendonk
Abbey Pale Ale, St. Feuillien Tripel, New Belgium Trippel, Unibroue La
Fin du
Monde, Brooklyn Triple, Dragonmead Final Absolution
18D.
Belgisches
goldenes
starkes
obergäriges Bier
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category18.html#style18D)
Aroma: Komplex
mit signifikanten
Fruchtestern, moderater Würze und niedrigem bis moderatem Alkohol-
und
Hopfenaroma. Ester erinnern an leichtere Früchte, so wie Pfirsich,
Orangen und
Apfel. Moderat würzige, pfefferiger Phenole. Viel bis moderate
Menge an
auffälligen parfumartigen, blumigen Hopfenaromen. Alkohole sind
mild, würzig,
parfumartig niedrig bis moderat vorhanden. Keine brennende oder
lösungsmittelartige Aromen. Der Malzcharakter ist leicht. Kein
Diacetyl.
Optik: Gelb bis
mittel gold. Gute Klarheit. perlig. Massive,
langanhaltende, oft perlige, weiße Schaumkrone, die die sog.
„Brüssler Spitze“
an der Glasinnenseite hinterlässt.
Geschmack: Eine
Verbindung
zwischen würzigen, fruchtigen und alkoholischen
Geschmäckern, die durch einen
milden Malzcharakter unterstützt werden. Die Ester erinnern an
Pfirsich, Orange
oder Apfel. Niedrige bis moderate Phenole, pfefferig in der Art. Ein
niedriger
bis moderat würziger Hopfencharakter ist auszumachen. Die Alkohole
sind mild,
würzig, oft etwas süßlich und nicht sehr intensiv.
Bittere ist typischerweise
mittel bis hoch ausgeprägt, die aus einer Kombination der
Hopfenbittere und der
hefebasierenden Phenole entsteht. Die hohe Karbonisierung und Bittere
fördert
einen trockenen Abgang mit einem moderatem bitteren Nachgeschmack. Kein
Diacetyl.
Mundgefühl:
Mittel-leicht bis
mittlerer Körper, allerdings leichter, als die substantielle
Stammwürze sonst
erahnen lassen würde (dank des Einsatzes von Kandiszucker und der
hohe
Karbonisierung). Höhere Alkohole ermöglichen eine gewisse
Cremigkeit, aber
höchstens nur ein wenig alkoholische Wärme. Kein brennender
oder
lösungsmittelartiger alkoholischer Effekt. Immer perlig. Nie
adstringierend.
Gesamteindruck:
Ein goldenes, komplexes, perliges, starkes, belgisches obergäriges
Bier.
Geschichte:
Ursprünglich von der
Moortgat Brauerei nach dem 2. Weltkrieg entwickeltes Bier, um ein
konkurrenzfähiges Produkt gegenüber Pilsner Bieren zu
schaffen.
Kommentierung:
Sehr stark an ein
Tripel angelehnt, kann aber noch heller, leichter im Körper und
trockener
und erfrischend bissiger sein. Der Name des Originals ist Duvel ist
suggeriert
somit eine außergewöhnliche Stärke – dies inspiriert
auch die Namensgebung
anderer kommerzieller Produkte. Die besten Beispiele sind komplex und
eher
filigran. Die hohe Karbonisierung hilft dabei, die verschiedenen
Geschmacksnoten zu ermitteln und steigert die Empfindung des trockenen
Abgangs.
Zutaten: Die
helle Farbe und der
relative leichte Körper für ein Bier dieser Stärke
resultiert aus dem Einsatz
von Pilsner Malz und von bis zu 20% weißen Kandiszucker.
Edelhopfen oder
steirischer Goldings werden üblicherweise eingesetzt. Belgische
Hefestämme, und
zwar solche, die Fruchtester, würzige Phenole und höhere
Alkohole fördern,
werden eingesetzt. Die Gärtemperatur ist ein wenig erhöht.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM
|
ABV |
| 1,070 – 1,095 |
1,010 – 1,016 |
25 - 35 |
4 - 6 |
7,5 – 10,0%
|
Kommerzielle
Beispiele: Duvel, Hapkin, Lucifer,
Brigand, Judas, Delirium Tremens, Dulle Teve, Avery Salvation, North
Coast
Pranqster, Unibroue Eau Bénite
18E.
Belgisches
dunkles starkes obergäriges Bier
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category18.html#style18E)
Aroma: Komplex,
mit einer üppigen
malzigen Süße, signifikanten Estern und Alkohol, und einer
optionalen leichten
bis moderaten Würze. Das Malzaroma ist reichhaltig und stark
ausgeprägt und
kann einen Charakter, ähnlich wie ein Münchner Dunkel
aufweisen, in Bezug auf
Karamell-, Toast- und/oder Brottöne. Die Fruchtester sind stark
bis moderat
niedrig und können Anklänge von Rosinen, Pflaumen,
getrockneten Kirschen oder
Feigen aufweisen. Würzige Phenole sind präsent, haben aber in
der Regel eine
pfefferige Note, bzw. sind nicht nelkenähnlich. Die Alkohole sind
weich,
würzig, parfumähnlich und/oder rosenähnlich und kommen
in einer niedrigen bis
moderaten Menge vor. Hopfenaroma kommt in der Regel nicht vor
(allerdings ist
ein niedriger Edelhopfenanklang akzeptabel). Kein Diacetyl. Keine
Dunkel- oder
Röstaromen. Kein brennendes oder lösungsmittelartiges
Alkoholaroma. Keine
auffallende Gewürzeanwendung.
Optik: Tief
bernsteinfarben bis
tief kupferbraun (die Bezeichnung “Dunkel” könnte in diesem
Kontext eine
Bezeichnung für “eine tiefere Farbgebung als golden” bedeuten).
Eine üppiger,
dichte, mousse-ähnliche, langanhaltende cremig bis
hellgetönte Schaumkrone.
Kann von klar bis etwas trübe reichen.
Geschmack: Der
Geschmack
präsentiert sich ähnlich wie das Aroma (die Charakteristika
in Bezug auf Malz,
Ester, Phenole, Alkohol, Hopfen und Würze stimmen hier mit
überein). Moderat
malzig oder süßlich am Gaumen. Der Abgang variiert mit der
Interpretation des
Brauers (authentische Trappisten Biere sind moderat trocken bis
trocken, sog.
Abtei-Biere können von mittel-trocken bis süßlich
reichen). Für die Stärke
dieses Bieres ist die Bittere recht niedrig, der Alkoholcharakter hilft
bei der
Ausgewogenheit gegenüber des Malzes. Süßere und
körperbetontere Biere zeigen in
der Regel auch mehr Bittere, im Sinne der Ausgewogenheit. Allerdings
sind fast
alle diese Biere tendentiell malzig, einige leicht bitter. Die
komplexen
Geschmacksnoten sollten harmonisch untereinander sein.
Mundgefühl:
Hat eine hohe
Karbonisierung, aber nicht den sog. kohlensäurebasierenden
säuerlichen Biss.
Sanfte, aber auffällige alkoholische Wärme. Der Körper
kann
je nach Interpretation
dieser Biersorte variieren (authentische Trappisten Biere tendieren zu
mittel-leicht
bis mittel, während die sog. Abtei-Biere voll und cremig sein
können).
Gesamteindruck:
Ein dunkles, sehr
üppiges, komplexes, sehr starkes, belgisches, obergäriges
Bier. Ein wahres
Genussprodukt.
Geschichte: Die
meisten Biere
dieser Sorte sind faktisch einzigartig und reflektieren den
individuellen
Charakter der herstellenden Brauerei.
Kommentierung:
Authentische
Trappisten-Biere tendieren dazu trockener als deren
Abtei-Gegenstücke zu sein –
diese sind eher süßlich und vollmundiger, bzw.
körperreicher. Ausgeprägtere
Bittere ist in Abtei-Bieren dann in Ordnung, wenn die
Restsüße entsprechend
höher ist. Biere, die an die Stärke von Barleywine
heranreichen (wie z.B.
Scaldis/Bush, La Trappe Quadrupel, Weyerback QUAD), sowie
gewürzte, bzw. Weihnachtsbiere
(z.B. N’Ice Chouffe, Affligem Noël)
sollten nicht in dieser Kategorie, sondern im Sinne einer
korrekten
Bewertung in der Kategorie Belgische Spezialitäten verkostet
werden.
Zutaten:
Belgische Hefestämme,
die gut für die Produktion von höheren Alkoholen, Estern und
manchen Phenolen
sind, sollten eingesetzt werden. Weiches Wasser. Vielfältiger
Einsatz bei der
Malzgabe: Belgische Pilsner oder helle Grundmalze, Münchner Malz
für den
Malzcharakter und andere belgische Spezialmalze. Kandiszucker, um einen
leichteren Körper zu erzielen, dunkleren Kandiszucker speziell zur
Farbregulierung. Edelhopfen oder englische Hopfensorten, bzw.
steirischer
Goldings Hopfen. Gewürze werden in der Regel nicht eingesetzt,
falls doch, dann
nur in kleinen Mengen. Keine U.S. amerikanischen oder englischen
Kristallmalze
einsetzen, denn die verleihen dem Bier die falsche Art der
Süße.
Messwerte:
| USG |
EVG |
IBU |
SRM |
ABV |
| 1,075 – 1,110+
|
1,010 – 1,024
|
15 – 25+
|
15 - 20
|
8,0 – 12,0+%
|
Kommerzielle
Beispiele: Rochefort 10 (blauer
Kronkorken), Westvleteren 12 (gelber Kronkorken), Chimay Grande Reserve
(Bleu),
Rochefort 8 (grüner Kronkorken), St. Bernardus Abt 12, Gouden
Carolus Grand Cru
of the Emperor, Abbaye des Rocs Grand Cru, Gulden Draak, Kasteelbier
Bière du
Chateau Donker
19. anglo-amerikanische
Starkbiere
19A. Old
Ale
(Quelle:
http://www.bjcp.org/styles04/Category19.html#style19A)
Aroma: Malzige
Süße mit
Fruchtestern, oft mit einer komplexen Mischung aus getrockneten
Früchten,
weinartig, karamellig, melasseartig, nussig, Toffee, Sirup und/oder
anderen
malzspezifischen Malzaromen. Einige alkoholische und oxidative Noten
sind
akzeptabel, ähnlich wie die, die in Sherry or Port Wein auftauchen
können. Ein
Hopfenaroma ist aufgrund der langen Lagerung in der Regel nicht mehr
erkennbar.
Optik: Leicht
bernsteinfarben bis
sehr dunkles rötliches braun (die meisten sind recht dunkel).
Durch die
Lagerung, bzw. die Oxidation können die Biere noch nachdunkeln.
Kann auch fast
lichtundurchlässig sein (falls nicht, dann sollte das Bier klar
sein). Moderate
bis wenig ausgeprägte Schaumkrone, Haltbarkeit wird durch
Alkoholgrad und Alter
negativ beeinflusst.
Geschmack:
Mittlerer bis
ausgeprägt hoher Malzcharakter mit einem üppigen malzigen
Komplexität, oft mit
nussigen, karamelligen und/oder melasseartigen Geschmacksnoten. Leichte
Schokoladen- Röstmalzanklänge sind optional, sollten aber nie
dominant sein.
Die Ausgewogenheit tendiert Richtung Malzsüße, kann aber
auch gut gehopft sein
(der Eindruck der Bittere wird substantiell vom Alter des Produkts
beeinflusst). Moderate bis hohe Menge an Fruchtestern sind üblich
und kann ich Richtung
Trockenfrucht oder weinartig tendieren. Der Abgang kann von trocken bis
etwas
süßlich variieren. Eine lange Lagerung kann zu einer
Oxidation beitragen, wobei
Töne, wie Sherry, Port oder Madeira erkennbar werden. Die
alkoholische Stärke
sollte auffallen, sollte aber nicht zu dominant sein. Diacetyl reicht
von
niedrig bis nicht vorhanden. Eine Reihe von holzfassgelagerten oder
verschnittenen
Biere
können eine Milchsäure- oder Brettanomyces-Art aufweisen –
dieser
Charakter
sollte nicht zu ausgeprägt sein, sonst müsste das Bier im
Sinne einer Bewertung
als ein Spezialbier eingereicht und bewertet werden).
Mundgefühl:
Mittel bis voller,
fast viskoser Körper, allerdings können ältere Exemplare
durch die anhaltende
Endgärung in der Lagerung etwas weniger Körper aufweisen.
Alkoholische Wärme
ist erwünscht. Niedrige bis moderate Karbonisierung, abhängig
von Alter, bzw.
Lagerung.
Gesamteindruck:
Dies ist ein
obergäriges Bier mit einer signifikanten alkoholischen
Stärke, stärker als ein
starkes Bitter und Brown Porters, allerdings nicht so stark oder
üppig wie ein
Barleywine. Die Ausgewogenheit tendiert in Richtung Süße,
bzw. malzig. Zitat
von Michael Jackson: „Dies sollte ein wärmendes Bier darstellt,
welches man am
besten in kleinen Gläsern vor einem warmen Kamin an einem kalten
Winterabend
trinkt.“
Geschichte: Dies
ist ein
traditionelles englisches obergäriges Bier, bei höheren
Temperaturen als andere
starke obergärige Biere eingemaischt, um die Vergärbarkeit
einzuschränken. Es
wird in der Brauerei nach der ersten Vergärung lange gelagert
(ähnlich wie die
Herstellungsmethode, die bei historischem Porter angewandt wird). Hat
oft einen
alterungsbedingten Charakter (Milchsäure, Brettanomyces.
Oxidation, Leder),
dass hin und wieder mit einem „schalen“ Bier in Verbindung gebracht
wird. Wird
oft als „Lagerbier“ für den Verschnitt genutzt oder wird in voller
Stärke
genossen (die Begriffe „schal“ oder „Lagerbier“ stehen historisch
für Biere,
die einfach für lange Zeit gelagert wurden). Die Bezeichnung
„Winter Warmers“
steht für einen moderneren Stil, der sich durch Malzigkeit,
Vollmundigkeit und
dunklere Farbe auszeichnet. Diese Biere werden von Brauereien speziell
für
winterliche/weihnachtliche Saisonangebote genutzt.
Kommentierung:
Stärke und
Charakter variieren stark. Stellt eine Zwischensorte zwischen einem
durchschnittsalkoholischen Bier (wie z.B. starkes Bitter, Brown Porter)
und
einem Barleywine dar. Diese Sorte beinhaltet sog. Winter Warmers,
starke dunkle
Milds, starke (und vielleicht dunklere) Bitters, verschnittene starke
Biere
(z.B. Lagerbier verschnitten mit einem Mild oder Bitter) und Barleywine
mit
einer niedrigeren Stammwürze als üblich.
Zutaten:
Angemessen große Mengen
von gut vermälztem hellen Malz (normalerweise englische Sorten,
allerdings
nicht notwendig), zusammen mit großzügigen Mengen an
Karamellmalz, bzw. anderen
Spezialmalzen. Einige dunklere Biere dieser Sorte legen den Einsatz von
dunkleren Malzen nahe, allerdings sollte unbedingt auf die Vermeidung
von
Röstnoten geachtet werden. Malzergänzende Produkte, wie
Melasse, Invertzucker
oder Rohrzucker werden oft eingesetzt, so auch wie Mais, Gerstenflocken
und
Weizen, sowie Malzextrakt. Die Hopfensorten spielen hier keine Rolle,
die durch
die Lagerung jeglicher sortentypische Charakter meistens komplett
verloren
geht. Britische Hefestämme, die eine niedrige Vergärbarkeit,
die aber mit
größeren Mengen an Alkohol umgehen können werden
traditionell eingesetzt.
Messwerte: