Szenario
7 ist das Szenario, was man sich für eine
harmonische Branche eigentlich immer nur wünschen kann, d.h. wenn
schon eine
Brauerei an eine andere verkauft wird, dann am besten wegen der guten
Produkte
und der Hoffnung, dass diese Produkte in dem neuen Umfeld gut
gefördert werden.
Warum
schätzen wir Verbraucher die Realität einer
Brauereiübernahme allerdings immer so negativ ein?
Es liegt
wohl maßgeblich an der Branche selbst. Der Markt
ist gesättigt. Es gibt keine handfesten, langfristigen Trends,
bzw. es herrscht Stagnation. Es ist eine ganz natürlich Reaktion
Verdrängung zu
betreiben durch a. Einverleiben von Vertriebsgebieten und b. indirekt
durch
das Ausführen von Effizienzmaßnahmen (Kosten sparen,
Personal entlassen etc.). Angenommen die
Bierbranche würde so dynamisch sein, wie die Multimediabranche,
dann würde ein
enormer Druck für Neuentwicklungen, bzw. neuen Produkten vorhanden
sein. Dies
ist oft der einzige Weg dem Preisverfall dieser Produkte zu entgehen,
aber der
Kunde wird auch immer wieder mit neuen aufregenden Produkten
konfrontiert. Sicherlich gibt es auch in der Branche
Rückschläge, allerdings auch immer neue Perspektiven für
Fortschritt.
Wie präsentiert
sich die Bierbranche heutzutage?
Einerseits herrscht
Traditionspflege, ein Mechanismus, der
eher rückwärts gewandt ist. Weiterhin zementieren
Brauereikredite einen Bedarf
der u.U. gar nicht existiert, bzw. für ein Produkt, was weder
zeitgemäß noch
qualitativ passend ist. Die von größeren Brauereien
betriebene Markenpflege
konzentriert u.U. zu viel Energie auf Werbung und Imagepflege und
zuwenig auf
Produktentwicklung. Wenn ein Verbraucher Werbung sieht, dann
möchte dieser möglicherweise über Neuigkeiten und
Innovationen informiert werden und nicht jahrelang das gleiche
Opernhaus oder
naturbelassene Szenerie aufgetischt bekommen.
Wie könnte die
Zukunft der Bierbranche sein?
Die Bierbranche
könnte durch mehr
eigenständigen Innovationsgeist erheblich gestärkt werden.
Wo steht
mein Pilsner
qualitativ zu meinen Mitbewerbern? Was kann ich machen, damit die
Biersorte
Export mal wieder eine Renaissance erfährt? Wie kann die
Fastenzeit besser
genutzt werden, um Starkbiere in ganz Deutschland zu fördern? Jede
Vertriebsquelle freut sich über neue Angebote, allerdings wie
immer, müssen
diese Produkte auch wirklich neu sein, bzw. eine gute Alternative zu
einem
bestehenden Segment darstellen, um neue Kauflust zu wecken. Das
würde
Brauereiverkäufe zwar nicht verhindern, aber diese würden
dann in einem
expandierenden Markt geschehen hoffentlich im Sinn des Erhalts, bzw.
der Förderung der Produkte.