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KAMPAGNE
FÜR GUTES BIER
Die
Verbraucherinitiative für mehr Biervielfalt
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DER VEREIN
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Die 10 goldenen Regeln für gutes
Bier
Allein
die Tatsache sich „Kampagne für gutes Bier“ zu nennen ist ja schon eine
Provokation darüber zu diskutieren, was „gutes Bier“ tatsächlich ist.
Die 10
goldenen Regeln für gutes Bier sind eine programmatische
Zusammenfassung, um
dem Ziel der Schaffung von „gutem Bier“ in Deutschland ein Stück näher
zu
kommen.
Die
10 Regeln sind auch gleichzeitig Leitfaden für eine Reihe von
informativen
und/oder konstruktiv kritischen Inhalten, die diese WebSite bietet oder
in Zukunft
bieten wird.
Gute
Gesetze für gutes Bier
Das Biersteuergesetz
und das sog. Vorläufige Biergesetz sind die Gesetzeswerke, die die
Bierbranche neben lebensmittelrechtlichen Ordnungen regelt. Diese
Gesetze sind nicht in Stein gehauen und sollten im Sinne der
Allgemeinheit den notwendigen Anforderungen immer wieder angepasst
weden. Gerade das Vorläufige Biergesetz ist, wie der Name schon
nahelegt, vom Mangel an verbrauchergerechter Regelung geprägt und
verdient in der Zukunft besondere Beachtung, um Verbraucherinteressen
wie Angebotsvielfalts, sinnvolle Minimalstandards der Qualität und
Qualitätshierarchie gerecht zu werden.
Gute
Zutaten für gutes Bier
Das
Reinheitsgebot ist ohne Zweifel ein relativ verlässlicher Garant für
die
Güte der Zutaten und somit des Bieres, aus denen es gebraut wird. Aber
Zutaten
sollten nicht nur Objekt der kostenseitigen Optimierung darstellen,
sondern
„Vorbild“ für die differenzierte Güte von Bieren darstellen – gute
Zutaten für
gutes Bier und bessere Zutaten für besseres Bier.
Gute
Herstellung
für gutes Bier
Deutschland
liebt es technisch und bei dem Streben nach „schneller, heller
und blanker“ werden solche Tugenden wie „charaktervoller,
außergewöhnlicher und
progressiver“ sicherlich schnell mal vernachlässigt. Bier ist ein
regional prägsames
Handwerk
und kann und sollte vornehmlich ein Produkt der
Kreativität und fachmännischen Fertigkeit sein.
Gute
Ausbildung für gutes Bier
Das
Streben nach Neuem ist genau der richtige Weg in einer Welt, die immer
mehr Heterogenität verlangt, um den übersättigten Konsumenten stets
erneut zu
reizen. Wenn Lehre und Forschung für das Brauwesen z.B. nur das Ziel
der Herstellungsoptimierung verfolgt, dann werden irgendwann alle Biere
gleich sein. Somit ist es die Pflicht gerade der Lehre und Forschung,
den werdenden Brauern alle erdenklichen Mittel der
Herstellungsdifferenzierung mit auf den Weg zu geben.
Bezüglich einer
gastronomischen Ausbildung kann der Heißhunger auf
Biervielfalt und deren sicherlich vielfältigen Einsatzmöglichkeiten bei
Speise
und Gastronomie neue Akzente der Wertschätzung setzen.
Die
Forschung hat eine besondere Aufgabe nicht nur Optimierungsmechanismen
der Ausbildung und Herstellung zur Verfügung zu stellen, sondern einen
Selbstzweck darin zu sehen, Vielfalt und Differenzierung von Zutaten-
und
Herstellungsvariationen zu erforschen und zu fördern.
Guter
Handel für gutes Bier
Der
Handel ist das wichtigste Verbindungsglied zwischen Hersteller und
Verbraucher – hier laufen Wünsche und Angebote zusammen und werden so
zufriedenstellend wie möglich erledigt. Hier ist der zentrale Platz, wo
sich
Heterogenität im Bierangebot manifestiert, bzw. manifestieren sollte,
denn des
Händlers „Marke“ ist die Differenzierung und Abgrenzung des Angebots
gegenüber
dem freundlichen Mitbewerber. Tut er dies nicht, reduziert sich der
Käuferwunsch naturgemäß auf die eine Größe: Preisminimierung.
Gute
Biere für gute Gastronomie
Keine
andere Sektion dieser Branche ist vielleicht so abhängig davon, ein
Ambiente zu schaffen, an das sich die Verbraucher so freudig zurück
entsinnen,
dass Sie immer wieder kommen. Das Ambiente ist im Idealfall eine
Synthese aus
Angebotsprofil und Umgebung – wie sehr im Einklang sind Speise,
Getränke und
das Interieur einer Gaststätte? Die Profilierung durch charaktervolle
und
eigenständige Biere und deren Einbindung in das Gesamtkonzept sind
wichtige
Teile des Erfolges.
Guter
Neid gibt gute Biere
Neid
ist der Zustand der entsteht, wenn ein anderer mit etwas erfolgreich
ist, was ich auch gerne hätte. Guter Neid ist, wenn sich daraus eine
Art Vorbildsituation,
bzw. eine Situation des Ansporns entwickelt. Dabei ist platte
Nachmacherei sehr unkreativ, der Ansatz es anders und besser zu
machen
erheblich erstrebenswerter.
Ein
gutes Image für gutes Bier
Ein
gutes Image ist die logische Konsequenz aus einem guten Produkt.
Insofern ist es nur logisch bei der Erschaffung eines guten Images mit
Überlegungen zu Güte und dem eigenständigen Charakter eines Bieres
anzufangen.
Jeder Konsument wird letztlich ein Produkt besser schätzen, bzw.
einschätzen
können, wenn dieser so vollständig wie es geht über das Besondere
dieses
Produkts informiert wird. Mehr braucht ein Image nicht – sozusagen das
Reinheitsgebot des Bierimages.
Gute
Kooperation schafft Vielfalt
Wir
ziehen alle am selbst Strang (sei es Hersteller, Handel, Gastronomie
oder Verbraucherverband): Dem Konsumenten zeitgerecht das zu geben, was
er
verlangt. Insofern sehen wir uns als Kampagne für gutes Bier auch nur
als eine
logische Ergänzung in der Bierbranche. Wenn sich alle einig sind, dass
eine
gemeinschaftliche Förderung der Erkenntnis, dass Bier ein immer
fortwährend
interessantes Produkt sein sollte, erstrebenswert ist, dann ist viel
gewonnen.
Gute
Nachfrage nach gutem Bier
Nachdem
die Konsumentenvereinigung auf alle, außer auf sich selbst gezeigt
hat – hier der Appell an uns alle Verbraucher: Nur wer Vielfalt
nachfragt,
schafft es auch seine eigene Welt zu bereichern. So wie wir Menschen
niemals
aufhören zu lernen, hören wir auch nie auf Neues zu erfahren – das ist
beim
Bier auch nicht anders, setzt aber unser Streben heraus, auch Neues
erfahren zu
wollen.
Juli 2004 (Überarbeitung April 2005)
Lars Seyfrid